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Spricht Klartext: Die Geburtshilfeabteilung in Wolfratshausen ist nach Einschätzung von Landrat und Klinik-Aufsichtsratschef Josef Niedermaier mittelfristig nicht überlebensfähig.

Kreisklinik Wolfratshausen

„Ein klares Nein, so leid es mir tut“

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Landrat Josef Niedermaier sieht mittelfristig keine Zukunft für die Geburtshilfe-Abteilung in der Wolfratshauser Kreisklinik. Reaktionen von Politikern lassen nicht auf sich warten. 

Bad Tölz-Wolfratshausen– Die Geburtshilfe in der Asklepios-Stadtklinik in Bad Tölz steht vor dem Aus. 600 Geburten jährlich sind für die Belegärzte eine zu hohe Belastung. Nun haben die Kreisräte darüber zu entscheiden, ob der Landkreis die Asklepios-Klinik dauerhaft finanziell unterstützt, um die Geburtenstation zu retten.

Die Beleg-Gynäkologen und -Hebammen in der Geburtshilfeabteilung in der Wolfratshauser Kreisklinik haben ein ähnliches Problem. Am Moosbauerweg kamen 2016 nur 250 Mädchen und Buben zur Welt – mindestens 800 bis 1000 müssten es sein. Kreisrat Günther Fuhrmann (FDP) hat sich bereits festgelegt, der Erhalt der Abteilung in der Kreisklinik hat für den Geretsrieder Priorität: „Eine finanzielle Beteiligung an der Asklepios-Klinik in Bad Tölz kommt nicht in Frage.“

Ins selbe Horn stößt Wolfratshausens Ex-Bürgermeister, Kreisrat Helmut Forster (Bürgervereinigung Wolfratshausen/BVW): „Für mich ist die Geburtstation Teil der Grundversorgung eines Krankenhauses. Für deren Erhalt in Wolfratshausen werden wir uns einsetzen – ohne Wenn und Aber“, sagte Forster am Donnerstagabend in der Monatsversammlung der BVW im Wirtshaus Flößerei.

Politischer Streit scheint vorprogammiert. Landrat Josef Niedermaier, Vorsitzender des Klinik-Aufsichtsrats, scheut diesen offenbar nicht. Auf die Frage unserer Zeitung, ob die Geburtshilfeabteilung in der Kreisklinik mittelfristig überlebensfähig ist, antwortet der 53-Jährige: „Ein ganz klares Nein. So leid es mir tut.“

Carl-Christian Eick

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