+
Die Pläne für die Bebauung der Coop-Wiese in Waldram liegen derzeit beim Landratsamt.

Ein Überblick 

Wohnbauoffensive in Wolfratshausen: Diese Projekte sind in der Pipeline

Rund 100 Sozialwohnungen sollen an vier Standorten in Wolfratshausen entstehen. Die Bagger sind bislang aber noch nicht angerollt. Ein Überblick über die anstehenden Projekte.

Wolfratshausen – Rund 100 Sozialwohnungen an vier Standorten: Vor etwas mehr als einem Jahr beschloss der Wolfratshauser Stadtrat eine Wohnbauoffensive für die Flößerstadt. An der Schlesierstraße in Waldram – auf der sogenannten Coop-Wiese – an der Bahnhof- und Auenstraße sowie auf dem Grundstück des ehemaligen Krankenhauses an der Sauerlacher Straße sollen Mehrfamilienhäuser entstehen. Die Entscheidung geht auf einen fraktionsübergreifenden Antrag von Bürgervereinigung, SPD und Grünen zurück. Über ein Jahr nach der Entscheidung rollten noch an keinem der vier Grundstücke die Bagger an. Ein Überblick:

Coop-Wiese

Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (StäWo), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Kommune, möchte auf einem Teilstück der Coop-Wiese in Waldram rund 50 Wohnungen errichten. Bereits Anfang des Jahres präsentierten StäWo-Chef Lothar Ortholf und Architekt Norbert Blankenhagen dem Stadtrat und den Waldramer Bürgern die Gebäudepläne. Die stießen nicht bei allen auf Gegenliebe. Die CSU-Fraktion stemmte sich geschlossen gegen die Bebauung der „grünen Lunge“ (CSU-Fraktionschef Günther Eibl) im südlichsten Ortsteil der Flößerstadt. In einer Infoveranstaltung in der Waldramer Mittelschule regte sich Protest unter den anwesenden Bürgern, die vor allem eine zusätzliche Verkehrsbelastung fürchten. Und sie fragten sich: Wo sollen die Pkw der neuen Waldramer geparkt werden? Der Stadtrat billigte das Vorhaben dennoch mit großer Mehrheit. „Die Pläne liegen derzeit zur Genehmigung beim Landratsamt“, sagt Bauamtsmitarbeiterin Susanne Leonhard auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Stadt Wolfratshausen rechnet noch in diesem Jahr mit dem Baubescheid der Kreisbehörde.

Sauerlacher Straße

Das prominente Grundstück wurde von der Stadt zum Kauf beziehungsweise zur Übernahme in Erbpacht ausgeschrieben. Das Angebot richtete sich ausdrücklich an Baugenossenschaften. Eine einzige Baugenossenschaft meldete sich laut Recherchen unserer Zeitung bei der Kommune: die Maro-Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen aus Ohlstadt. Auf dem Gelände um das denkmalgeschützte ehemalige Krankenhaus soll ein Mehrgenerationen-Wohnhaus entstehen. Das Denkmal muss der Investor laut Ausschreibung restaurieren und erhalten. Ob die Maro den Zuschlag erhält, ist noch nicht klar: Der Stadtrat trifft diese Entscheidung in einer seiner nächsten nicht-öffentlichen Sitzungen.

Bahnhofstraße

Stadt und Kirche teilen sich ein Grundstück an der Bahnhofsstraße. Das sogenannte Klein-Anwesen, das unter Denkmalschutz steht, wurde von der verstorbenen Eigentümerin Antonia Klein zu gleichen Teilen an die Kommune und die katholische Kirche vererbt. In ihrem Testament legte die Erblasserin fest, dass das Gelände bei einer Neunutzung die Elemente „Wohnen und Treffpunkt für Senioren“ enthalten muss. Der Stadtrat entschied, für das Areal einen Bebauungsplan aufstellen zu lassen. Über die endgültige Bebauung des Grundstückes muss sich die Kommune mit der Kirche einigen. „Uns wurde aber bislang noch nichts zu diesem Thema vorgelegt“, berichtet der Wolfratshauser Stadtpfarrer, Dekan Gerhard Beham. Die Planungshoheit obliegt der Stadt.

Auenstraße

Auch das Grundstück an der Auenstraße, das der Stadtrat für eine Bebauung ins Auge gefasst hat, gehört der katholischen Kirche. Die Pressesprecherin des Erzbischöflichen Ordinariats München, Bettina Göbner, weiß noch nichts von den Plänen der Kommune, dort sozialen Wohnraum zu errichten. Das bestätigt Bauamtsmitarbeiterin Leonhard – und begründet das mit den Worten: „Für die Auenstraße wurde vom Stadtrat noch keine endgültige Entscheidung getroffen.“ Die Pressesprecherin des Ordinariats betont präventiv: „Wir sind gesprächsbereit, wenn die Kommune auf uns zukommt.“

Dominik Stallein

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Funkwasserzähler: Wolfratshauser Bürgerinitiative ruft zu Widerspruch auf
Eine Bürgerinitiative ruft in Wolfratshausen dazu auf, Einspruch gegen den Einbau von Funkwasserzählern einzulegen. Die Stadtwerke halten das für einen Sturm im …
Funkwasserzähler: Wolfratshauser Bürgerinitiative ruft zu Widerspruch auf
XXXLutz füllt eine Million Liter Wasser in Sprinkleranlage: So lang dauert‘s
Das ist gigantisch: Eine Million Liter Wasser muss in den Tank für die Sprinkleranlage des XXXLutz. Volker Michels verrät, wie lange es dauert, den Tank zu befüllen.
XXXLutz füllt eine Million Liter Wasser in Sprinkleranlage: So lang dauert‘s
Krämmel erläutert Details zum neuen Wohngebiet auf dem Geretsrieder Lorenzareal 
Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt  Korbinan Krämmel, Chef des Wolfratshauser Bauunternehmens, warum sich das riesige Bauprojekt in Geretsried um Monate verzögert.  
Krämmel erläutert Details zum neuen Wohngebiet auf dem Geretsrieder Lorenzareal 
Wegkreuz am Radwegübergang: Es wurde aus tragischem Grund aufgestellt
Der Brauch, am Wegesrand Kreuze aufzustellen, ist in Bayern fest verwurzelt. In Geretsried gibt es einige, die wir in einer Serie vorstellen. Heute: das Wegkreuz kurz …
Wegkreuz am Radwegübergang: Es wurde aus tragischem Grund aufgestellt

Kommentare