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Bei TV-Arbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot

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Demonstrationszug in der Stadt Wolfratshausen
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Gut 100 Teilnehmer, das schätzt die Polizei, nahmen am Freitag an einer Demonstration für mehr Klimaschutz teil. Zu dem Protest aufgerufen hatte unter anderem der Wolfratshauser Ableger der „Fridays for Future“-Bewegung.

Polizei zählte rund 100 Teilnehmer

„Der letzte Hilfeschrei“: So verlief die Klima-Demo in Wolfratshausen

Für eine konsequentere Klimapolitik gingen am Freitag rund 100 Menschen in der Stadt Wolfratshausen auf die Straße. Der Veranstalter spricht von einem „Auftakt“, weitere Aktionen sollen folgen.

  • Für mehr Klimaschutz protestierten in Wolfratshausen rund 100 Menschen.
  • Zu dem Protest aufgerufen hatte unter anderem die „Fridays for Future“-Bewegung.
  • Das von der Bundesregierung beschlossene Klimapaket sei nur ein „Klimapäckchen“.

Wolfratshausen – Irgendwo zwischen Aufbruchstimmung und tiefer Verzweiflung lässt sich die Stimmungslage der Teilnehmer des Klimastreiks in Wolfratshausen verorten. Beim ersten großen Klima-Protest in der Loisachstadt machten am Freitag trotz Dauerregens und kaltem Wind etwa 100 Demonstranten mobil für eine konsequentere Klimapolitik. Auch wenn, oder gerade weil die weltweiten Proteste der „Fridays for Future“-Bewegung noch nicht den gewünschten Effekt hatten.

„Der letzte Hilfeschrei einer Generation, die das tun will, was wir seit Jahrzehnten hätten tun müssen.“

Annika Orta, „Fridays for Future“

„,Fridays for Future‘ ist der letzte Hilfeschrei unserer Generation“, rief Annika Orta, die sich dem Wolfratshauser Ableger der weltweiten Bewegung angeschlossen hat, den Teilnehmern in der gesperrten Marktstraße zu. „Der letzte Hilfeschrei einer Generation, die das tun will, was wir seit Jahrzehnten hätten tun müssen“. Ortas Engagement ist ungebrochen, auch wenn es Rückschläge für die Bewegung hagelte: „Obwohl wir seit eineinhalb Jahren demonstrieren und auf die Straße gehen, reagiert die Politik nicht auf uns.“ Außer dem Klimapaket, das Ende 2019 von der Bundesregierung beschlossen wurde („eher ein Klimapäckchen“), sei nichts passiert.

Von derlei Rückschlägen kann Sigrid Bender, Ortsvorsitzende des Bund Naturschutz, ein Lied singen: „Seit mehr als zwölf Jahren engagiere ich mich im Naturschutz, ich weiß inzwischen, mit Niederlagen umzugehen.“ Trotzdem fühle sie sich angesichts der verhaltenen politischen Reaktionen auf die drohende Klimakatastrophe „mutlos und ratlos“. Sozusagen wie Menschen, die am Fuße eines Berges darauf warten, von einer Lawine überrollt zu werden.

Unter dem Demonstranten sind Bürger jeden Alters

Während des Protestzugs über den Altstadtring fasste Bender neuen Mut: „Ich glaube, so eine große Demonstration hat es in Wolfratshausen noch nie gegeben.“ Das zeige, „welche Brisanz das hat und wie viele Menschen das Thema bewegt“. Die Demonstranten bildeten einen Querschnitt der Gesellschaft ab, von Senioren im hohen Alter über Mittvierziger bis hin zu kleinen Kindern waren alle Altersgruppen vertreten.

„Mir ist das Thema wichtig, deshalb sind wir trotz des Wetters hier“, erklärte der Wolfratshauser Alexander Lippert im Gespräch mit unserer Zeitung. Zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern radelte er im Protestzug mit. „Ich war schon bei den großen Demonstrationen in München mit Zehntausenden Teilnehmern dabei“, sagte er. Damit sei der 100-köpfige Protestzug nicht zu vergleichen, „aber es ist doch ein tolles Zeichen, dass sich so viele Menschen auch in kleinen Städten wie Wolfratshausen zusammentun und gemeinsam ein Zeichen setzen“.

Grünen-Sprecher appelliert an „die ganze Stadtbevölkerung“

Dazu rief Dr. Hans Schmidt, Grünen-Sprecher und Umweltreferent des Stadtrats, die Besucher auf: „Wir brauchen alle, die ganze Stadtbevölkerung, um zu zeigen, dass es so nicht weiter gehen kann.“ Nur gemeinsam, „mit Familie, Freunden und Nachbarn“ komme die Protestbewegung weiter.

Solidarität zwischen den Generationen war auch für Yoshihisa Kinoshita die Motivation für den Demo-Besuch. „Ich habe Kinder und Enkelkinder, die die Auswirkungen des Klimawandels noch spüren werden“, erklärte er während des lautstarken Protestmarschs. Von der Politik erhofft er sich eine Reaktion: „Während der Corona-Pandemie wurde gezeigt, wie schnell man reagieren kann, wenn ein Problem auftaucht.“ Im Falle des Klimawandels würde hingegen schon seit Jahren gezögert. Kinoshita hofft, dass sich das ändert, „bevor der Klimwandel im vollen Ausmaß vor der Haustür steht“.

Veranstalter spricht von einem „Auftakt“

David von Westphalen setzt sich genau dafür ein. Der Initiator des Wolfratshauser Klimastreiks war bei der ersten Großdemonstration am Freitag krankheitsbedingt nur als Zaungast zugegen. Er zog ein positives Fazit: „Ich bin richtig froh, und es ist schön zu sehen, dass bei so einem Wetter so viele Leute gekommen sind. Am meisten hat mich gefreut, dass wirklich alle Generationen vertreten waren.“ Von Westphalen sieht die Aktion als einen Auftakt. Die „WOR for Future“-Demonstration war Teil des weltweiten Klimaaktionstags. Zeitgleich fanden in über 450 deutschen Städten Protestmärsche statt.

Dominik Stallein

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