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Aufwendig: Rund 150 Millionen Euro würde die Errichtung des modernen Röhrensystems kosten.

Eine Röhre für 150 Millionen Euro

Wolfratshauser Stadtrat präsentiert Entwurf für Umgehungsstraße 

Alfred Fraas ist ein Mann mit Visionen. In der Reihe „Die CSU spricht Tacheles“ überraschte der Stadtrat mit spektakulären Planskizzen für eine unterirdische Umgehungsstraße.

Wolfratshausen – In der jüngsten Sondersitzung des Stadtrats hatte Verkehrsgutachter Helmuth Ammerl eine alarmierende Prognose vorgestellt. Demnach werden bis 2030 noch deutlich mehr Autos und Lkw durch die ohnehin schon belastete Loisachstadt rollen (wir berichteten). CSU-Stadtrat Alfred Fraas und Markus Feigl, Vorsitzender der Bürgerinitiative für eine Wolfratshauser Umgehungsstraße, wollen dabei nicht tatenlos zusehen.

Alfred Fraas: CSU-Stadtrat und Kulturreferent

In der Diskussionsrunde „Die CSU spricht Tacheles“ präsentierte Kulturreferent Fraas am Donnerstagabend spektakuläre Planskizzen für eine Umgehungsstraße: einen knapp zwei Kilometer langen Tunnel, der vom Ende des Autobahnzubringers an der B11 bis zur Pupplinger Au auf die Staatsstraße 2070 führen soll. Rund 150 Millionen Euro würde der Bau des ehrgeizigen Projekts kosten. Viel Geld, das nach Ansicht von Fraas nur mit Hilfe von Fördergeldern sowie durch eine Kooperation der beiden Nachbarstädte Wolfratshausen und Geretsried aufgetrieben werden kann. Laut Thomas Linder von der Obersten Baubehörde des Staatsministeriums bestehe die Möglichkeit, Umgehungsstraßen in kommunaler Sonderbaulast nach Artikel 13f des Gesetzes über den Finanzausgleich zwischen Staat, Gemeinden und Gemeindeverbänden zu fördern.

CSU-Fraktionssprecher: „Das ist unsere letzte Chance“

Dass die Investition sinnvoll wäre, steht für Fraas außer Frage. Er verwies auf das stetige Bevölkerungswachstum im Münchner Umland, in dem in den kommenden Jahren mit 300.000 Neubürgern zu rechnen sei. „Damit erhöht sich auch die Zahl der Fahrzeuge deutlich.“ Fraas rechnet zudem fest damit, dass der Autobahnzubringer B11a vierspurig ausgebaut wird. Deshalb schlägt der 66-Jährige an der Schnittstelle zwischen Zubringer und B11 einen Kreisverkehr vor. „Ampeln wären dann nicht mehr nötig.“ So wäre der Verkehrsfluss in den Tunnel sowie in Richtung Geretsried und Wolfratshausen geregelt.

„Das ist natürlich nur ein Vorschlag und nicht in Stein gemeißelt“, räumte Mitplaner Markus Feigl ein. Alternativ regte er eine weitere Autobahnausfahrt an der Raststätte Höhenrain an, die den Verkehr in den Norden Wolfratshausens beziehungsweise nach Berg ableitet. Dieses Gedankenspiel scheint aber noch schwieriger zu realisieren als das ohnehin schon ehrgeizige Tunnelprojekt. CSU-Fraktionssprecher Günther Eibl lobte den Vorschlag als großen Wurf für das gesamte Oberland: „Das ist unsere letzte Chance, kommende Generationen würden uns dankbar sein!“

Peter Herrmann

Lesen Sie auch: Tunnel-Idee für Wolfratshausen: Diese Schritte sind jetzt notwendig

Streckenverlauf: Der Tunnel soll am Ende des Autobahnzubringers (li.) beginnen – hier ist ein Kreisverkehr geplant – und unter den Isarauen hindurch bis zur Staatsstraße 2070 verlaufen.

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