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Rund 50 Bürger haben sich am Samstag mit ihrer Unterschrift dafür stark gemacht, dass sich Wolfratshausen doch noch am interkommunalen Hallenbad beteiligt. Der Stadtrat hatte sich kürzlich dagegen ausgesprochen. 

Interkommunales Hallenbad in Geretsried

Breite Unterstützung für das Bürgerbegehren

Wolfratshausen - Am Samstag wurde am Wolfratshauser Marienplatz für eine Beteiligung der Stadt am interkommunalen Hallenbad in Geretsried demonstriert. Es zeigte sich: Die Initiatoren haben viel Rückhalt in der Bevölkerung. Es wurde sogar gefordert, dass einige Stadträte ihr Mandat niederlegen. 

„Kinder müssen schwimmen lernen“ und „Statt heißer Luft ein bezahlbares Bad, dann kommt der Spaß von ganz allein“: So stand es in großen Buchstaben auf den Plakaten, die die Initiatoren des Bürgerbegehrens am Samstag hochhielten. Etwa 30 Befürworter einer Wolfratshauser Beteiligung am interkommunalen Hallenbads in Geretsried hatten sich am Samstagmittag am Marienplatz versammelt, um für ihre Sache zu demonstrieren. Die kleine Kundgebung war gleichzeitig der Startschuss für das von Fried-Thorsten Jantzen, Stephanie Hanna-Necker und Ingrid Schnaller initiierte Bürgerbegehren. Das Trio will bis Ende des Monats in Wolfratshausen 1500 Unterschriften pro Hallenbad gesammelt haben.

1500 Unterschriften werden nötig sein

Jantzens Wunsch wäre, dass der Stadtrat auf dieses Signal hin sein Nein zur Betriebskostenbeteiligung am interkommunalen Schwimmbad zurücknimmt und mehrheitlich für die jährlichen 105 000 Euro stimmt. Sollten die zwölf Gegner aus den Reihen der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) und Teilen der CSU bei ihrer Ablehnung bleiben, wäre ein Bürgerentscheid die letzte Hoffnung. 20 Prozent der Bürger müssten dann an einem von der Stadt festgelegten Wahlsonntag bis Mitte Januar an die Urnen gehen und ihr Kreuz für eine Beteiligung an dem interkommunalen Projekt machen. „Viel besser wäre es, wenn der Stadtrat sich Mitte November in unserem Sinne entscheiden würde“, sagt Jantzen. Für Geretsried zähle jeder Monat, um mit der Planung fortfahren zu können, was er verstehe, so der 56-jährige Gymnasiallehrer.

105.000 Euro sind im Haushalt eigentlich nicht viel Geld

Unterstützung erhielten er und Stephanie Hanna-Necker – Ingrid Schnaller ließ sich entschuldigen – bei der Demonstration von den Stadträten Manfred Menke (SPD), Dr. Hans Schmidt (Grüne) und Günther Eibl (CSU). Schmidt mahnte, dass es gehe um die Zukunft Wolfratshausens gehe. Die BVW hat seiner Meinung nach kein Mandat der Bevölkerung, sollte sie bei ihrer Meinung bleiben. Eibl sagte, die Summe von 105 000 Euro im Jahr sei „gar nichts, wenn man sich unseren städtischen Haushalt anschaut.“ Für den Fraktionssprecher gibt es „keine Alternative zum interkommunalen Hallenbad.“

In den kommenden Tagen gehen die Befürworter von Tür zu Tür

Drei junge Männer in schwarzen T-Shirts mit dem Aufdruck JU (Junge Union), Mitglieder des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) und der Wolfratshauser Wasserwacht bekundeten ebenfalls ihre Solidarität mit den Urhebern des Bürgerbegehrens. „Rettungskräfte müssen trainieren können“, stand auf dem Schild von Josef Winklmeier, einem ehemaligen Mitglied der Wasserwacht. Er fand deutliche Worte. Niemand verstehe die Entscheidung der Stadträte, insbesondere des Sportreferenten Benedikt Brustmann (BVW) sowie der BCF-Sportfunktionäre Dr. Manfred Fleischer (CSU) und Helmut Forster (BVW). „Die sollen ihr Mandat niederlegen“, forderte Winklmeier. Er ist einer der rund 35 Mitstreiter Jantzens, die in den kommenden Tagen von Haus zu Haus gehen und Unterschriften sammeln werden.

Die Sache mit dem Spaßbad wird als "Gelaber" bezeichnet

Direkt bei der Protestaktion am Marienbrunnen unterzeichnet haben bereits Ingrid und Ralf Langnickel. „Wir brauchen eine Möglichkeit zum Schwimmen für alte Menschen, für Patienten, die vom Arzt Wassergymnastik verschrieben bekommen haben, und vor allem für die Kinder und Jugendlichen“, sagte Ingrid Langnickel. Sie betreue ehrenamtlich junge Flüchtlinge. „Wir fahren im Moment mit ihnen ins Penzberger Hallenbad, damit sie schwimmen lernen.“ Ralf Langnickel, früher Mitglied der BVW, nannte die Idee der Gruppierung, ein Spaßbad zusammen mit Geretsried zu bauen, „nur Gelaber“. 

Für den Kirchweihsonntag ist eine weitere Aktion geplant

Der evangelische Pfarrer Florian Gruber schaute vorbei und wünschte den Initiatoren Glück. Er habe am Vormittag beim Friseur schon unterschrieben, sagte er. Als sich die Stadt am frühen Nachmittag leerte, beendeten die Bad-Befürworter ihre Aktion. Rund 50 Passanten hatten sich in ihre Listen eingetragen. Zweiter Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) hat laut Jantzen bereits 200 in seinem Geschäft am Obermarkt gesammelt. Ernst Gröbmair und Dietlind Diepen vom LAW versprachen, mit einem Stand für das Begehren zu werben. Für den kommenden Kirchweihsonntag ist eine weitere Aktion geplant. Tanja Lühr

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