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Ein Landschaftsbild im Wert von 60.000 bot der Murnauer Wolf Lehner an. Er selbst war in der NPD aktiv. Der Maler des Werks, Oskar Mulley, war von den Nazis sehr geschätzt. 

Antik- und Kunsttage in der Loisachhalle

Eldorado für Schatzsucher

Händler aus ganz Deutschland haben am Osterwochenende Schmuck, Porzellan, Möbel, Gemälde und historische Uhren ausgestellt. Die wertvollsten Exponate kosteten 60.000 Euro. Auch umstrittene Aussteller waren vertreten.

Wolfratshausen - Zum dritten Mal veranstaltete der Münchner Rainer Dohn in der Loisachhalle einen Markt, auf dem Kostbarkeiten aus fünf Jahrhunderten ausgestellt wurden. Die Resonanz war bereits im März und Oktober des vergangenen Jahres gut. Dennoch musste er die Standgebühren leicht anheben. „Die Nebenkosten für die Security und fürs Plakatieren in der ganzen Region sind hoch“, erklärte der Veranstalter.

Einige Aussteller nahmen sogar eine Anreise von mehreren hundert Kilometern auf sich. Zum Beispiel Marianne Pohl aus Bissendorf bei Osnabrück. An ihrem Stand im Foyer fachsimpelte sie mit einer Gruppe von Frauen über antike Tischwäsche. „Das Interesse der Besucher ist groß, das ist in Wolfratshausen nicht anders als beispielsweise in Dänemark“, sagte die in ganz Europa ausstellende Händlerin. Die Textilien wurden schon in verschiedenen Fürstenhäusern verwendet und sind erstaunlich gut erhalten.

Reges Interesse verzeichnete auch Vasilios Karastergios im ersten Obergeschoß. Und das, obwohl er Pelze ausstellte. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass so viele Leute unseren Stand besuchen“, wunderte er sich. „Dabei müssen wir uns zum Beispiel in München oft mit Protesten von Tierschützern auseinandersetzen.“

Der Aussteller hat sich angeblich von der NPD losgesagt

Dass die Besucher auch mit konkreten Kaufabsichten kamen, bestätigten auch die Anbieter von Bauernmöbeln, Schmuck und Gemälden. Letztere hatte Wolf Lehner publikumswirksam auf die Bühne der Loisachhalle gestellt. „Für ein Werk des österreichischen Landschaftsmalers Oskar Mulley wurden auf einer Auktion in Wien 100 000 Euro abgerufen, ich biete eines für 60 000 Euro an“, sagte er.

Dass die mit pastosem Farbauftrag und Spachteltechnik angefertigten Gemälde von Oskar Mulley zur Zeit des Dritten Reiches vor allem von Nationalsozialisten geschätzt wurden, ist dem Anbieter bewusst. Auf Nachfrage unserer Zeitung räumte er ein, selbst lange Zeit Mitglied der rechtsextremen NPD gewesen zu sein „Ich bin aber längst ausgetreten, das ist ein Sauhaufen“, erklärte Lehner. Ebenso wie Veranstalter Rainer Dohn vertrat er die Auffassung, dass die Weltanschauung von Ausstellern bei der Beurteilung von Kunstwerken nur eine untergeordnete Rolle spielen sollte. Peter Herrmann

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