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Gut beschirmt bei der Weihe: Bürgermeister und Vize-Bürgermeister, zahlreiche Stadträte sowie Spitzenvertreter von Werbekreis, dem Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW), der Unternehmervereinigung Wirtschaftsraum Wolfratshausen (UWW) und Flößer Josef Seitner ließen sich von den sintflutartigen Regenfällen nicht abschrecken. 

Weihe bei unwirtlichem Wetter

Diakon Horak segnet neue Flößer-Skulptur in Wolfratshausen

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„Dass man zum Floßfahren Wasser braucht, ist ja klar – aber doch nicht gleich so viel“, sagte Hermann Paetzmann, Mitglied des Vereins Flößerstraße, mit erbostem Blick zum Himmel. Bei sintflutartigen Regenfällen hat Diakon Christian Horak am Mittwoch die neuen Flößer-Skulpturen im Wolfratshauser Gewerbegebiet und in Weidach geweiht.

Wolfratshausen – Anlässlich des Deutschen Flößertags, der im Mai in Wolfratshausen stattfand, hatte die Stadt zwei Ortseingänge im Zeichen der Flößerei gestalten lassen. Auf dem Kreisel im Gewerbegebiet thront eine vom Memminger Künstler Jürgen Batscheider geschaffene Flößer-Skulptur – auf dem Areal des kürzlich wiedereröffneten Gasthauses Grüner Baum in Weidach eine Holzfigur. Die hat der Grainauer Sebastian Buchwieser mit einer Motorsäge aus einem Stamm Lärchenholz herausgearbeitet.

Rede ins Trockene verlegt

Gut beschirmt erschienen beim Ortstermin im Gewerbegebiet Diakon Christian Horak, Bürgermeister Klaus Heilinglechner, die städtische Tourismusmanagerin Gisela Gleißl, Kulturmanagerin Marion Klement, zahlreiche Stadträte sowie Werbekreischefin Ingrid Schnaller und der Vorsitzende der Unternehmervereinigung Wirtschaftsraum Wolfratshausen (UWW), Christian von Stülpnagel. 

„Es hat bestimmt niemand etwas dagegen, wenn ich meine Rede später im Trockenen im Gasthaus Grüner Baum halte“, sagte Rathauschef Heilinglechner angesichts des unwirtlichen Wetters. Nein, Widerspruch regte sich nicht und so rückten die geladenen Gäste nach der Segnung der Flößer-Skulptur beziehungsweise der -figur in Weidach an den Wirtshaustischen bei Weißwurst und Brezn zusammen.

15 Künstler hatten Entwürfe eingereicht

Heilinglechner erinnerte an die Entstehung der Skulptur im Gewerbegebiet: 15 Künstler hatten nach einem Wettbewerbsaufruf des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) und der Flößerstadt ihre Entwürfe eingereicht. Die Jury entschied sich im September vergangenen Jahres schließlich für das Modell des Memmingers Batscheider

„Über Kunst lässt sich immer trefflich streiten“, sagte Heilinglechner am Mittwoch. Doch die fast ausnahmslos positiven Reaktionen würden ihm zeigen, dass die Jury die richtige Wahl getroffen habe. 25 000 Euro hat das Flößerdenkmal auf dem Kreisel die Stadt gekostet.

Kein Stress für Sieger Batscheider

Wettbewerbssieger Batscheider ist kein Unbekannter: Fast zur selben Zeit, als den Bildhauer die gute Nachricht aus Wolfratshausen erreichte, meldete sich die Lufthansa bei ihm. Der 54-Jährige hatte sich in einem internationalen Wettbewerb gegen rund 40 Mitbewerber durchgesetzt. Seine aus fast 150 Einzelteilen bestehende „Sonnenkugel“ wird an die Opfer des Absturzes der Germanwings-Maschine am 24. März 2015 in den südfranzösischen Alpen erinnern. Sobald das Wetter es zulässt, wird die „Sonnenkugel“ mit einem Hubschrauber auf rund 1500 Meter Höhe geflogen und dort installiert. „Nein“, sagte Batscheider am Mittwoch, Stress hätten ihm die zwei Parallelaufträge nicht beschert. Das liege daran, „dass ich mit sehr guten Leuten zusammenarbeite“, auf die er sich blind verlassen könne.

Figur beim Deutschen Flößertag geschaffen

Sebastian Buchwieser schuf die Flößerfigur, die vorm Gasthaus Grüner Baum zu bewundern ist, nicht in seiner Werkstatt in Grainau, sondern beim Deutschen Flößertag vor der Loisachhalle unter den Augen zahlreicher Zaungäste. „So habe ich auch von dem einen oder anderen Problem gehört, das die Stadt angeblich hat“, berichtete er mit einem Lächeln. „Ja, Herr Buchwieser war an den zwei Tagen quasi unser Ansprechpartner für die Bürger“, bestätigte der Rathauschef mit einem Augenzwinkern.

 Erst im Nachhinein sei ihm eingefallen, dass er den Lärchenstamm, der in Biberwier geschlagen wurde (dort entspringt die Loisach), bis nach Wolfratshausen hätte flößen können, um ihn dann dort zu bearbeiten. „Aber ich hab’ ihn mit meinem Anhänger hergefahren“, berichtete der Holzschnitzer und Bergführer lakonisch.

Sein Werk haben der Werbekreis, die LAW, der Verein Flößerstraße, die UWW sowie die zwei Flößer Franz und Josef Seitner finanziert. Dazu kamen Mittel aus dem sogenannten Innenstadtfonds der Kommune.

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