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Der Junge soll’s richten: Grüne nominieren Jakob Koch

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Von: Rudi Stallein

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Fünf Grüne bewarben sich als Direktkandidat. Jakob Koch (Mi.) machte das Rennen. Das
Fünf Grüne bewarben sich als Direktkandidat. Jakob Koch (Mi.) machte das Rennen. Das © zeigt ihn mit

Der 24-jährige Jakob Koch aus Eurasburg ist der Direktkandidat der Grünen für die anstehende Landtagswahl. Hans Urban ist kein Thema mehr.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Grünen schicken Jakob Koch bei der Landtagswahl 2023 als Direktkandidat ins Rennen. Der 24 Jahre alte Beuerberger setzte sich bei der Aufstellungsversammlung im Stimmkreis 111 (Bad Tölz-Wolfratshausen/Garmisch-Partenkirchen) am Montagabend im zweiten Wahlgang gegen den „grünen Zimmermann“ Nikolaus Hanus (47) aus Lenggries durch.

Die Nominierung von Jakob Koch bedeutet auch das baldige Ende der Landtagskarriere des Abgeordneten Hans Urban (44). Der Bio-Bauer aus Oberherrnhausen, der seit 2018 für die Grünen im Landtag sitzt und durch seine Verurteilung wegen falscher Verdächtigung und Nötigung (Stichwort: „Google-Affäre“) bundesweit für negative Schlagzeilen gesorgt hatte, hatte sich nicht erneut beworben. Er war nicht zur Wahlversammlung erschienen und wurde während der rund vierstündigen Veranstaltung auch mit keiner Silbe erwähnt.

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Somit galt das Augenmerk uneingeschränkt den fünf Interessenten, die sich wie berichtet für die Urban-Nachfolge bewarben. Den Anfang machte (gemäß Satzung, die den Vorstellungsreigen in alphabetischer Reihenfolge der Nachnamen festlegt) der Garmischer Walter Burk (61), der in seinem Schlusssatz prognostizierte: „Wir bauen das grüne Bayern 4.0.“ Damit konnte der gebürtige Rheinländer ebenso wenig punkten wie Petra Daisenberger (52), Garmischer Kreisrätin und Sprecherin des Murnauer Ortsverbands. Die Friseurin und der Unternehmensberater landeten im ersten Wahlgang weit abgeschlagen auf den Plätzen vier und fünf.

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Annette Heinloth (54), langjährige Stadträtin aus Wolfratshausen, Dritte Bürgermeisterin der Flößerstadt und seit 2020 Kreisrätin, sah sich für das Kräftemessen bei der Landtagswahl unter anderem qualifiziert durch ihre regionale Verwurzelung. „Ich kann punkten durch breites Wissen in vielen Bereichen und mag es, mich überparteilich im Einvernehmen zu bewegen.“ Das brachte Heinloth zwölf Stimmen, das heißt, Rang drei im ersten Wahlgang.

Raus aus der grünen Blase

So machten letztlich die zwei verbliebenen Kandidaten das Rennen unter sich aus. Hanus, motiviert durch seine Bürgermeisterkandidatur 2020 in Lenggries, wo er als Quereinsteiger aus dem Stand 25 Prozent der Stimmen erhielt, setzt beim Klimawandel und Stimmenfang gleichermaßen auf das Handwerk als „Gamechanger“. „Wir müssen raus aus unserer grünen Blase“, forderte Hanus, den Wählerkreis auszuweiten.

Dieser Meinung schloss sich Koch an, der nicht nur sein „absolutes Lieblingsthema ÖPNV“ mit reichlich jugendlichem Elan voranbringen will. Seine Devise „jung und dynamisch gegen alt und verbohrt“ hält der Eurasburger Gemeinderat, Kreisrat und Sprecher der Grünen Jugend seinen Skeptikern entgegen. Dass sein Alter kein Hindernis sei, habe er schon bei der Kommunalwahl 2020 bewiesen, wo er als Grüner mit den meisten Stimmen in den Gemeinderat einzog – so wie nun in den Wahlkampf um einen Platz im bayerischen Landtag.

43 der Wahlberechtigten entschieden sich für Koch, 31 gaben Hanus ihre Stimme. „So konnten wir eine wichtige Lücke füllen, die sich da aufgetan hat“, zeigte sich Versammlungsleiter Jürgen Schmid mit der weitgehend geräuschlos abgewickelten Urban-Nachfolge zufrieden.

rst

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