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Eine Wolfratshauser Institution wird 25 Jahre alt

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Im Jugendhaus La Vida ist immer etwas geboten. 2002 wurde der Treffpunkt eröffnet. © Archiv

Der Kinder- und Jugendförderverein (KJFV) Wolfratshausen feiert am 29. Juni sein 25-jähriges Bestehen. Was als „Alibi-Verein“ begonnen hat, ist heute ein florierender Betrieb mit rund 70 Festangestellten.

Wolfratshausen – Keimzelle des Kinder- und Jugendfördervereins (KJFV) Wolfratshausen war der Kinderhort in Waldram. „Er stand damals unter städtischer Trägerschaft“, erklärt der heutige Geschäftsführer des KJFV, Fritz Meixner (49), nach einem Blick in die Chronik. „Nur hatten sich im Jahr 1993 die Förderrichtlinien geändert: Kommunale Horte sollten keine staatlichen Zuschüsse mehr erhalten.“ Ein Schlupfloch im Gesetz bot die Gründung eines Vereins. Meixner lacht. „Der Jurist, dem die Satzung vorgelegt worden ist, sprach von einem ,Alibi-Verein‘, weil automatisch der Erste Bürgermeister das Amt des Vorsitzenden, und der Zweite als sein Stellvertreter fungierten, also nicht von den Mitgliedern gewählt worden sind.“ Erst in der Jahresversammlung Ende 2001 wurde dieser Punkt geändert. Heute stehen im Verein Reiner Berchtold, Konstanze von Unold und Kathi Kugler an der Spitze.

Aus den Anfängen des Vereins: Das Foto links zeigt die ersten beiden Streetworker Markus Fendt (li.) und Fritz Meixner (re.) mit dem geschäftsführenden Beamten Franz Gehring (2. v. li.) und Bürgermeister Peter Finsterwalder. 

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Aus den Anfängen des Vereins: Das Foto links zeigt die ersten beiden Streetworker Markus Fendt (li.) und Fritz Meixner (re.) mit dem geschäftsführenden Beamten Franz Gehring (2. v. li.) und Bürgermeister Peter Finsterwalder. © Archiv

Zeitgleich mit dem Hort übernahm 1994 der KJFV die Betreuung der von den Jugendlichen selbstverwalteten „Littig-Villa“ in der offenen Kinder- und Jugendarbeit. „Damals gab es als Mitarbeiter zwei Erzieher und eine Kinderpflegerin“, so Meixner. Doch dass sollte sich schnell ändern: Durchschnittlich kamen jedes Jahr zwei neue Kollegen hinzu, heute arbeiten rund 70 Festangestellte für die Einrichtung. Auch der Aufgabenbereich wuchs: Der Waldramer Kinderhort erhielt eine zweite Gruppe, 1996 kam die mobile Jugendarbeit dazu – und damit auch Fritz Meixner. Er erzählt: „Markus Fendt, ein Freund von mir, und ich stolperten zeitgleich über die Anzeige der Stadt Wolfratshausen. Gesucht wurde ein Sozialpädagoge für ,vernünftige Jugendarbeit‘.“ Beide sprachen bei Franz Gehring, damals geschäftsführender Beamter der Stadt, vor – und wurden für je 28 Wochenstunden eingestellt. „Wir argumentierten, dass schließlich Pionierarbeit zu leisten und das mit einer Stelle kaum zu stemmen sei“, erinnert sich Meixner. Gehring ließ sich überzeugen und stockte die auf vorerst zwei Jahre befristete Stelle auf.

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Der erste Skaterpark auf dem ehemaligen Volksfestplatz. © Archiv

Das Team machte seinen Job gut: 1997 wurde auf dem damaligen Volksfestplatz an der Königsdorfer Straße – dort stehen heute ein Supermarkt und ein Discounter – eine Skateranlage errichtet. Die Mitarbeiter erarbeiteten außerdem Konzepte, unterteilten die Arbeit in Stadtjugendpflege und Mobile Jugendarbeit. „Dann kam das Thema Mittagsbetreuung an der Grund- und Hauptschule auf“, erinnert sich Meixner. Wieder sprang der KJFV als Träger ein und sah sich 1999 für eine Gruppe in Waldram und zwei in Wolfratshausen verantwortlich. In diesem Jahr führte der Verein auch den Ferienpass ein, der sich seitdem steigender Beliebtheit erfreut. Fendt blieb bis Ende Januar 2000, sein Nachfolger wurde Harald Vonderau.

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Die Anforderungen stiegen konstant: Eine Nachmittagsbetreuungsgruppe wurde installiert, die Mittagsbetreuung erweitert. 2002 hatten die Mitarbeiter der KJFV einen Grund zum Feiern: Gleich neben der Hammerschmidschule entstand ein Jugendhaus. Ein Wettbewerb sollte dem Gebäude einen Namen bescheren. „La Vida“, das Leben, machte schließlich das Rennen. Und der KJFV wuchs weiter: Familienpaten, Schul- und Jugendsozialarbeit, Hausaufgabenbegleitung an der Mittelschule Waldram sowie die Einrichtung einer Stiftung kamen hinzu – um nur ein paar Punkte zu nennen.

Das La Vida soll bei der Feier am Samstag, 29. Juni, von 10 bis 20 Uhr auch im Mittelpunkt stehen. „Wir planen einen Kinder-, Jugend- und Familientag“, kündigt Meixner an. An der Floßlände ist neben einem kleinen Programm die Verpflegung der Gäste geplant, auf dem Sportplatz will der KJFV Mitmachangebote offerieren. Der Pausenhof verwandelt sich in einen Skaterplatz und Radlparcours. „Das Einzige, was uns dann noch fehlt, ist schönes Wetter.“

sh

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