Bürgermeister Klaus Heilinglechner mit Stadträtin Ulrike Krischke und der Fairtrade-Urkunde.
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Halten die Fairtrade-Urkunde fest: Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Stadträtin Dr. Ulrike Krischke, Leiterin der Steuerungsgruppe Fairtrade.

Auszeichnung per Videobotschaft

Ein Schritt auf einem langen Weg : Flößerstadt ist jetzt auch „Fairtrade-Stadt“

Gute Nachrichten für Wolfratshausen: Die Flößerstadt darf sich ab sofort auch „Fairtrade-Stadt“ nennen. Wegen der Corona-Pandemie fielen die Feierlichkeiten jedoch aus. Die Urkunde wurde per Videobotschaft verliehen.

Wolfratshausen – Was länge währt, wird endlich gut: Die Stadt Wolfratshausen ist seit der vergangenen Woche offiziell „Fairtrade-Stadt“. Wegen der Corona-Pandemie fielen die Feierlichkeiten zur Verleihung des Fairtrade-Siegels aus. In einer Videobotschaft verlieh die Kampagne „fairtrade towns“ der Kommune die offizielle Urkunde. Stadträtin Dr. Ulrike Krischke, Leiterin der Steuerungsgruppe Fairtrade in der Loisachstadt, betont, dass das Engagement für bessere Handelsbedingungen mit der nun erworbenen Auszeichnung noch lange nicht vorbei sei.

Corona-Pandemie: Feierlichkeiten zur Verleihung des Fairtrade-Siegels fallen aus

„Wolfratshausen hat diese Auszeichnung mehr als verdient“, betont Lisa Herrmann von der Fairtrade-Kampagne in der Videobotschaft an die Kommune. Nach nunmehr fünf Jahren des Engagements, in denen die örtliche Lenkungsgruppe mit verschiedenen Aktionen versucht hat, die Voraussetzungen für das Siegel zu erfüllen, betont Herrmann, dass sich „viele verschiedene Akteure“ in der Stadt für den fairen Handel einsetzen. Neben Politik und vielen Freiwilligen seien vor allem junge Menschen aktiv – zum Beispiel beim Kinder- und Jugendförderverein oder an der Isar-Loisach-Realschule, die bereits im vergangenen Jahr als Fairtrade-Schule ausgezeichnet wurde.

Wolfratshausen hat diese Auszeichnung mehr als verdient.

Lisa Herrmann, Fairtrade-Kampagne

„Diese Kombination – Fairtrade-Stadt und gleichzeitig Standort einer solchen Schule – ist im Landkreis einmalig“, freut sich Krischke. Neben Bad Tölz ist Wolfratshausen die zweite Fairtrade-Stadt im Kreis, insgesamt gibt es deutschlandweit knapp 700 solcher offiziell ausgezeichneter Kommunen, 188 davon in Bayern. „Ich bin sehr glücklich, dass wir diese Auszeichnung nun erhalten haben“, sagt Krischke im Gespräch mit unserer Zeitung. „Gleichwohl weiß ich, dass es nur ein Schritt auf dem langen Weg ist, den wir noch zu gehen haben, um das Thema noch stärker im Bewusstsein und bei den Bürgern zu verankern.“

Stadt muss alle zwei Jahre nachweisen, dass sie weiterhin alle Kriterien erfüllt

Um den neu gewonnenen Titel behalten zu dürfen, muss die Stadt alle zwei Jahre nachweisen, dass sie weiterhin alle Kriterien erfüllt. Neben einem Ratsbeschluss und einer Steuerungsgruppe, die sich des Themas annimmt, ist eine der Auflagen, dass auch die Bürger in den fairen Handel eingebunden werden – zum Beispiel durch Bildungsprojekte an Schulen und Jugendeinrichtungen oder Veranstaltungen und Angebote von Kirche, Vereinen oder unabhängigen Organisationen. Fairtrade-Stadt dürfen sich nur solche Kommunen nennen, in denen es Einzelhändler und Restaurants gibt, die fair gehandelte Produkte in ihrem Sortiment haben.

„Davon gibt es bereits viele in Wolfratshausen“, sagt Krischke, die dennoch hofft, dass diese Zahl weiter anwächst. Die Urkunde soll in Krischkes Augen nicht bloß Beweis des bisherigen Engagements sein, „sondern ein Startschuss für noch mehr Aktivitäten und Bemühungen“. Wie Lisa Herrmann betont, ist der Einsatz für die Thematik nämlich derzeit „wichtiger denn je“. Die globale Corona-Pandemie zeige tagtäglich, „dass wir die Herausforderungen nur gemeinsam lösen können“.

Das Bewusstsein für faire Handels- und Produktionsbedingungen ist in Wolfratshausen bereits seit Jahrzehnten verankert: „Seit 30 Jahren gibt es den Welt-Laden in der Stadt“, erklärt Krischke. In Waldram gibt es ein zweites solches Geschäft. „Für diesen jahrzehntelangen Einsatz“ dankt Krischke den Wegbereitern der Auszeichnung.

Ob Berufsbekleidung oder Büromaterial: Möglichst nachhaltig will auch die Stadt Wolfratshausen künftig ihre Verbrauchsmaterialien beschaffen.

dst

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