Stadtgespräch

Darum ist der Wolfratshauser SPD-Chef gegen die Sicherheitswacht

Der Stadtrat hat es beschlossen: Durch Wolfratshausen patrouilliert bald eine Sicherheitswacht. Ob sie wirklich nötig ist, darüber hat nun die Basis der Sozialdemokraten diskutiert.

Wolfratshausen – Braucht die Flößerstadt Ehrenamtliche auf Patrouille? Der Stadtrat hatte sich in seiner jüngsten Sitzung mit deutlicher Mehrheit für eine von der Polizei gewünschte Sicherheitswacht ausgesprochen. Mit Ausnahme von Roswitha Beyer hoben alle Fraktionsmitglieder der SPD ihre Hand für das Projekt. Teile der Parteibasis vertreten eine andere Meinung. Das wurde beim „Stadtgespräch“ der Sozialdemokraten am Montagabend im Wirtshaus Flößerei deutlich.

Der neue Chef des Ortsvereins, Peter Fasching, stellte das Ergebnis einer von ihm durchgeführten „kleinen, nicht repräsentativen“ Umfrage vor: „Alle Befragten haben gesagt, dass sie sich sicher in Wolfratshausen fühlen.“ Außer gelegentlichem Vandalismus gebe es nach Meinung der zehn Umfrageteilnehmer keine Probleme. Eine Sicherheitswacht sei also nicht notwendig.

Lage ist „schon gar nicht prekär“

Fraktionssprecher Fritz Meixner ließ dieses Argument nicht gelten: Die Sicherheitslage in der Loisachstadt – das sei allen bewusst – „ist nicht kritisch und schon gar nicht prekär“. Die Polizei habe deshalb „keinen Notruf“ abgesetzt, sondern signalisiert, „dass sie sich noch ein zusätzliches, präventives Instrument vorstellen kann“. Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller sprang Meixner zur Seite. „Wenn bekannt ist, dass Wolfratshausen eine Sicherheitswacht hat, stärkt das vielleicht bei manchen das Sicherheitsgefühl.“ Die Ehrenamtlichen könnten für die Polizei – wie schon in über 130 anderen bayerischen Kommunen – „durchaus hilfreich“ sein.

Ex-SPD-Chef Hans Gärtner machte sich Sorgen um die Sicherheit der Freiwilligen. Beim Einsatz könnten diese in Gefahrensituationen geraten. Meixner relativierte: „Die Sicherheitswacht ist kein verlängerter Arm, sondern ein erweitertes Auge für die Polizei.“ Ex-Polizist und Kreisrat Reiner Berchtold konnte die Debatte nicht nachvollziehen. „Es gibt eine Berg-, eine Wasser- und eine Naturschutzwacht“, zählte er auf. „Die leisten alle präventive Arbeit. Die Sicherheitswacht macht doch nichts anderes.“ 

Dominik Stallein

Rubriklistenbild: © dpa

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