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Überglücklich: Tina-Gabriele, Norbert und Christoph Pein freuen sich über einen neuen, behindertengerecht umgebauten VW-Bus. 

Das Glück kommt zurück

Ein neuer Bus für den schwerbehinderten Christoph (27) 

Wolfatshausen – Familie Pein kann aufatmen: Weil viele gespendet haben, kann sich die Familie endlich den dringend benötigten, behindertengerecht umgebauten Renault Kangoo für Sohn Christoph leisten.

Trotz seiner Behinderung konnte Christoph Pein jahrelang Ausflüge unternehmen. Dann ging der Bus seiner Eltern kaputt. Über 14 Monate war der Schwerbehinderte an sein Haus gefesselt. Und Christophs Gesellschaftsleben brach von einem Moment auf den anderen weg. Jetzt kann die Familie aufatmen.

Christoph ist spastisch gelähmt und geistig behindert. Trotz seiner schweren Behinderung konnte der 27-Jährige Ausflüge unternehmen. Regelmäßig besuchte der Wolfratshauser die Basketballspiele des FC Bayern, seine Familie, den Tierpark oder die Münchner Fußgängerzone. Dann der Schock: Der behindertengerecht ausgebaute VW-Bus seiner Eltern ging im Oktober 2015 irreparabel kaputt. Zwölf Jahre lang hatte der Wagen gehalten – er war Christophs einzige Möglichkeit, Ausflüge zu unternehmen. Der Schwerbehinderte war von einem Tag auf den anderen ans Haus gefesselt. Eine Neuanschaffung war für seine Familie aus eigener Kraft nicht zu finanzieren. Rund 26 000 Euro kosten der Kauf und die notwendige behindertengerechte Umrüstung.

Ohne die Ausflüge litt Christoph sehr

War Christophs Leben zuvor trotz seiner schweren Behinderung abwechslungsreich und aufregend, musste er seine Freizeit nach dieser Schreckensmeldung zuhause verbringen. „Das war für ihn furchtbar“, sagt seine Mutter Tina-Gabriele Pein heute. „Besonders im Sommer, wo wir früher oft Ausflüge mit unserem Sohn gemacht haben, ging das auf einmal nicht mehr.“ Wie sehr Christoph unter der Situation litt, zeigte sich an seinem Verhalten. „Er war aggressiv gegen andere und gegen sich selbst“, berichtet sein Vater Norbert Pein.

Mit einem Spendenaufruf bat die Familie um Unterstützung. „Dass das wirklich klappt, damit hätte ich nicht gerechnet“, sagt Norbert Pein. Dann schiebt er seinen Sohn über eine Rollstuhlrampe in den neuen Bus, den die Familie seit rund zwei Wochen besitzt. Innerhalb von weniger als einem Jahr seit dem Spendenaufruf war genügend Geld zusammen gekommen, um den Wagen zu kaufen und umzurüsten. Und Christoph kann wieder seinen Hobbys nachgehen. „Wir sind wirklich unglaublich dankbar, dass sich so viele Spender gefunden haben“, sagt Christophs Mutter sichtlich gerührt.

Mit dem neuen Bus zum Basketballspiel

Über eine Rampe aus der Kofferraumtüre gelangt der 27-Jährige in den Wagen. Dort sind zwei Halterungen im vorderen und zwei im hinteren Teil des Busses für seinen Rollstuhl befestigt. Wie viel Freude Christoph die Neuanschaffung bereitet, sieht man sofort. Fröhlich lacht er, als sein Vater ihn in das Auto schiebt. Besonders eines macht den jungen Erwachsenen glücklich: Endlich kann er wieder die Spiele seiner Lieblingsbasketballmannschaft besuchen. „Er saugt die Atmosphäre bei den Spielen förmlich auf“, sagt Vater Norbert. Lange musste Christoph darauf verzichten. Bis zum 18. Dezember. Die Jungfernfahrt des neuen Autos ging in Richtung Audi Dome zu einem Spiel des FC Bayern. Dass Christophs Lieblingsteam das Spiel auch noch mit 94:65 für sich entscheiden konnte, machte den ersten von vielen Ausflügen mit dem neuen Bus perfekt.

Von Dominik Stallein

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