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Herrlicher Blick in die Berge: Auf 1735 Metern in Lermoos liegt die Wolfratshauser Hütte des Deutschen Alpenvereins. 

Wolfratshauser Hütte

Ein guter Bergsommer endet jäh

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Die Wirte des Deutschen Alpenvereins ziehen Bilanz: Die Blaßls von der Wolfratshauser Hütte sprechen von drei starken Monaten - dann kam der Regen.

Wolfratshausen– Der Oktober startete kühl und herbstlich. Erst in der zweiten Monatshälfte ließ sich die Sonne wieder blicken und bescherte den Hüttenwirten nochmals zahlreiche Besucher – und schönte die Bilanz, die der kalte September ein wenig verhagelt hatte. Der beim Deutschen Alpenverein (DAV) für die Hütten verantwortliche Ressortleiter Robert Kolbitsch ist mit der Bilanz heuer zufrieden: „Vor allem der Frühsommer und der August waren erfolgreich.“ Diese Schönwetter-Phasen hätten für gute Besucherzahlen sowohl an Tages- als auch an Übernachtungsgästen gesorgt – „trotz des frühen Wintereinbruchs im September“.

Unterschiedliche Hütten - vom Wetter sind sie alle abhängig

Wenn man genauer hinsehe, ergäben sich aber durchaus Unterschiede, sagt Kolbitsch. „Neben den seit vielen Jahren äußerst beliebten Hütten an Fernwanderwegen und Gebietsdurchquerungen bekommen derzeit auch speziellere Hütten mehr Aufmerksamkeit – etwa die unter dem Begriff ‚Wilde Hütten‘ gefassten einfachen Unterkünfte mit wenig Komfort, dafür in abgelegener Lage.“ Hoch gelegen oder leicht zu erreichen, modern ausgestattet oder eher simpel, mit vielen Klettermöglichkeiten oder ideal für Mountainbiker – die DAV-Hütten sind so verschieden wie ihre Gäste. Gemeinsam ist ihnen allerdings die Abhängigkeit vom Wetter.

Im Hochgebirge macht sich dieser Umstand noch deutlicher bemerkbar als in den Voralpen. So spricht Stefan Borger vom 2802 Meter hoch gelegenen Heinrich-Schwaiger-Haus des DAV in der Glocknergruppe nach einem ordentlichen Juni, Juli und August von einem „richtig schlechten September. Wir haben schon früher zugemacht. Da oben sitzen und auf Leute warten, das wollten wir dann auch nicht.“ Außerdem sei es gefährlich geworden, nachdem Ende August 50 Zentimeter Schnee gefallen waren.

September „war nass und deshalb richtig mies“

Es muss aber nicht immer das Hochgebirge sein. Weiter unter gelegene Unterkünfte sind in der Regel leichter zugänglich. Alpenrandlage und Stadtnähe machen sie zu perfekten Ausflugszielen. Jedoch muss Petrus auch hier mitspielen. Für Uwe Gruber, der im Spitzinggebiet die Albert-Link-Hütte auf 1053 Metern und die Schönfeldhütte auf 1410 Metern Höhe bewirtschaftet, begann der Mai richtig schwach. „Aber Juni, Juli und August waren sehr gut – wie schon im Jahr zuvor.“ Dann kam der September, „und der war nass und deshalb richtig mies“.

Die Wolfratshauser Hütte in Lermoos öffnete heuer Ende Mai – und die Wirtsleute Bettina und Werner Blaßl hatten schnell ein volles Haus. „Bis August lief es super“, sagt die Wirtin. Dann kam der September – eigentlich der Wandermonat des Jahres. „Da hat es fast nur geregnet.“ Auch der Oktober begann mit Schauern. Frau Holle überzuckerte gar einige Gipfel der Zugspitzarena. Dann kehrte bestes Wanderwetter zur 1735 Meter hoch gelegenen Hütte zurück. In der zweiten Monatshälfte hatten die Blaßls „nochmals viele Gäste und gut zu tun“ – bis sie am 26. Oktober den Schlüssel von außen ins Schloss steckten und zusperrten.

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