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Trügerisch und noch nicht tragfähig: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Ortsverband Schäftlarn-Wolfratshausen, warnt vor dem Betreten von Eisflächen in der freien Natur. Das Foto zeigt die aktuelle Situation vor der Wasserrettungsstation in St. Heinrich (Gemeinde Münsing) am Starnberger See.

Im Ernstfall bleiben nur Minuten

DLRG: Warnung vor trügerischen Eisflächen

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Wolfratshausen – Wenn sich bei Minusgraden Seen und Weiher zufrieren, ist Vorsicht geboten. Die Eisflächen sind trügerisch. Die DLRG weiß, was bei einem Einbruch ins Eis zu tun ist.

Der sicherste Ort für Schlittschuhläufer? Ein Eisstadion – möchte man meinen. Diese Antwort ist seit Sonntagabend überholt. Da bremste ein Loch im Eis des Heinz-Schneider-Stadions die Eishockeyteams aus Geretsried und Landsberg aus (wir berichteten). Der Referee musste das Bayernliga-Match abbrechen. Kleiner Scherz. Weitaus gefährlicher sind natürlich die Eisflächen, die sich aktuell auf den Gewässern im Landkreis bilden. Davor warnen die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und die Wasserwacht. Die Eisflächen seien trügerisch und noch nicht tragfähig.

Grundsätzlich empfiehlt die DLRG, „Eisflächen auf Gewässern überhaupt nicht zu betreten“. Wer aufs Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen auf dem Weiher dennoch nicht verzichten möchte, sollte erst „viele Tage mit starkem Nachtfrost abwarten“. Auf Seen sollte das Eis mindestens 15 Zentimeter stark sein. Und selbst dann lauern Gefahren: Über fließendem Wasser wächst die Eisschicht langsamer als auf stehendem. Besondere Gefahr besteht „an Zu- und Abflüssen, an Quellen im See, die Strömungen verursachen, und an bewachsenen Uferstellen“, so die DLRG-Experten. Eine Schneeschicht verhindert zusätzlich das Anwachsen der Eisschicht. Knackt und knistert es beim Betreten des Eises, ist das „ein letzter Hinweis dafür, dass die Tragkraft nicht ausreicht“.

Wer einbricht und keine Helfer in der Nähe weiß, muss schnell handeln: Eiskaltes Wasser verursacht schneidende Schmerzen, lähmt rasch die Muskeln und lässt den Körper ruckzuck auskühlen. Ergo bleiben einem nur wenige Minuten, um sich selbst zu retten. Wichtig ist, Panik zu vermeiden. Eingebrochene sollten laut um Hilfe rufen, die Arme über der Eisoberfläche vor sich ausbreiten und versuchen, ohne Hektik sich Stück für Stück flach aufs Eis zu schieben und ans Ufer zu kriechen. Anschließend ist ein Besuch beim Arzt oder im Krankenhaus Pflicht.

Notruf absetzen und Eis räumen

Wer beobachtet hat, dass jemand eingebrochen ist, sollte Passanten herbeirufen. Wichtig sei zudem, sofort den Notruf 112 abzusetzen, so die DLRG. Alle weiteren Personen sollten sofort das Eis räumen – am besten flach auf dem Bauch kriechend. Die Retter betreten – wenn möglich – nicht selbst das Eis, sondern reichen dem Verunglückten vom Ufer aus Rettungsmittel wie Ast, Leiter, Seil, Schal oder Ähnliches, niemals aber den Arm. Wer das tue, kann vom Verunglückten ins Wasser gezogen werden, warnen die Lebensretter.

Ist eine Bergung vom Ufer aus nicht möglich, muss sich der Helfer von anderen Personen sichern lassen – beispielsweise mit einem Abschleppseil – und sich robbend der Einbruchsstelle nähern. Gegenstände wie Skier, Schlitten oder ein Brett helfen, den Druck großflächiger aufs Eis zu verteilen.

Wichtig: Gerettete Personen müssen vor weiterer Auskühlung geschützt, dürfen aber nicht aufwärmt werden. Denn dann besteht die Gefahr eines Herz- und Kreislaufversagens. Der Körper sollte flach gelagert und nicht unnötig bewegt werden. Setzen Atmung oder die Herzfunktion aus, kann eine Herz-Lungen-Wiederbelebung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes lebensrettend sein.

Glücklicherweise kein tödlicher Fall im Nordlandkreis

Peter Knoblich, seit 15 Jahren bei der Wolfratshauser Wasserwacht und deren Vize, kann sich „glücklicherweise“ an keinen Fall im Nordlandkreis erinnern, der tödlich ausging, wohl aber an einige brenzlige Situationen. Vor einigen Jahren sei eine Dame beim Versuch, ihren im Starnberger See vor Seeshaupt eingebrochenen Hund zu retten, selbst durchs Eis gekracht. Arbeit für die herbeigerufene Schnelleinsatzgruppe: „Sie hat die Frau aus dem eiskalten Wasser geholt“, erinnert sich der 48-Jährige. Und der Vierbeiner? „Der konnte sich selbst befreien.“ Auch Andreas Dietz, Technischer Leiter der Wasserwacht-Bayern, größte Gemeinschaft des Bayerischen Roten Kreuzes, warnt derzeit „eindringlich davor, die Eisflächen zu betreten“. Ein Besuch in der Eishalle zum Schlittschuhlaufen sei definitiv sicherer.

peb

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