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Volles Haus: Die Kreisräte sowie die Stadträte aus Wolfratshausen und Geretsried tagten am Mittwoch gemeinsam in der Loisachhalle. Ihr Thema: Die geplante S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried.

Kreis- und Stadträte diskutieren

DB-Projektleiter sagt, wann die S-Bahn nach Geretsried rollen wird

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Die geplante S 7-Verlängerung „geht gut voran“, meint Michael Hatzel, Projektleiter Verkehrswege bei der Deutschen Bahn. Doch der Zug zwischen Wolfratshausen und Geretsried wird später rollen, als bisher angenommen.

Wolfratshausen/Geretsried – Bedeutende Meilensteine, wichtige Weichenstellungen, bejubelte Beschlüsse, durchschlagene Knoten und häufig wiederkehrende Tage der Entscheidung: Seit Jahrzehnten steht die S-Bahn-Verlängerung von Wolfratshausen nach Geretsried auf der Tagesordnung der Politik. Einmal mehr am Mittwoch: Vertreter der Deutschen Bahn, der Obersten Baubehörde im bayerischen Innenministerium, der Münchner Ingenieurgesellschaft Lahmeyer und des Straßenbauamts Weilheim legten in der Loisachhalle ihre Karten auf den Tisch. In einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung der Kreis- sowie der Stadträte aus Wolfratshausen und Geretsried stellten sie den Planungsstand der S 7-Verlängerung vor.

Tieferlegung der Gleise im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Tieferlegung der Gleise im Bereich Sauerlacher Straße in Wolfratshausen. Konrad Daxenberger, Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft Lahmeyer, informierte detailreich über das geplante Trog-/Tunnelbauwerk. Das Projekt sei technisch anspruchsvoll, sagte Daxenberger. Nicht zuletzt, weil an einer „Engstelle“ zwischen den Gebäuden Moosbauerweg 8 und Sauerlacher Straße 32 „ein Bauwerk direkt neben den Gebäuden ins Grundwasser gestellt werden muss“. Doch die Realisierung sei kein Hexenwerk, unter solchen Gegebenheiten würde „in München häufig gebaut“. Sorgfältige Voruntersuchungen und die Errichtung sogenannter Schlitzwände würden garantieren, dass die Häuser „nicht in die Baugrube rutschen.“

Naturschutz-Auflagen verzögern Verlängerung

Am vorgesehenen Streckenverlauf habe sich nichts geändert, berichtete Daxenberger. Aber: Da mittlerweile strengere gesetzliche Auflagen – unter anderem in puncto Naturschutz – gelten, habe die bisherige Planung in Abstimmung mit dem Eisenbahn-Bundesamt neu bewertet werden müssen. So mussten beispielsweise Flora und Fauna entlang des rund 9,5 Kilometer langen Gleiswegs kartiert und neue Brandschutzkonzepte für die Bahnhöfe erstellt werden. Die Folge: Die S 7-Verlängerung verzögert sich. „Doch das ist keine verlorene Zeit, sondern wichtig, dass wir sauber arbeiten“, betonte Hatzel.

Im Dezember 2028: Frühestens dann werden sich Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner (li.) und sein Geretsrieder Amtskollege Michael Müller (re.) mit der S-Bahn besuchen können.

Doch wer – wie Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller – bislang davon ausging, dass der erste Zug in die größte Stadt im Landkreis 2027 rollen wird, wurde am Mittwoch eines Besseren belehrt. Quasi in einem Halbsatz ließ Hatzel die Kommunalpolitiker wissen, dass mit der Inbetriebnahme der neuen Gleisstrecke nicht vor „Dezember 2028“ zu rechnen sei.

Keine Aussagen zu den Baukosten

Keine Aussagen gab’s von Daxenberger und Hatzel zu den Baukosten. Bis heute wird das Gesamtwerk offiziell mit rund 167 Millionen Euro beziffert. Wohlgemerkt: Preisstand 2009. Aufgrund der zu erwartenden Kostensteigerung bis zum Spatenstich sorgt sich nicht nur der Wolfratshauser Stadtrat Josef Praller (Bürgervereinigung) um die Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU). Liegt das Ergebnis bisher im grünen Bereich, könnte eine Verschlechterung des NKU-Faktors – aufgrund einer Kostensteigerung – zum „S-Bahn-GAU führen“, pflichtete Stadtrat Dr. Hans Schmidt (Grüne) Praller bei.

Es „lohnt sich noch nicht“, über Kosten zu spekulieren, entgegnete Daxenberger. Zunächst gelte es, noch Hausaufgaben zu machen, noch „viele Themen“ abzuarbeiten. „Wir können auch noch nicht sagen, ob eine neue Nutzen-Kosten-Untersuchung erforderlich wird“, sagte Hatzel. Dagegen positionierte sich Frank Kutzner, Vertreter der Obersten Baubehörde im bayerischen Innenministerium, klar: „Aus Sicht des Freistaats kann ich sagen, dass wir nicht Millionen in die Planung investieren, wenn wir nicht davon überzeugt wären, dass die S 7-Verlängerung realisiert wird.“

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