Ungewisser Spielausgang: Was wird aus dem insgesamt rund 70 Hektar großen Gelände am Bergkramerhof, wenn dort Ende kommenden Jahres der Pachtvertrag für den Golfplatz ausläuft?
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Ungewisser Spielausgang: Was wird aus dem insgesamt rund 70 Hektar großen Gelände am Bergkramerhof, wenn dort Ende kommenden Jahres der Pachtvertrag für den Golfplatz ausläuft?

„Pachtvertrag ist Gold wert“

Eigentümer von Gut Meilenberg hofft auf Fortsetzung des Golfbetriebs auf dem Bergkramerhof

  • VonPeter Borchers
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Helmut Danhuber, Eigentümer des Bergkramerhofs, hat den Vertrag mit Golfplatzpächter Dr. Josef Hingerl gekündigt. Doch die Anlage liegt nur zur Hälfte auf seinem Grund. Die andere gehört den Brüdern Fagner. Das sagt Markus Fagner zur jüngsten Entwicklung.

Wolfratshausen – Ab Silvester 2022 wird, so sieht es derzeit aus, kein Golfball mehr über eines der Grüns auf dem Golfplatz Bergkramerhof ins Loch rollen. Das hat Betreiber Dr. Josef Hingerl den rund 400 Clubmitgliedern und Gästen via Newsletter mitgeteilt (wir berichteten). Hintergrund: Helmut Danhuber – Eigentümer des Geländes, auf dem mit neun Löchern eine Hälfte des Platzes liegt – lehnt eine Verlängerung des Pachtvertrags mit Hingerl ab.

Der 94-Jährige hatte sich unter unter anderem über den Konfrontationskurs seines Pächters mit Politik und Behörden während des Corona-Lockdowns geärgert. Der streitbare Rechtsanwalt hatte den Platz trotz Verbots zweimal geöffnet und damit deutschlandweit großes Aufsehen erregt.

Das Land, auf dem die anderen neun Löcher der Anlage liegen, gehört den Brüdern Peter Goetz-Fagner und Markus Fagner. Letzterer leitet das landwirtschaftliche Gut Meilenberg in direkter Nachbarschaft zum Bergkramerhof. Mit den Brüdern hatte Hingerl – „vor ein, zwei Jahren, nageln Sie mich bitte nicht auf das genaue Datum fest“, so Markus Fagner – eine Verlängerung der Pacht um 15 Jahre plus eine Option auf weitere 15 Jahre vertraglich fixiert.

Über das Verhältnis zwischen Danhuber und Hingerl möchte sich der 60-Jährige nicht äußern, auch sagt er, dass Helmut Danhuber bislang kein Gespräch mit ihm und seinem Bruder gesucht habe. Eins aber stellt er klar: „Mir ist es sehr wichtig, dass der Golfbetrieb auf dem Bergkramerhof weiterläuft.“ Zwar sei das Gut auch ohne Golf nicht in seinem Bestehen gefährdet, allerdings „könnte ich mit der Landwirtschaft aus einem Hektar Grund nicht so viel Ertrag generieren, wie ich durch die Pacht für das Golfplatz-Gelände bekomme“. Diese Einnahmen gingen zum großen Teil auf „in den Erhaltungskosten des Betriebs“ mit seinen zahlreichen zu unterhaltenden Gebäuden. „Der Pachtvertrag ist also für mich Gold wert“.

Den Betrieb eines Neun-Loch-Platzes auf seinem Grund schließt Markus Fagner so gut wie aus. „Abgesehen von der Frage, ob so eine kleine Anlage überhaupt wirtschaftlich zu führen ist, ist ein Eckpfeiler des Vertrags mit Herrn Hingerl, dass Clubhaus, Gastronomie, Büros und Parkplätze auf dem Grund von Herrn Danhuber integriert sein müssen. Eine derartige Infrastruktur auf meinem Land würde den Charakter meines Betriebs zu sehr ändern. Im Gegensatz zu Herrn Danhuber wohne ich ja auch dort.“

Die Frage stellt sich, ob die aktuelle Entwicklung oberhalb des Bergwalds eine eigentlich schon zu Grabe getragene Idee neu befeuert. Im Jahr 2011 hatte der Wolfratshauser Stadtrat dort oben den Bau eines Luxushotels mit 140 Zimmern und traumhaftem Bergblick genehmigt. Das Projekt entwickelt hatte damals der Wolfratshauser Immobilienmakler Carlheinz Bartsch im Auftrag von Helmut Danhuber. Der ließ wenig später allerdings alle Planungen stoppen. Denn die Regierung von Oberbayern hatte Bedenken gegen das geplante Golf- und Wellnesshotel geäußert. Das Mammutprojekt stünde im Widerspruch zum Landesentwicklungsplan, hieß es aus der Münchner Maximilianstraße. Knackpunkt war die fehlende Anbindung an eine Siedlungseinheit.

Ob Danhuber seine Luxus-Resort-Pläne nun wieder weiterverfolgt? Er lässt sich nicht in die Karten schauen. „Warten wir einfach zwei, drei Monate ab“, sagt er gegenüber unserer Zeitung. Sollte er es doch tun, dann bis jetzt ohne Unterstützung von Carlheinz Bartsch. „Herr Danhuber hat die Pläne damals auf Eis gelegt. Seitdem hatten wir keinen Kontakt mehr“, sagt der Immobilienmakler auf Anfrage. „Uns ist in dieser Sache nichts Neues bekannt.“

peb

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