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Narrenkappe auf der Kirchenbank: Dieses Foto entstand vor einem guten Jahr in der Kirche St. Josef in Würzburg. Würzburgs Karnevalisten holten sich vor dem Höhepunkt der Session bei einem närrischen Gottesdienst den Segen. 

Fasching in Wolfratshausen

Eine Messe für die Narren

Wolfratshausen – Die fünfte Jahreszeit nimmt Fahrt auf. Nach der Proklamation der Prinzenpaare steht am Sonntag eine Premiere an: eine Messe für die oberbayerischen Prinzenpaare und Faschingsgesellschaften.

Die Idee dazu hatte – wer sonst? – Peter Steinberger. Der städtische Marktmeister ist Präsident des Landesverbands Oberbayern im Bund Deutscher Karneval und hat vor drei Jahren mit „Wolfratshausen narrisch“ den Fasching zurück in die Loisachstadt geholt. Weil Steinberger noch Potenzial sieht, hat er sich für diese Saison etwas Neues ausgedacht. „Prinzenpaarmessen spielen in Oberbayern keine Rolle, sie werden eher in Franken und Bayerisch-Schwaben praktiziert“, erläutert Steinberger. Einen Grund kennt er nicht. „Wahrscheinlich liegt es daran, dass keiner da war, der es angeschoben hat“, vermutet er. Ihm schwebt vor, diesen Brauch wieder zu etablieren. „Wir fangen in Wolfratshausen damit an, in den nächsten Jahren könnte die Messe dann zum Beispiel in Starnberg oder Unterföhring stattfinden.“

Bürgermeister Heilinglechner empfängt Paare

Die Prinzenpaare treffen sich um 9 Uhr am Marienplatz und werden wenig später im Sitzungssaal des Rathauses durch Bürgermeister Klaus Heilinglechner empfangen. Angemeldet sind die Faschingsfreunde Fürstenfeldbruck, die Faschingsgesellschaft Crachia Hausham, die Narreninsel Wolfratshausen, die Faschingsgilde Olching, die Faschingsgesellschaft Würmesia, der Kirchheimer Narrenrat Kirnarra, Perchalla Starnberg, Narrhalla Oberschleißheim, der Pöckinger Faschingsclub, der Faschingsclub München-Neuhausen sowie der UFC-Unterschleißheim-Lohhofer Faschingsclub Weiß-Blau.

Gegen 10.15 Uhr zieht der Tross zur Kirche. Für musikalische Begleitung sorgen die „Feengeischter“ aus dem schweizerischen Erstfeld. Mit ihrer Guggenmusik – eine stark rhythmisch unterlegte, „schräg“ gespielte Blasmusik – werden sie auch den Ein- und Auszug im Gottesdienst untermalen. „Das wird mit Sicherheit ein bisschen laut und schräg, aber vielleicht animiert es ja den einen oder anderen zum Kirchenbesuch“, sagt Steinberger mit einem Schmunzeln.

Steinberger: „Klerus und Karneval vertragen sich vortrefflich“

Die Messe um 10.30 Uhr ist offen für alle und wird von Stadtpfarrer Dekan Gerhard Beham gehalten. „Er hat sehr positiv auf meinen Vorschlag reagiert“, erinnert sich Steinberger. Einige Anregungen, die dieser beispielsweise in seine Predigt einbauen könnte, hat er ihm bereits zukommen lassen. Auch Steinberger wird einleitende Worte sprechen, „schließlich muss man den Besuchern erklären, was es mit der Messe auf sich hat“. Er wird unter anderem darauf eingehen, „dass Fasching nicht nur Party“ ist, sondern einen ernsten Hintergrund hat, dass der Karneval der unmittelbare Gegenpol zur am Aschermittwoch beginnenden 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern ist und die Fastnacht bereits im Mittelalter in Klöstern ausgelassen gefeiert wurde. „Klerus und Karneval vertragen sich vortrefflich“, ergänzt Steinberger. Nach der Messe bewegt sich der Festzug in Richtung Humplbräu – zum gemeinsamen Weißwurstfrühstück.

fla

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