Stadtbild Wolfratshausen
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Die historische Altstadt von Wolfratshausen soll (noch) attraktiver werden. In der nächsten Stadtratssitzung werden der Öffentlichkeit erste Vorentwürfe präsentiert.

Präsentation in der Stadtratssitzung

Die neue Wolfratshauser Altstadt: Bürger dürfen Blick in die Zukunft werfen

  • Carl-Christian Eick
    VonCarl-Christian Eick
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Die historische Altstadt von Wolfratshausen soll aufgewertet werden. Jetzt werden den Bürger die ersten Vorentwürfe präsentiert.

Wolfratshausen – Nun geht’s doch schneller als erwartet: Das Münchner Büro Mahl-Gebhard-Konzepte (mgk) wird die Vorentwürfe zur geplanten Aufwertung der Altstadt nicht erst nach der politischen Sommerpause präsentieren. „Die Vorstellung der Vorentwürfe zur Umgestaltung der Marktstraße werden bereits in der kommenden Stadtratssitzung am 13. Juli den Mitgliedern des Stadtrats und somit auch der Öffentlichkeit präsentiert“, teilte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) unserer Zeitung mit. Details zu den Entwürfen gibt er im Vorfeld der Sitzung, die um 18 Uhr in der Loisachhalle beginnt, nicht preis.

Das Vorhaben, die historische Altstadt zwischen Musikschule und Johannisgasse/Am Bach noch attraktiver zu gestalten, begann im Herbst 2018 mit einem Bürgerbeteiligungsprozess. Begleitet wird die Kommune von mgk. Nach eigenen Angaben deckt das Münchner Planungsbüro „das gesamte Spektrum der Bereiche Landschaftsarchitektur, Stadt- und Landschaftsplanung ab“.

Altstadt-Aufwertung: Bürger machten zahlreiche Vorschläge

Aus den Reihen der Bürger kamen zahlreiche Vorschläge, wie sich die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt erhöhen könnte. Dazu zählen unter anderem die Verschwenkung der Marktstraße und die Versetzung des Marienbrunnens, um auf dem Marienplatz vor der Stadtpfarrkirche mehr Fläche für Veranstaltungen zu schaffen, sowie die Verbannung der Parkplätze aus dem Altstadtkern.

Die Ideen lösten allerdings auch Kritik aus. So lehnen die Stadträte der Wolfratshauser Liste einen in ihren Augen „überzogenen und teuren Ausbau“ der Innenstadt ab. Insbesondere der Vorschlag, die Bundesstraße 11 auf das Niveau des Gehwegs anzuheben, um so eine ebene Fläche zu schaffen, kommt für Fraktionssprecher Helmut Forster auf keinen Fall in Frage. Er fürchtet, dass bei Starkregen-Ereignissen das Regenwasser über die ebene Fläche ungehindert in die Hauseingänge und Geschäfte fließt. Bürgermeister Heilinglechner indes hatte vor wenigen Tagen in einem Gespräch mit unserer Zeitung bekräftigt, dass er an der Anhebung der Marktstraße festhalte.

Bis dato kein Wort zu den Kosten

Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, die den Zeitplan des Prestige-Projekts gehörig durcheinandergewirbelt hat, war es Tenor im Stadtrat, nicht zu viele Bälle in der Luft halten zu wollen. Das heißt: Die Aufwertung der Altstadt soll konkret erst beginnen, wenn das neue Geschäfts- und Wohnhaus am Untermarkt 7-11 (ehemals Isar-Kaufhaus) steht und die Sanierung beziehungsweise Erweiterung des städtischen Gebäudes am Untermarkt 10 (Museum Wolfratshausen, Tourist-Info) abgeschlossen sind.

Eine Kostenschätzung hinsichtlich der Altstadt-Aufwertung gibt es bis dato nicht. Für die Vorentwürfe des Planungsbüros gibt die Kommune rund 100 000 Euro aus. Rathauschef Heilinglechner hatte unter dem Eindruck der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für die Stadt Ende vergangenen Jahres erklärt: „Es ist klares Ziel, dass wir in der Sache weiterkommen.“ Er gab aber zu bedenken, dass es am Ende „von der finanziellen Lage abhängt, welche Maßnahmen wir umsetzen können“. (cce)

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