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Stadträte wollen Eiszeit in Wolfratshausen retten - „Ich bin sehr optimistisch“

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Bei Kindern beliebt ist die Eislaufbahn an der Loisach. Einige Stadträte wollen die Attraktion retten.
Bei Kindern beliebt ist die Eislaufbahn an der Loisach. Einige Stadträte wollen die Attraktion retten. © Archiv

Einige Stadträte wollen das Aus der Winter-Attraktion an der Loisach verhindern. Jetzt äußern sich auch Klimaschützer zu der künstlichen Eislaufbahn.

Wolfratshausen – Das Ende der Eiszeit ist noch nicht besiegelt: Einige Stadträte haben sich zusammengeschlossen, um die Winter-Attraktion zu retten. Das Gremium soll im Mai erneut über das Thema abstimmen. Mit einem 4:4-Abstimmungs-Patt hatte der Wolfratshauser Kulturausschuss einer Neuauflage der künstlichen Eislaufbahn an der Loisach eine denkbar knappe Absage erteilt (wir berichteten). Die Entscheidung sorgte für heftige Reaktionen.

Stadträte wollen Eiszeit in Wolfratshausen retten - „Ich bin sehr optimistisch“

Die Jugendreferentin des Stadtrats, Jennifer Layton, hat einige Gremiumskollegen zusammengetrommelt, um sie nochmals auf den Prüfstand zu stellen. „Es war eine so knappe Entscheidung, dass es der Sache nicht gerecht würde, das jetzt einfach so stehen zu lassen“, sagt sie. Zudem hätten zwei Gremiumsmitglieder, die an der Eisbahn festhalten wollen – ein CSU- und ein Liste WOR-Vertreter, in der Sitzung (entschuldigt) gefehlt. Layton ist zuversichtlich, „dass es im Stadtrat ein anderes, positives Ergebnis geben wird.“ Ihrer Einschätzung nach seien zwar SPD und große Teile der Grünen gegen eine Weiterführung der Eisfläche, „der Rest ist aber dafür“.

Grünen-Politikerin plädiert für die Eiszeit - trotz verheerender Klimabilanz

Die Grünen-Politikerin hatte für eine Weiterführung der Eiszeit gestimmt – obwohl große Teile ihrer Partei mit Blick auf den Klimanotstandsbeschluss die Reißleine ziehen wollten. „Als Jugendreferentin sehe ich es als meine Aufgabe an, dass ich auch die Interessen von Kindern und Jugendlichen vertrete“, erklärt Layton. Und gerade unter den jüngsten Wolfratshausern sei die Eisfläche beliebt. Zwar könne sie die Vorbehalte gegenüber der Umweltbilanz der Eisfläche nachvollziehen, „aber wir sollten uns überlegen, bei welchen Projekten wir den Rotstift als erstes ansetzen“.

Klimaschützer sind „natürlich dagegen“, dass Eiszeit stattfindet - sie fordern eine Alternative

Der Grund für das Aus der Eiszeit – die Klimabilanz der künstlichen Anlage – ist das Leib- und Magenthema der Klimainitiative „Wor for Future“. In einer Pressemitteilung sprechen sich die Klimaschützer am Montag gegen eine Fortführung der Attraktion aus. „An fünf warmen Tagen verbraucht die Eiszeit so viel wie ein Drei-Personen-Haushalt in einem Jahr“, schreibt Susann Fuchs im Namen des Bündnisses. „Wir sind natürlich dagegen, dass ein Projekt mit einer so verheerenden Klimabilanz stattfindet.“

Wird es nochmal Eiszeit in Wolfratshausen geben? Stadträte wollen Attraktion retten

Das Bündnis hält jedoch nichts davon, der Eisfläche einfach den Stecker zu ziehen, ohne ein neues Angebot zu schnüren: „Wir finden es falsch, die Eiszeit ersatzlos zu streichen“, schreibt Susann Fuchs. „Wir können doch jetzt nicht ausgerechnet denen etwas wegnehmen, die ohnehin ständig verzichten sollen und die unter allen unseren Krisen leiden müssen: den Kindern und Jugendlichen.“ Die Klimaschützer plädieren zwar für ein Ende der Eiszeit, „aber wir wünschen uns eine bessere Alternative“, so Fuchs.

Ob es dazu kommt, kann angesichts der Reaktionen auf die Ausschuss-Entscheidung bezweifelt werden. Am Montag hat Layton die Signaturen von acht Ratsmitgliedern an Vize-Bürgermeister Günther Eibl übergeben. Das bedeutet, dass die Thematik nochmals im Stadtrat behandelt wird, weil sich ein Drittel der 24 Mitglieder dafür ausgesprochen hat. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir im Mai eine andere Entscheidung treffen werden“, sagt Layton. Für die Stadtratssitzung an diesem Dienstagabend kommt die Unterschriftensammlung zu spät: Die Antragsfrist ist abgelaufen.

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