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Sicherheitsmaßnahme: Die Firma Tunap schützt ihre Mitarbeiter und Fußgänger an der Geltinger Straße mit einer Absperrung vor dem fließenden Verkehr. 

Eigenkonstruktion der Firma Tunap

Gehweg-Debakel an Geltinger Straße: „Das ist eine Frechheit“

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Weil entlang der Geltinger Straße in Wolfratshausen Gehwege fehlen, hat die Firma Tunap selbst Hand angelegt. Doch die Absperrungen sind einigen ein Dorn im Auge.

Wolfratshausen – Es ist ein leidiges Problem: Entlang der rund 1000 Meter langen Geltinger Straße sind Gehwege kaum vorhanden. Das hat verschiedene Ursachen. Viele Pläne kollidieren mit den mehr als 90 Alleebäumen an der Straße, das Gros der Grundstücke links und rechts gehört nicht der Kommune. Zudem haben es die Stadträte in den vergangenen Jahren häufig unterlassen, Bauherrn dazu zu zwingen, der Stadt ein paar Meter Grund für den Bau eines Trottoirs abzutreten.

Um die Sicherheit für Fußgänger und ihre eigenen Mitarbeiter zu gewährleisten, legte die Firma Tunap im Sommer selbst Hand an. Nach dem Bau eines mehrgeschossigen Parkhauses an der Geltinger Straße beantragte das Unternehmen bei der Stadt eine provisorische Abgrenzung zwischen Parkhaus und Firmeneingang an der Bürgermeister-Seidl-Straße. In Absprache mit der Polizei gestatte die Kommune eine befristete Absperrung. Nicht zuletzt, weil Tunaps Nachbar, der RVO (Regionalverkehr Oberbayern GmbH), es aus Haftungsgründen untersagt hat, dass Fußgänger sein Grundstück überqueren.

Bauherr könne sich nicht „einfach aus der Affäre ziehen“

Vor allem Stadtrat Richard Kugler (parteifrei für die CSU) sind die Absperrungen jedoch ein Dorn im Auge. Erst beim Parkhausbau keinen Gehweg anzulegen und dann öffentlichen Grund zu diesem Zweck zu missbrauchen „ist eine Frechheit“, schimpfte Kugler in der jüngsten Bauausschusssitzung. Es könne nicht sein, dass sich „ein Bauherr einfach aus der Affäre zieht und öffentliche Straßen hernimmt“. Kugler: „Ich versteh’s einfach nicht.“

Ähnlich ging’s Stadtrat Dr. Hans Schmidt (Grüne). Er hatte am 16. November bei der Verwaltung nachgehakt, wie lange das Provisorium vor dem Tunap-Parkhaus noch stehen bleiben darf. Denn: Bauamtsmitarbeiterin Susanne Leonhard habe auf Nachfrage von Kugler vor einigen Wochen geantwortet, „dass diese Pylonen abgebaut werden müssen“.

Bauausschuss hat zum Gehwegausbau keine Entscheidung getroffen

Wie lange die Absperrbaken noch auf der Geltinger Straße stehen werden, könne er im Moment nicht abschätze, sagte Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Er wies auf den Umstand hin, dass „eine nicht unerhebliche Anzahl von Fußgängern trotz des stattfindenden Schwerlastverkehrs gleichzeitig in der Früh und am späteren Nachmittag innerhalb eines kurzen Zeitraums entlang der östlichen Fahrbahn ohne gesicherten Fußweg den Weg zu ihrer Arbeit und zurück bewältigen müssen“.

Heilinglechner erinnerte in diesem Zusammenhang an die Bauausschusssitzung im September dieses Jahres. Nach einer Anliegerbefragung sowie einer sehr aufwändigen Grundlagenermittlung durch das städtische Bauamt sollte der Fachausschuss wie berichtet entscheiden, wie mit der Geltinger Straße grundsätzlich weiter verfahren werden soll: Ein durchgehender Gehweg? Eine Einbahnstraßenregelung? Heilinglechner: „Leider hat der Ausschuss zum Ausbau eines Gehweges – hier wäre auch ein Teilausbau bis zur Einmündung Bürgermeister-Seidl-Straße möglich gewesen – keine Entscheidung getroffen.“  

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