Rikscha-Fahrerin
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Nachhaltig: Sarah (Foto) und Leonie Brand fahren in ihren E-Rikschas in Wolfratshausen auch Flussfestival-Besucher nach Hause.

Bauausschuss gibt grünes Licht

Darum unterstützt die Stadt die „Spatzen-Rikschas“ in Wolfratshausen

Die Zwillinge Brand bieten in Wolfratshausen einen Rikscha-Service an. Jetzt sagte die Stadt den jungen Damen ihre finanzielle Unterstützung zu.

Wolfratshausen – Das Unternehmen der Zwillingsschwestern Sarah und Leonie Brand gilt als Paradebeispiel für nachhaltige Mobilität. „Sie betreiben einen ortsansässigen und umweltfreundlichen E-Rikscha-Service, der eine attraktive und schadstofffreie Transportmöglichkeit bietet“, erklärte die Energie- und Umweltbeauftragte der Stadt, Vivian Horngacher, in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Zu den Dienstleistungen gehören touristische Touren ebenso wie Fahrten zum Arzt, Friseur oder zu Geschäften. Um den lokalen Einzelhandel zu unterstützen, werden die Brand-Schwestern ihr Angebot demnächst mit einem CO2-neutralen Lieferservice erweitern. „Transportiert werden können neben Einkäufen auch Speisen, Getränke oder andere Waren, per Express oder auf Termin“, berichtete Horngacher.

„Spatzen-Rikschas“ werden bezuschusst

Der Bauausschuss befürwortete einstimmig, die „Spatzen-Rikschas“ mit einem Zuschuss von 3360 Euro zu unterstützen. „Wir begrüßen diese Sondermaßnahme, da sie eine Alternative zum Autotaxi darstellt“, lobte Umweltreferent Dr. Hans Schmidt. Im gleichen Atemzug kritisierte der Grünen-Stadtrat die im Januar 2021 geänderten Förderrichtlinien der nachhaltigen Mobilität.

Seit Jahresbeginn müssen Gewerbetreibende und Privatpersonen fünf Jahre lang nachweisen, dass sie mit einem Lasten-Pedelec oder E-Bike mindestens 20 Prozent der jährlichen Fahrtkilometer ihrer Autos einsparen. Um von der Stadt eine Förderung des Kaufpreises von 50 Prozent zu erhalten, müssen der Kaufvertrag für das E-Rad sowie ein Kfz-Nutzungsnachweis mit Zulassungsbescheinigung und Versicherungsnachweis mit angegebener Jahreskilometerleistung vorgelegt werden. Das heißt: Wer kein Auto besitzt, geht leer aus.

„Mir leuchtet das nicht ein“, zeigte sich Schmidt verärgert. Auch ein Privathaushalt senke die lokalen CO2-, Schadstoff- und Feinstaub-Emissionen und den Lärm, „wenn er anstatt mit einem Auto die Einkäufe mit einem Lasten-Pedelec macht“, gab der Umweltreferent zu bedenken. (Peter Herrmann)

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