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Bürgermeister will sich diesem Wunsch nicht verschließen

Ein Jugendrat für Wolfratshausen ?

18 Wünsche formulierten Wolfratshauser Schüler auf dem ersten Jugendforum der Stadt. Ihre Anliegen präsentierten sie auf eigens gestalteten Plakaten, die von Stadtrats- und Verwaltungsmitgliedern begutachtet wurden. Vor einem Flipchart herrschte besonders großer Andrang: „Jugendrat Wolfratshausen“ stand darauf in großen Lettern.

Wolfratshausen – Das Plakat hatten sieben Wolfratshauser entworfen. „Wir wollen einfach ein Mitspracherecht“, erklärte eine junge Dame im Gespräch mit unserer Zeitung. Das hätten sie zwar in Form des Jugendforums bereits bekommen. „Ein Jugendrat wäre aber nicht eine einmalige Veranstaltung wie das Forum, sondern eine langfristige Möglichkeit für uns.“ Oft würden Erwachsene über Themen entscheiden, die die Jugend betreffen, ohne dass die jungen Wolfratshauser zu Wort kommen. Mit einem Jugendrat, der zu solchen Themen angehört werden müsste, wäre das anders.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner

Das Gremium soll – so die Vorstellung der Jugendlichen – nach Geretsrieder Vorbild entstehen. Dort gibt es seit 2015 einen zehnköpfigen Jugendrat, dessen Mitglieder alle zwei Jahre gewählt werden. Alle Geretsrieder zwischen zwölf und 18 Jahren können sich für die Wahl aufstellen lassen. Wahlberechtigt sind ebenfalls alle Bürger in besagtem Alter.

Für den Wolfratshauser Bürgermeister Klaus Heilinglechner war die Größe des Gremiums bislang ein Grund, der gegen eine Einführung sprach: „Wir haben uns bewusst für das Jugendforum entschieden, weil wir damit eine größere Menge an Jugendlichen ansprechen.“ Eine gewählte Vertretung mit zehn oder ähnlich vielen Mitgliedern sei nur ein Bruchteil der Wolfratshauser Heranwachsenden.

Für Gespräche steht der Rathauschef aber zur Verfügung. „Wenn das ein Wunsch unserer Jugendlichen ist, bin ich dazu grundsätzlich bereit.“ Er begrüße es, „wenn sich Jugendliche für unsere Stadt engagieren und politisch aktiv werden möchten“. Dass die Heranwachsenden dies wollen, sei bereits auf dem Jugendforum offensichtlich geworden: „Das war ein wahnsinniger Erfolg“, sagt Heilinglechner angesichts von 150 freiwilligen Teilnehmern und 15 Stadtratsmitgliedern, die sich vor Ort ein Bild machten.

Das Thema beschäftigt inzwischen auch den Stadtrat: Jugendreferentin Kathrin Kugler und Familienreferentin Gerlinde Berchtold sind derzeit in Gesprächen, wie es mit dem Projekt weitergehen könnte, wie Kugler im Gespräch mit unserer Zeitung verrät. 

Geretsried hat gute Erfahrungen gemacht

Seit 2015 gibt es in Geretsried einen gewählten Jugendrat. Vor Kurzem haben Jugendreferentin Heidi Dodenhöft und Stadtjugendpflegerin Sonja Schütz die Zeit Revue passieren lassen. „Wir waren überrascht und begeistert, wie viel seit Bestehen des Jugendrates umgesetzt wurde“, berichtet Schütz. Die Mitglieder hätten sich beispielsweise für bessere Busverbindungen zwischen Wolfratshausen, Geretsried und Bad Tölz eingesetzt. „Es ist schön zu sehen, wie sich die Jugendlichen entwickelt haben, welche Ressourcen sie einbringen und was wir alle in dieser Zeit dazugelernt haben. “ Auch deshalb sei die Stimmung im und um das Gremium herum positiv: „Bei uns wird diskutiert, organisiert, manchmal gemeckert aber auch viel gelacht.“ Die Amtszeit der Jugendlichen beträgt drei Jahre. Im Frühjahr nächsten Jahres stehen Neuwahlen an. Angesprochen auf den Wunsch einiger Wolfratshauser, ein Parlament nach Geretsrieder Vorbild auch in der Loisachstadt einzuführen, sagt Schütz: „Wenn man als Kommune ein Mitspracherecht für Kinder und Jugendliche schafft, werden sie in der Gesellschaft wahr- und ernstgenommen.“ Der Nachbarstadt würde sie „unbedingt“ die Schaffung eines Rates für Heranwachsende empfehlen.
Dominik Stallein

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