Ingrid und Peter Schöbel in Wolfratshausen
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Engagiert für die Wolfratshauser Senioren: Ingrid und Peter Schöbel.

Nachbarschaftshilfe existiert seit 30 Jahren

Der Seniorentreff hilft Wolfratshausern gegen Einsamkeit

Elf Ressorts zählt der Nachbarschaftshilfeverein Bürger für Bürger in Wolfratshausen. Vor 30 Jahren wurde er gegründet, unsere Zeitung stellt den Verein in loser Folge vor. Heute den Seniorentreff.

  • Seit 30 Jahren engagieren sich Freiwillige im Nachbarschaftshilfeverein Bürger für Bürger in Wolfratshausen.
  • In loser Reihenfolge stellt unsere Zeitung die Ressorts des Vereins vor.
  • Heute: Dank Ingrid und Peter Schöbel müssen Senioren nicht unter Einsamkeit leiden.

Wolfratshausen – Bewegung, Handwerksangebote oder einfach ein netter Ratsch bei Kaffee und Kuchen: Das Angebot des Seniorentreffs des Nachbarschaftshilfevereins Bürger für Bürger ist vielfältig. Es erfüllt für viele Senioren eine wichtige Funktion: Dank des Engagements von Peter und Ingrid Schöbel muss niemand einsam bleiben.

Leider handelt es sich um ein weitverbreitetes Problem: Wenn Ehepartner sterben, Freunde ins Alter kommen und die Kinder womöglich berufsbedingt weit entfernt wohnen, fehlen vielen Senioren soziale Kontakte und gesellschaftliche Aktivitäten. „Genau dann sollen unsere Angebote helfen“, erklärt Eva-Maria Rühling, Vize-Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe. Besonders eindrücklich war für sie ein Besuch bei einer älteren Dame. „Sie sind seit vier Wochen die erste Person, mit der ich spreche“, habe die Frau ihr gesagt. Rühling stellte einen Kontakt zum Seniorentreff her.

Peter Schöbel leitet seit 25 Jahren den Seniorentreff

So eine Vermittlung ist ein Optimalfall. In der Regel ist es nicht leicht, dass die Unterstützung auch bei den Menschen ankommt, die sie tatsächlich brauchen. „Es ist gerade bei den Senioren schwer, die einsam sind und nur wenige oder gar keine sozialen Kontakte haben“, sagt Rühling. „Genau die sind es aber, die besonders von den gesellschaftlichen Angeboten profitieren würden.“ Die meisten der neuen Besucher „werden von anderen Senioren mitgenommen, die bereits unsere Treffen besuchen“, erklärt Peter Schöbel, der den Seniorentreff seit über 25 Jahren leitet.

Die Auswahl, die sich den Senioren im Verein bietet, ist üppig: Neben geselligen Nachmittagen und gemeinsamen Mittagessen können sich ältere Menschen sportlich betätigen – sowohl im Sitzen, als auch mit Musik oder in größerer Runde in der Turnhalle. Es gibt Literaturkreise, Singkreise und Gesprächsrunden. Sportlich geht’s beim Kegeln zu, bei Musiknachmittagen wird gesungen und musiziert. Wer geistig fit bleiben möchte, spielt in Schachgruppen mit, filigrane Finger üben sich im Handarbeitskreis.

240 Veranstaltungen jedes Jahr, 50 Ehrenamtliche sind aktiv

„Es ist unglaublich, wie viele Angebote Herr und Frau Schöbel zusammengestellt haben“, sagt Rühling. 240 Veranstaltungen finden jedes Jahr statt, 50 Ehrenamtliche beteiligen sich bei der Planung und den Treffen. Wie viele Stunden das Ehepaar pro Jahr in die Betreuung von Senioren und die Vorbereitung von Aktivitäten steckt, können Ingrid und Peter Schöbel nicht mehr zählen.

Gerade während der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, wie wertvoll diese geselligen Treffen für ältere Männer und Frauen sind: „Viele Menschen haben uns sehr vermisst und tun das immer noch. Ich muss viele Nachfragen beantworten, wann es endlich weiter gehen kann.“ Für Menschen, die im Alter alleine leben, brechen Gesprächspartner und soziale Erlebnisse seit Monaten fast gänzlich weg. „Damit umzugehen fällt vielen sehr schwer“, sagt Schöbel. „Es zeigt, welchen großen Stellenwert der Seniorentreff für die Menschen einnimmt“, findet Rühling.

Diese Wertschätzung von den Besuchern ist einer der Hauptgründe, warum das Ehepaar Schöbel auch nach 25 Jahren noch immer viel Zeit in die ehrenamtliche Arbeit investiert. Und das, obwohl beide bereits selbst im Rentenalter sind. „Wir suchen händeringend nach Menschen, die im Seniorentreff helfen und die vielen Angebote weiterführen können, wenn sich Ingrid und Peter Schöbel zurückziehen möchten“, sagt Rühling. Dass das nicht leicht wird, ist ihr bewusst. „Aber wir wollen es unbedingt schaffen, dieses Ressort weiter zu führen, weil es für die Menschen ein wahnsinnig wichtiges Angebot ist.“

Die Angebote des Seniorentreffs finden sich auf der Internetseite www.bfb-wor.de/unser-angebot/seniorentreff. Weitere Informationen bei Peter Schöbel unter Ruf 0 81 71 /1 81 68.

Dominik Stallein

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