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Protestnote: Mit einer „Denk(-mal)zettel-Aktion“ demonstrierte der Vorstand des Historischen Vereins Wolfratshausen um Dr. Sybille Krafft (re.) für den Erhalt der Bausubstanz an der Alpenstraße.

Denkmalschutz

Denkzettel gegen Abriss

Historischer Verein schöpft neue Hoffnung im Kampf um Erhalt des Ensembles an der Alpenstraße. Eine Änderund des Denkmalschutzgesetzes macht es möglich.

Wolfratshausen – Am Dienstag trat eine Änderung des Denkmalschutzgesetzes in Kraft, über die sich auch der Historische Verein Wolfratshausen freut. Sie besagt, dass ein Ensemble-Status auch dann vorliegt, wenn kein oder nicht jeder einzelne Teil eines Ensembles ein Denkmal darstellt. Das heißt: Mit der Rechtsänderung könnten auch historische Mustersiedlungen wie die an der Alpen- und an der Schießstättstraße erhalten werden.

Grund genug für den Historischen Verein trotz Schneeregens vor Ort mit einer besonderen „Denk(-mal)zettel-Aktion“ für den Erhalt des vom Abriss bedrohten Hauses an der Alpenstraße 14 zu demonstrieren. Entlang einer gut zwölf Meter langen Schnur hängten die Vorsitzende Dr. Sybille Krafft und ihre Vorstandskollegen die aktuellen Gesetzestexte sowie historische Fotos der Siedlung auf. „Das ist ein Appell an den Hausbesitzer und den Architekten, das Gebäude zu erhalten“, unterstrich Krafft. Sie bot die Hilfe des Vereins an, „um gemeinsame Lösungswege zu finden“.

Angst vor dem Dominoeffekt

Zudem sind alle Anwohner weiterhin aufgerufen, den Historischen Verein mit Bildern und Dokumenten zur Geschichte des Ensembles zu versorgen. Während des Zweiten Weltkriegs wohnten dort Arbeiter der Geretsrieder Rüstungsbetriebe. „Wenn einmal der erste Stein fällt, kommt es zum Dominoeffekt“, prophezeite Krafft schon in der jüngsten Jahresversammlung des Historischen Vereins.

Hans Schmidt, Stadtrat der Grünen, beteiligte sich an der Aktion, ebenso der ehemalige Wolfratshauser Kulturreferent Ludwig Gollwitzer, der selbst an der Alpenstraße wohnt. Er und Schmidt bedauerten, dass das städtische Bauamt vor einigen Monaten noch keine Möglichkeit zur Rettung des Ensembles gesehen hat. Dies könnte sich mit der Gesetzesänderung schlagartig ändern.

Peter Herrmann

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