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Welche Auswirkungen hat die Ehe für alle auf die Standesämter im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen?

Einige Fragen sind offen

Ehe jetzt für alle: So ist die Lage in den Standesämtern

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Die Ehe für alle, die der Bundestag beschlossen hat, bleibt ein Politikum. Welche Auswirkungen hat der Beschluss nun für die Standesämter? 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Ehe für alle, die der Bundestag beschlossen hat, bleibt ein Politikum. Doch so aufgeregt die Debatte, so ruhig ist die Lage in den hiesigen Standesämtern. Bislang hat sich dort kein einziges gleichgeschlechtliches Paar gemeldet, das in den Stand der Ehe eintreten will. Und selbst wenn jemand Interesse anmelden würde – die Kommunen müssten sie vertrösten, bis die Rechtslage geklärt ist.

Die Stadt Geretsried übernimmt im Sinne interkommunaler Zusammenarbeit standesamtliche Aufgaben auch für Icking, Königsdorf, Münsing und Dietramszell. „Nein, wir haben bis jetzt keine einzige Anfrage“, sagt Thomas Loibl, Pressereferent der Stadt, auf Nachfrage. Und selbst wenn: Es ginge nicht. Die rechtlichen Voraussetzungen fehlen. Erst muss das Gesetz verkündet werden, dann müssen die Chefs der Standesämter über das Prozedere unterrichtet werden. So etwas nimmt in der Regel zwei bis drei Monate in Anspruch. „Und so lange passiert da nichts“, so Loibl. 

Stand jetzt sind viele Frage offen. Etwa die, was der Bundestagsbeschluss für die existierenden eingetragenen Lebenspartnerschaften bedeutetet. Diese sind übrigens zwischen Isar und Loisach ein seltenes Phänomen. Heuer wurde beim Geretsrieder Standesamt eine angemeldet, 2016 keine. Loibl: „Im gesamten Zuständigkeitsbereich unseres Standesamts liegt die Zahl deutlich unter zehn.“

Hochzeitshochburg im Oberland

Gleiches gilt für Bad Tölz. „Wir sind hier eigentlich die Hochzeitshochburg im Oberland“, sagt Wolfgang Steger. Doch praktisch in 100 Prozent aller Fälle treten ein Mann und eine Frau vor den Standesbeamten. „Heuer hatten wir eine eingetragene Lebenspartnerschaft, im vergangenen Jahr gar keine.“ Dass das Gesetz so bald in Kraft tritt, glaubt Steger nicht. „Die konservativen Parteien haben ja eine Klage angekündigt.“

Ähnlich beurteilt Franz Gehring, Chef des Wolfratshauser Standesamts, die Lage. „Uns liegt nichts vor“, sagt er. Und zwar weder Anfragen von Paaren noch Hinweise von den übergeordneten Behörden. „Wir können nichts tun als abzuwarten.“

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