Ein Hochzeitspaar.
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Fanden in schwierigen Zeiten zueinander: Daniela und Dieter Eder vor dem Wolfratshauser Standesamt.

Daniela und Dieter Eder haben geheiratet

Die Liebe zweier Wolfratshauser ist stärker als der Lockdown

Kennen gelernt haben sich Daniela und Dieter Eder in Wolfratshausen während des ersten Lockdowns. Jetzt, mitten im zweiten Lockdown, haben sich die zwei das Ja-Wort gegeben.

Wolfratshausen – Der erste Lockdown im März hat so manche Beziehung auf eine harte Probe gestellt. Das ständige Aufeinandersitzen zerrte an den Nerven. Ganz anders Daniela und Dieter Eder: Sie haben sich während der Ausgangsbeschränkungen kennen und lieben gelernt und jetzt geheiratet – mitten im zweiten Lockdown.

„Als wir uns das erste Mal sahen, waren wir beide noch liiert“, verrät Daniela Eder, geborene David. Vor etwas mehr als drei Jahren übernahm die 39-Jährige den Kiosk am Wolfratshauser S-Bahnhof. Dank ihrer offenen und herzlichen Art entwickelte sich der Laden mit seinem kleinen vorgelagerten Garten zu einem beliebten Treffpunkt für Taxi- und Busfahrer. Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie feierten manche Gäste dort sogar bei Bier und Brotzeit ihren Geburtstag. Dieter Eder, der 2017 aus dem Landkreis Freising nach Wolfratshausen zog, gefiel das Ambiente und er freundete sich mit Daniela an. „Als es mir in meiner vorherigen Beziehung einmal schlecht ging“, so erzählt Daniela, „hat er mir ohne Hintergedanken die Schlüssel zum separaten Eingang eines Gästezimmers in seinem Reihenhaus gegeben.“

Hochzeitsfeier in engstem Kreis

Anfang Mai passierte es. Trotz des respektablen Altersunterschiedes von 23 Jahren verliebten sich Daniela und Dieter Eder ineinander und beendeten ihre vorherigen Beziehungen. „Ihre Lebensfreude und Spontaneität haben mich von Anfang begeistert“, sagt der Logistikleiter eines Pharmaunternehmens, der von seinen Freunden eher als ruhig und zurückhaltend beschrieben wird.

Nach dem Ende des ersten Lockdowns unternahm das Paar einige Wochenendausflüge nach Südtirol. Dort fand auch die Verlobung statt. Die Hochzeit folgte am 14. Dezember. Aufgrund der strengen Kontaktbeschränkungen konnte die „Feier“ nur mit Eders 93-jähriger Mutter, einem Trauzeugen und einem Koch stattfinden.

Daniela Eder hofft nun darauf, dass neben ihrem privaten Glück auch ihr Bahnhofskiosk bald wieder floriert. Denn seit dem 2. November dürfen ihre Gäste, die sie liebevoll ihre „Kioskpatientenfamilie“ nennt, dort keine alkoholischen Getränke mehr konsumieren. „Das ist schade, denn vom Zeitungs- und Tabakverkauf kann der Kiosk wirtschaftlich nicht überleben“, gesteht Eder. Kunden, die ihr Bier unvorsichtigerweise vor dem Kiosk getrunken hatten, hatte die Polizei bereits Geldbußen in Höhe von bis zu 500 Euro angedroht. (ph)

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