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Geldübergabe: Das RAAM-Team (v. li. Nicole Bretting, Heike Priess und Mona Dietl) überreicht Andreas Mörl (Muskeln für Muskeln) 450 Euro.

Erstes Training für guten Zweck

Dietramszellerin fährt Race Across America

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Zwei Fliegen mit einer Klappe schlugen Radsportlerin Heike Priess und ihre drei Kolleginnen. Die erste Trainingseinheit für das Race Across America (RAAM) kombinierten sie mit einer Benefizaktion.

Wolfratshausen – Heike Priess, Nicole Bretting, Mona Dietl und Christine Waitz fliegen Anfang Juni in der Absicht nach Übersee, den Streckenrekord für Frauenteams beim Race Across America (RAAM) zu knacken. Ihre allererste Trainingseinheit kombinierten drei der bayerischen Mädels jetzt mit einer Benefizaktion: Sie strampelten gemeinsam mit Gleichgesinnten von 14 bis 14 Uhr in einem Wolfratshauser Fitnessstudio zu aufputschender Musik auf Ergometern. Der Erlös des 24-Stunden-Spinnings von 450 Euro – jeder Mitradler zahlte pro individuelle Zeiteinheit einen bestimmten Betrag – geht an die Aktion „Muskeln für Muskeln“. Mit ihr unterstützen zahlreiche Athleten die Forschung gegen die Krankheit Spinale Muskelatrophie. Priess ist wie Rad-Paralympics-Champion Wolfgang Sacher und Giro d’Italia-Siegerin Claudia Lichtenberg „seit Jahren“ Botschafterin dieser Aktion.

Ein ordentliches Sümmchen für den guten Zweck

Gut gelaunt, wenn auch etwas müde, erklärte die Dietramszellerin nach rund 21 Stunden im Sattel und am DJ-Pult den weiteren Zeitplan bis zum Start des RAAM am 17. Juni von einem Pier im kalifornischen Küstenort Oceanside. Zuvor schimpfte sie mit einem Augenzwinkern die lokalen Ausdauersport-Größen. Von denen hatte sich keine blicken lassen, um Priess und ihre Kolleginnen während der harten Nachtschicht zu begleiten. „Da war es sehr ruhig, das war ein bisschen schade.“ Auch dass kein Sponsor sich hatte finden lassen, bedauerte die 39-Jährige. Immerhin traten aber im Laufe des Samstags und am Sonntagvormittag so viele Leute in die Pedale, dass am Ende ein ordentliches Sümmchen für den guten Zweck heraussprang. In den kommenden Wochen werden sich die vier Teamkolleginnen weitgehend getrennt voneinander auf den härtesten Radmarathon der Welt vorbereiten. Priess selbst arbeitet und trainiert zunächst auf Lanzarote, dann in Istrien. Auf der kroatischen Halbinsel stößt sie auch auf Dietl und Bretting. Christine Waitz bereitet sich währenddessen auf Mallorca vor. „Im Mai“, so die Ex-Triathletin, „treffen wir uns alle zur gemeinsamen Rennsimulation.“

4800 Kilometer durch zwölf Bundesstaaten

Und das ist gut so: Enorme Anstrengungen erwarten die vier Sportlerinnen in den USA. Bis zum Ziel in Annapolis/Maryland an der Ostküste durchqueren die Athleten zwölf Bundesstaaten, klettern über die Rocky Mountains und die Appalachen, durchfahren Wüsten und windige Ebenen. Begleitet von einem zwölfköpfigen Logistik-Team nehmen sie rund 4800 Kilometer und gut 50 000 Höhenmeter unter ihre Pneus. Das alles ohne Pausen und bei Temperaturunterschieden bis zu 40 Grad. Der Rekord liege für Frauen-Viererteams bei sechs Tagen und elf Stunden, sagt Priess, „Wir versuchen, in sechs Tagen und zehn Stunden zu finishen, was ungefähr einen Schnitt von 31 Kilometern in der Stunde bedeutet.“

Und warum die Plackerei? Die offizielle Antwort des Quartetts: „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass Frauen zu außergewöhnlichen Spitzenleistungen in der Lage sind.“ Und die inoffizielle? Heike Priess räumt lachend ein, dass dieses teure Abenteuer „eigentlich ein bisschen Ballaballa“ ist. Trotz eines kanadischen Sponsors müssen die Vier mehrere tausend Euro selbst hinblättern. Aber, so die Dietramszellerin: „Als richtiger Radsportler musst du das Rennen einmal gefahren sein, um mitreden zu können.“

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