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Prominenter Standort: Auf dem Hatzplatz, nur wenige Meter von der historischen Altstadt entfernt, soll ein Parkdeck für maximal 150 Pkw gebaut werden. 

Entscheidung im Oktober

Drei Interessenten für Parkdeck-Bau am Wolfratshauser Hatzplatz

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Der Bau eines Parkdecks auf dem Hatzplatz nimmt konkrete Formen an. Rathauschef Klaus Heilinglechner liegen Angebote von drei potenziellen Investoren vor. Eine Entscheidung werden die Stadträte im Oktober fällen.

Wolfratshausen – In einer Sondersitzung beschloss der Stadtrat im Januar wie berichtet „Sofortmaßnahmen zur Parkierung in Wolfratshausen“. Als potenziellen Standort für ein Parkdeck fassten die Kommunalpolitiker auch den Hatzplatz ins Auge. Vor der Sommerpause machten die Bürgervertreter Nägel mit Köpfen: Höchstens 150 Pkw-Stellflächen dürfen auf dem Hatzplatz entstehen. Der Bebauungsplan sieht für das Parkhaus maximal drei Vollgeschosse zuzüglich Dachgeschoss vor. Die Wandhöhe darf auf der Westseite 9,50 Meter und auf der Ostseite 8,50 Meter nicht überschreiten.

Pächter-Suche war erfolgreich

Bevor die Kommune das Projekt im August öffentlich ausschrieb, hatte der Stadtrat die Vorgaben für den gesuchten Investor am 11. Juli in einer nicht-öffentlichen Sitzung konkretisiert: Das Parkdeck, das der Investor bauen und betreiben muss, muss sich ins Stadtbild einfügen. Die Kommune hat ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der Außenfassade. Der Erbpachtzins soll mindestens 10 000 Euro pro Jahr betragen. Die Pachtzeit endet nach 33 Jahren – „es gibt aber die Option auf weitere 33 Jahre“, berichtet Bürgermeister Klaus Heilinglechner auf Nachfrage unserer Zeitung. Sollte der Investor keinen Gebrauch von der möglichen Verlängerung des Erbpachtvertrages machen, „fällt das Parkdeck an die Stadt“.

Die Suche nach einem potenziellen Pächter für die zwei Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 1900 Quadratmetern am Loisachufer war laut Rathauschef erfolgreich. Ihm liegen drei konkrete Angebote vor. Eines stammt von der Parkhaus Hatzplatz GmbH. Die führenden Köpfe dieser Projektgesellschaft sind der Grünwalder Unternehmer Rainer Scherbaum und Rechtsanwalt Dr. Harald Mosler. Die beiden sind wie berichtet zugleich Geschäftsführer der Untermarkt 7-11 GmbH. Diese Gesellschaft will das ehemalige Isar-Kaufhaus in der Altstadt abreißen und durch ein neues Geschäfts- und Wohnhaus ersetzen. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren für das Vorhaben. Noch nicht entschieden hat das Münchner Verwaltungsgericht über die Klagen von Nachbarn gegen den positiven Vorbescheid des Landratsamtes in Bad Tölz.

Wer sind die Investoren?

Wer sind die anderen zwei potenziellen Parkdeck-Investoren? Eine Antwort auf diese Frage gibt der Bürgermeister nicht. Eine Entscheidung, ob einer der drei Interessenten den Zuschlag erhält, fällt bereits im kommenden Monat, kündigt der Rathauschef an. Entweder in der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag, 11. Oktober, oder eine Woche später in der Stadtratssitzung. „Das werde ich noch mit den Fraktionssprechern abstimmen“, sagt Heilinglechner.

Der Bau eines Parkdecks auf dem Hatzplatz ist im Stadtrat nicht unumstritten. Renate Tilke (CSU) fürchtet eine „gestalterische Verschandelung“ des Platzes, der in ihren Augen „ein Filetgrundstück“ ist. Ihr Parteifreund Richard Kugler dagegen will die Behebung der Parkplatznot nicht noch einmal auf die lange Bank schieben. Derselben Meinung sind Bürgermeister Heilinglechner und sein Stellvertreter Fritz Schnaller (SPD). Annette Heinloth von den Grünen hat erklärt, dass sie auf keinen Fall „auf sechs Ebenen“ Autos sehen will. Die Vertreter der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) wiederum hätten es gerne gesehen, wenn das neue Parkdeck Platz für mehr als 150 Autos bieten würde.

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