+
Feierabend: Die Außenstelle der Dürr AG in Wolfratshausen wird geschlossen. 56 Mitarbeiter sind von der Entscheidung betroffen. Foto: Sabine Hermsdorf-Hiss

Folgenschwere Entscheidung

Dürr AG in Wolfratshausen schließt 2018

Lange hielt es die Firma nicht in der Loisachstadt. Im Jahr 2015 bezog die Dürr AG ihren Standort am Hans-Urmiller-Ring. Nun ist klar: Im kommenden Jahr schließt der Maschinen- und Anlagenbauer seine Pforten im Gewerbegebiet wieder.

Wolfratshausen –  Die Außenstelle mit 56 Mitarbeitern wird nach Bietigheim-Bissingen, etwa 20 Kilometer nördlich von Stuttgart, verlagert. Dort ist der Hauptsitz des börsennotierten Unternehmens.

Als Grund für die Aufgabe des Standorts in Wolfratshausen gibt Firmensprecher Günter Dielmann Produktionsabläufe an. Der Umzug diene dazu, „das zu verbessern und zu beschleunigen“, so Dielmann auf Nachfrage unserer Zeitung. In Wolfratshausen werden vor allem Sonderanlagen für die Endmontage der Automobilindustrie hergestellt, etwa zum Einkleben von Autoscheiben. Der Transport und die Logistik sei für das Unternehmen am Hauptsitz in Baden-Württemberg wirtschaftlicher und einfacher. Laut Dielmann soll der Umzug bis spätestens Ende 2018 abgewickelt sein.

56 Angestellte: Mitgehen oder neuen Job suchen

Für die 56 Angestellten bedeutet die Schließung der Produktionsstätte folgendes: Entweder entscheiden sie sich, dem Unternehmen treu zu bleiben und den Umzug ins 300 Kilometer entferne Bietigheim-Bissingen mitzumachen – oder sie müssen sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen. Dielmann ist optimistisch, dass einige Mitarbeiter den Weg nach Baden-Württemberg auf sich nehmen. „Jeder bekommt das Angebot, seine Stelle zu behalten“, sagt der Konzern-Sprecher. Einige Angestellte hätten bereits Interesse signalisiert, nach Bietigheim-Bissingen umzuziehen.

Der Wirtschaftsreferent des Wolfratshauser Stadtrates, Helmut Forster (Bürgervereinigung Wolfratshausen), erfuhr erst kürzlich von der anstehenden Schließung. Er hat ein Gespräch mit Rathauschef Klaus Heilinglechner und einem Firmenvertreter der Dürr AG arrangiert. „Wir wollen die Beweggründe hören“, sagt Forster. Seine Enttäuschung über die Entscheidung des Konzerns kann er nicht verbergen: „Wir sind schon davon ausgegangen, dass die Firma länger in Wolfratshausen bleiben möchte.“

Wirtschaftsreferent fürchtet keinen Leerstand 

Für das Areal am Hans-Urmiller-Ring fürchtet der Wirtschaftsreferent keinen langfristigen Leerstand. „Mich erreichen regelmäßig Anfragen von Unternehmen, die sich für den attraktiven Standort, unser Gewerbegebiet, interessieren“, berichtet Forster. „Die Nachfrage nach Grundstücken in unserer Stadt ist groß.“ Für manche Unternehmer könnte auch die derzeitige Dürr-Produktionsstätte interessant sein.

Im Wolfratshauser Bauausschuss wurde kürzlich wie berichtet darüber nachgedacht, den Bebauungsplan für das alte Gewerbegebiet (Pfaffenrieder Straße/Hans-Urmiller-Ring) zu überarbeiten, um höhere und dichtere Bauten zuzulassen. Der Wirtschaftsreferent steht diesem Gedanken offen gegenüber. „Wenn wir ein attraktiver Standort bleiben möchten, müssen wir uns damit beschäftigen.“ Allerdings gibt Forster zu Bedenken, dass dann auch das leidige Thema Verkehr noch stärker in den Fokus rücken muss. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Alkohol-Fahrt endet in Endlhauser Vorgarten
Zu tief ins Glas geschaut hatte in der Nacht auf Sonntag offensichtlich ein Penzberger. Seine Alkoholfahrt im Gemeindebereich Egling endete in einem Vorgarten.
Alkohol-Fahrt endet in Endlhauser Vorgarten
Unfallserie auf glatten Straßen im Landkreis
Auf den Straßen des nördlichen Landkreises kam es am Wochenende zu diversen Kollisionen – und kuriosen Unfallfluchten.
Unfallserie auf glatten Straßen im Landkreis
Geretsrieder Kulturherbst: Der Vorverkauf läuft „phänomenal“
Günter Wagner baut das Programm des kommenden Kulturherbstes kontinuierlich aus. Der Festivalleiter sucht weitere Sponsoren.
Geretsrieder Kulturherbst: Der Vorverkauf läuft „phänomenal“
St. Laurentius erstrahlt nach Sanierung wieder
Weihwasser, Chrisam, Weihrauch und Kerzenschein: Weihbischof Wolfgang Bischof hat den neuen Altar in der Königsdorfer Pfarrkirche geweiht. Sie erstrahlt nach der …
St. Laurentius erstrahlt nach Sanierung wieder

Kommentare