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Melden Zweifel an den von Landrat Josef Niedermaier genannten Zahlen hinsichtlich der Kreisklinik Wolfratshausen an: Die CSU-Ortsverbandsvorsitzende Claudia Drexl-Weile (re.) und CSU-Stadtrat Günther Eibl (re.). Noch im Bild (v. li.): Alfred Fraas, Dr. Daniela McLoughlia und Susanne Thomas.

CSU Wolfratshausen meldet Zweifel an

Defizit der Kreisklinik Wolfratshausen: Nannte Landrat falsche Zahlen?

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Wie rot sind die roten Zahlen der Kreisklinik? Die Wolfratshauser CSU kommt zu einem anderen Ergebnis als Landrat Josef Niedermaier (FW).

Wolfratshausen – Der Ortsverband der CSU meldet Zweifel an den Zahlen an, die Landrat Josef Niedermaier (FW) mit Blick auf das Defizit der Kreisklinik Wolfratshausen genannt hat. Sie würden nicht mit den in den Geschäftsberichten ausgewiesenen Zahlen übereinstimmen. „Zum anderen werden Jahre, in denen die Klinik Überschuss erwirtschaftet hat, ebenfalls falsch wiedergegeben oder verschwiegen“, stellen Ortsverbandsvorsitzende Claudia Drexl-Weile und CSU-Stadtrat Günther Eibl in einer Stelllungnahme der Wolfratshauser Christsozialen fest.

Wie berichtet soll der Kreistag erst nach öffentlichen Info-Veranstaltungen Beschlüsse zur künftigen Gesundheitsversorgung im Landkreis sowie zur Zukunft der Kreisklinik fällen. Landrat Niedermaier, der einen strategischen Partner für die kommunale Klinik in der Loisachstadt suchen möchte, verlangt in diesem Kontext von der Krankenhaus-Geschäftsführung unter anderem eine aktualisierte Strategie als Alleinklinik („gegebenenfalls mit Vorüberlegungen zu punktuellen Kooperationen“) sowie eine langfristige Investitionsplanung. Denn die Kreisklinik, das hat Niedermaier mehrfach betont, sei „strukturell defizitär“. Seit 2013 betrug der Verlust, den der Landkreis als Träger der Einrichtung ausgleichen musste, laut Landrat rund zehn Millionen Euro.

Für die CSU besteht Aufklärungsbedarf

Drexl-Weile und Eibl dagegen geben zu bedenken: In den Jahren 2009 bis 2012 habe die Klinik laut Geschäftsberichten einen Überschuss von 1,77 Millionen Euro erwirtschaftet. Und: Während die Gewinn- und Verlustrechnung für 2013 eine Unterdeckung von rund 1,28 Millionen Euro ergeben habe, „nennt Landrat Niedermaier eine Unterdeckung in Höhe von 1,4 Millionen Euro“. Das ist eine Differenz von 120 000 Euro. Ähnliches, so die CSU, habe man beim Vergleich der Zahlen aus den Jahren 2018 und 2019 festgestellt. Unterm Strich stehe eine „Gesamtabweichung“ von 650 000 Euro. Eine Summe, „die der Aufklärung seitens des Landrates bedarf“.

Der vorgeschlagene Weg, die Klinikleitung zu beauftragen, selbst geeignete Maßnahmen für die Zukunft vorzuschlagen, ist richtig.“ 

Claudia Drexl-Weile und Günther Eibl, CSU Wolfratshausen

CSU-Chefin Drexl-Weile und Eibl, Vize-Bürgermeister der Flößerstadt, betonen erneut, dass die Kreisklinik in kommunaler Trägerschaft bleiben müsse. Eine Privatisierung komme nicht in Frage. Die Leitung der Kreisklinik habe gezeigt, „dass sie unter Zuhilfenahme einer geeigneten Beraterfirma selbst die notwendigen Schritte unternehmen kann, um das gewünschte Ziel einer wirtschaftlich robusten Zukunft zu gestalten“. Gemeint ist die Beraterfirma Oberender und Partner aus Bayreuth, die die Einrichtung 2017 durchleuchtete. Deren Handlungsempfehlungen folgend, bilanzieren Drexl-Weile und Eibl, sei es der Kreisklinik gelungen, das Defizit von 2,22 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2019) auf 450 000 Euro (2020) zu drücken. Fazit: „Der vorgeschlagene Weg, die Klinikleitung zu beauftragen, selbst geeignete Maßnahmen für die Zukunft vorzuschlagen, ist richtig.“ In diesem Punkt stimme man mit Niedermaier, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kreisklinik gGmbH, überein. Allerdings dürfe dies nicht unter Zeitdruck geschehen. Landrat Niedermaier war am Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (cce)

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