„Eine sehr sehr gute Nachricht“

Isar-Kaufhaus: Positive Reaktionen nach Abriss-Erlaubnis

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Wolfratshausen - „Das ist eine gute Nachricht.“ Mit diesen Worten reagiert ein Großteil der Wolfratshauser Geschäftswelt auf die Nachricht, dass das Isar-Kaufhaus abgerissen werden darf.

Es ist mutmaßlich ein entscheidender Schritt zur seit Jahren diskutierten Neunutzung des ehemaligen Isar-Kaufhauses in der Altstadt: Die Untere Denkmalschutzbehörde hat dem von Immobilienbesitzerin Angela Scheller beantragten Komplettabriss der Liegenschaft Untermarkt 7 bis 11 entsprochen, die seit Ende 2012 leer steht. In der kommenden Woche will Rechtsanwalt Dr. Harald Mosler, der Scheller juristisch vertritt, seine Pläne in einem Pressegespräch vorstellen. Bisher ist bekannt, dass nach Abriss und Wiederaufbau ein Frequenzbringer in das rund 900 Quadratmeter große Erdgeschoss einziehen soll. Laut Mosler hat der Moderiese Hennes & Mauritz (H & M) Interesse bekundet.

„Das ist eine tolle Nachricht, dass nun endlich etwas weitergeht“, sagt Stefan Fischer, Chef des 90 Jahre alten Trachtenmodengeschäfts Fischer-Pflügl am Obermarkt. Er attestiert Mosler, ein „seröser, kompetenter Jurist mit besten Beziehungen“ zu sein. Dessen Konzept könnte „eine Win-win-Situation für die Stadt Wolfratshausen, für die ansässigen Geschäftsleute und die Immobilieneigentümerin“ schaffen, glaubt Fischer. Die Neunutzung des ehemaligen Kaufhauses „wird unsere schöne Stadt zusätzlich beleben“. Die Alternative zur Abrisserlaubnis: „Ein nicht vermietbarer Schandfleck, der nach und nach verfällt“, stellt Fischer mit Blick aus seinem Geschäft auf die gegenüberliegende Straßenseite fest.

Maurizio Faganello, Betreiber des gleichnamigen Eiscafés am Obermarkt, stößt ins selbe Horn: „Das ist eine sehr, sehr gute Nachricht“, kommentiert Faganello das Placet der Unteren Denkmalschutzbehörde. Das sei ein Zeichen, „dass sich hier in Wolfratshausen etwas tut“. Der Ex-Stadtrat rechnet damit, dass das Projekt – „läuft alles reibungslos“ – in zirka zwei Jahren in die Tat umgesetzt sein könnte.

Die Aussicht auf einen prominenten Frequenzbringer („ein Zugpferd“) nähre nicht nur bei angestammten Geschäftstreibenden die Hoffnung auf bessere Zeiten: „Es ist auch ein Signal an potenzielle Investoren“ und Unternehmer, die mit einem Standort in der Loisachstadt liebäugeln. „Das könnte ihre Entscheidung positiv beeinflussen.“ Doch auch die Kommune müsse nun ihre Hausaufgaben machen. Faganello plädiert mit Nachdruck für die Schaffung von mehr Parkplätzen in der Innenstadt.

H & M in der Wolfratshauser Altstadt: „Das wäre ein Magnet für weitere kleine Geschäfte“, sagt der Immobilienmakler Ernst Gröbmair. Ihm gefalle sehr, dass sich das neue Gebäude ins historische Stadtbild einfügen muss. Diese Auflage der Denkmalschützer wollen Mosler und Architekt Ferster nach eigenem Bekunden erfüllen.

Die Entscheidung der Denkmalschützer „ist richtig und macht den Weg für Neues frei“, sagt Ingrid Schnaller, Vorsitzende des Werbekreises Einkaufsstadt Wolfratshausen. Sie sei nicht „euphorisch“, denn: „Euphorisch bin ich erst, wenn das neue Gebäude steht und Mieter eingezogen sind.“ Wenngleich an der bestehenden Liegenschaft „nichts historisch Erhaltenswertes festzustellen ist“ – zu diesem Ergebnis kam auch der Historische Verein Wolfratshausen – begrüßt Schnaller Moslers Ankündigung, für den Neubau Fotos sichten zu wollen, die vor den 1960er-Jahren entstanden sind. Das heißt, bevor die damalige Kaufhaus-Fassade massive optische Veränderungen erfuhr.

Die Werbekreischefin geht davon aus, dass Mosler, der von ihm ausfindig gemachte Investor, Architekt Ferster und die Stadt einen Teil des Weges nun Hand in Hand gehen. Wie berichtet hat die Kommune 2016 die seit 2006 geschlossene Happ’sche Apotheke gekauft. Die steht direkt neben dem ehemaligen Isar-Kaufhaus. „Das Grundstück liegt strategisch sehr günstig“, stellte Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller im November in einem Gespräch mit unserer Zeitung fest.

Rubriklistenbild: © Archiv

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