Soul-Legende Aretha Franklin ist tot

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Frostig: Bis auf minus 20 Grad fiel das Thermometer in den vergangenen Tagen. Erst ab Donnerstag soll es mit den Temperaturen wieder nach oben gehen. 

Kältewelle 

Den einen freut’s, den anderen friert’s

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Das Oberland steckt in einer Kälteperiode, wie es sie lange nicht mehr gab. Mehr als 30 Jahre, um genau zu sein. Metereologisch befindet sich der Landkreis in einem Ausnahmezustand.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Nein, mit einem normalen Winter hat das nichts zu tun, was wir gerade erleben. „Dafür sind Ausmaß, Dauer und Zeitpunkt viel zu ungewöhnlich“, sagt der Tölzer Metereologe Kai Zorn, der für das Portal www.wetter.com arbeitet. So viele Tage hindurch zweistellige Minusgrade, und das im Februar: Das ist metereologischer Ausnahmezustand. „Artic Outbreak“ nennt Zorn das Phänomen.

Möglich macht das Ganze eiskalte Sibirienluft, gepaart mit schneidenden Winden. Sie sorgen dafür, dass sich das Wetter noch viel kälter anfühlt, als es wirklich ist – bis zu minus 30 Grad. Zorn rät: „Bleiben Sie nicht zu lange draußen.“ Auf Kinder und Vierbeiner sollte man besonders aufpassen.

Mit zwei paar Socken in den Wald

Für Obdachlose kann die Lage lebensbedrohlich sein. Ganz so dramatisch schätzt Ines Lobenstein, Obdachlosenbetreuerin in der Loisachstadt, die Lage aber nicht ein. „Bisher hat sich bei uns noch niemand gemeldet“, sagt sie am Montagnachmittag. Wir: Das ist das Team der Obdachlosenunterkunft an der Münchner Straße, wo Betten und warmes Essen für den Fall der Fälle bereitstehen. Über das Ausbleiben von Obdachlosen wundert sich Lobenstein allerdings nicht, sie kennt ihr Klientel sehr genau. „Diese Leute haben sich in ihrem Leben normalerweise sehr gut eingerichtet und kommen auch mit solchen Situationen zurecht.“ So habe ihr ein Obdachloser mal erzählt, dass er klirrender Kälte nachts eben wenig schlafe und herumläuft.

Viel Bewegung an der frischen Luft sind die Waldbesitzer gewöhnt – und deshalb auch bei sibirischer Kälte hart im Nehmen. „Ich finde das momentan nicht dramatisch“, sagt Hans Killer, Chef der Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen aus Altkirchen. Er geht zwar mit zwei Paar Socken in den Wald, aber er geht. Die trockene Luft und der harte Schnee haben für die Waldbesitzer sogar Vorteile: „Man kriegt das Holz gut raus.“ Ähnlich kalt war es nach seiner Erinnerung 1985, damals hatte er drei Paar Socken an. Der Landwirt bedauert nur, dass die momentane Kälte dem Borkenkäfer – dem natürlichen Feind des Waldbesitzers – nichts anhaben kann. „Da würde es minus 40 Grad brauchen.“ Er hofft auf nasskaltes Frühlingswetter, denn nur das macht dem Käfer im großen Stil den Garaus.

„Schon wenige Tropfen Kondenswasser können eine Melkanlage blockieren“

Für Landwirte hat die derzeitige Kälte durchaus Folgen. Allerdings weniger für die Tiere im Stall, als vielmehr für die teils sensible Technik, der sich die Bauern längst bedienen. „Schon wenige Tropfen Kondenswasser können eine Melkanlage blockieren“, sagt Peter Fichtner, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands. Gleiches gilt für die feinen Ventile, die das Wasser nicht mehr in die Tränkebecken der Kühe lassen. Der Ackerbau hingegen ist laut Fichtner auf Temperaturen unter null Grad angewiesen. Der Frost schaffe eine feinkörnige Krümelstruktur, die man sonst mechanisch herstellen müsste. Er sprengt den Boden auf, macht ihn wieder fit für die Nährstoffaufnahme und repariert Strukturschäden. „Wenn es wieder wärmer wird, fällt der Humus wunderbar auseinander“, so Fichtner.

Nichts geht momentan mehr auf den Baustellen. „Unsere Rohbaustellen sind aufgrund der aktuellen Wetterlage seit Mittwoch letzter Woche eingestellt“, teilt Veronika Brand von der Firma Krämmel mit. „Voraussichtlich werden die Arbeiten ab Montag wieder aufgenommen.“ Solche Schlechtwetter-Perioden kämen in fast jedem Winter vor. Ab etwa Minus fünf Grad Celsius werde der Einsatz des Personals mit Blick auf Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz geprüft – und gegebenenfalls der Betrieb eingestellt. Ausschlaggebend seien nicht nur die Temperatur, sondern auch Faktoren wie extremer Wind, Schnee und Eis. „Zudem ist das Verarbeiten der Materialien Beton und Mauerwerk ab Temperaturen, die dauerhaft unterhalb des Gefrierpunktes liegen, nur noch bedingt möglich“, erklärt die Unternehmenssprecherin.

Dem Geschäft zugutekommt hingegen der Kälteeinbruch dem Isarkaufhaus in Geretsried. „Es gibt seit Samstag einen regelrechten Ansturm auf Handschuhe, Mützen, Schals und Rollkragenpullis und Jacken“, berichtet Felicitas Hübner, Stellvertreterin von Chef Frederik Holthaus. Allerdings sei die Auswahl begrenzt, weil inzwischen nach und nach die Frühjahrsmode eintrifft. Privat findet sie die Kälte sehr gut, einen langen Spaziergang am Wochenende hat sie sehr genossen. „Man braucht einfach nur die richtige Kleidung, dann geht das.“

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