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An einem kleinen Hundehäufchen entzündete sich ein großer Streit zwischen zwei Frauen.

Amtsgericht

Drohgebärden beim Gassigehen

Wolfratshausen - Eine Hundehalterin ist vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt worden. Sie hatte sich bei einem Streit um die Hinterlassenschaften ihres Hundes schwer im Ton vergriffen. 

Manche Hinterlassenschaften sorgen für Unmut. Anfang Juli gerieten zwei Frauen am Kanal in Farchet so heftig aneinander, dass sie sich nun vor dem Strafrichter wiedersahen. Eine 46 Jahre alte Hundehalterin musste sich wegen Bedrohung verantworten. Die Wolfratshauserin soll eine Radfahrerin mit Sätzen wie „Ich bring‘ Dich um“ und „Ich schlag‘ Dich tot“ in Angst und Schrecken versetzt haben. Und das nur, weil sie nach Auffassung der Radlerin das Geschäft ihrer Hündin nicht ordnungsgemäß entsorgt hatte.

Ein Passant musste den Streit zwischen den Damen schlichten

Die Beschuldigte wies die Vorwürfe zunächst von sich und schilderte ausführlich, wie sich die unerfreuliche Begegnung ihrer Erinnerung nach zugetragen hatte. Sie habe kein Häufchen „wegmachen können, weil nur Wasser kam“, berichtete die 46-Jährige. Deshalb habe sie die schimpfende ältere Dame nach einigem Hin und Her einfach stehen lassen. Plötzlich sei die jedoch „mit großem Tempo“ auf sie und ihren Zweibeiner zugeradelt. „Ich musste meinen Hund wegziehen, sonst hätte sie ihn überfahren“, so die Angeklagte, die die Radlerin als „ziemlich militant“ charakterisierte. Im Verlauf des Streits, der durch Vergleiche mit „Hundemördern, die hier Köder auslegen“, angeheizt worden sei, habe sie der Radfahrerin mit einem Finger auf die Brust getippt und gesagt: „Von solchen Leuten habe ich die Schnauze voll.“

Die Angeklagte ringt sich eine Entschuldigung ab

Das konnte der Rentner (73), der die streitenden Frauen getrennt hatte, bestätigen. Allerdings habe er auch die in der Anklageschrift niedergelegten Bedrohungen gehört. „Die hätte ich aber nicht ernst genommen“, relativierte der Rentner. Als er gesehen habe, „dass das körperlich werden könnte“, sei er dazwischen gegangen. Er beurteilte den Vorfall unterm Strich als harmlos. Ähnlich sah es Amtsrichter Helmut Berger. Er regte an, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage einzustellen. Der Verteidiger der 46-Jährigen Hundehalterin nahm das Angebot gerne an. Er musste jedoch einiges an Überzeugungskraft aufbringen, bevor seine Mandantin die Radfahrerin um Verzeihung bat: „Ich möchte mich für die Wortwahl und meinen aggressiven Ton entschuldigen“, presste die Wolfratshauserin schließlich heraus – bevor sie sich mit einer Spende von 1000 Euro an den Tierschutzverein einverstanden erklärte. Rudi Stallein

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