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Tödliches Ende: Am 25. Oktober wurde ein Fußgänger von einem Auto erfasst, als er die Adalbert-Stifter-Straße in Geretsried überquerte. Der Mann starb – einer von fünf Todesopfern auf den Straßen im Nordlandkreis im Jahr 2018.

Unfallstatistik

Elf Verkehrstote im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

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Die Unfallstatistik des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gibt Anlass zur Sorge. Die Zahl der Verkehrstoten stieg von 77 auf 99.  Risikogruppen sind Zweiradfahrer und Fußgänger.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Das vergangene Jahr war kein gutes auf den Straßen im südlichen Oberbayern: 99 Menschen verloren dort ihr Leben, 22 mehr als 2017. Das geht aus der am Montag vorgelegten Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hervor. Die Behörde ist für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und weitere neun Landkreise und Städte zuständig. Zwischen Jachenau und Icking blieb die Zahl der Toten gleich: Hier starben wie im Jahr zuvor elf Menschen. Die Zahl der Unfälle erhöhte sich im Landkreis um 0,6 Prozent von 3714 auf 3738. Dabei wurden 815 Personen verletzt. Im Jahr zuvor waren es 769.

Sechs Unfälle mit Toten fielen in den Zuständigkeitsbereich der Tölzer Polizeiinspektion. Zweimal mussten Beamte der Wolfratshauser Dienststelle tödliche Unfälle aufnehmen. Beide Male traf es Motorradfahrer. Am 13. Oktober starb ein 30-jähriger Waldramer nahe Ambach. Ein 73-jähriger Autofahrer aus Münsing hatte den jungen Familienvater auf dessen Kawasaki übersehen. Der 29-jährige Sozius des Waldramers überlebte die Kollision schwer verletzt. Laut Hauptkommissar Steffen Frühauf musste sich der Autofahrer „wegen fahrlässiger Tötung verantworten“. Exakt zwei Wochen später, am 27. Oktober, prallte ein 32-jähriger Münchner mit seiner BMW mit voller Wucht gegen die Autobahnbrücke an der Anschlussstelle Seeshaupt. Er war auf der Stelle tot.

Motorradfahren ist nach wie vor riskant: 1128 Biker waren 2018 im südlichen Oberbayern in Unfälle verwickelt, 38 mehr als 2017. 991 Fahrer beziehungsweise Mitfahrer wurden verletzt, 21 – fünf mehr als 2017 – verloren ihr Leben. „Hauptunfallursache ist nach wie vor nicht angepasste beziehungsweise überhöhte Geschwindigkeit“, sagt Stefan Sonntag, Sprecher der Rosenheimer Behörde.

Drei tödliche Unfälle beschäftigten die Beamten der Geretsrieder Polizeiinspektion: Am 13. Oktober erlag der frühere Geretsrieder Stadtrat Harald Sachers im Krankenhaus seinen schweren Blessuren, die er sich auf der B11 zwischen Geretsried und Königsdorf zugezogen hatte. Der 86-Jährige, auf einem Fahrrad unterwegs, war mit einem Motorrad zusammengestoßen. Unheilvoll war am 25. Oktober die Kombination aus dunkler Kleidung und Dunkelheit für einen 85-jährigen Geretsrieder: Er überquerte die Adalbert-Stifter-Straße auf Höhe des Tannenwegs. Eine 63-Jährige sah den Mann zu spät und erfasste ihn mit ihrem Audi. Der 85-Jährige starb im Krankenhaus. Und tödlich endete Anfang Juni für eine 71-Jährige die Ausfahrt mit ihrem E-Bike. Die Frau stürzte auf der Johann-Sebastian-Bach-Straße, als sie einem Ball ausweichen wollte. Sie erlag ihren schweren Verletzungen später in einer Klinik.

Folgt man der Statistik, sind die Haupt-Risikogruppen neben den genannten Motorradfahren Radler und Fußgänger. Stefan Sonntag nennt für den gesamten Zuständigkeitsbereich einen „Anstieg bei der Zahl der getöteten Radfahrer von 13 auf 18“. Die Zahl der beteiligten Radler blieb mit 2269 im Vergleich zu 2017 nahezu konstant, „bei den Verkehrsunfällen wurden jedoch geringfügig mehr Radfahrer verletzt“. Auffallend sei die weitere Zunahme – plus 32,45 Prozent – von beteiligten Pedelecs und der bei Unfällen mit Pedelecs verletzten Personen. Hier kletterte die Zahl von 176 auf 232. Sonntag: „Diesem negativen Trend folgend haben sich auch die bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückten Fahrer von Pedelecs entwickelt.“

Fußgänger waren 2018 ebenfalls wieder häufiger an Verkehrsunfällen beteiligt. Ihre Zahl stiegt von 563 auf 579. Dabei starben 14 Menschen, doppelt so viel wie im vorangegangenen Jahr. Überdies negativ: Die Zahl der an Unfällen beteiligten Ü 65-Senioren kletterte von 4137 auf 4362. 30 von ihnen (im Vorjahr 24) starben.

Polizeipräsident Robert Kopp macht die Zunahme der Verletzten und Toten Sorgen, „auch wenn die Entwicklung in den einzelnen Landkreisen sehr unterschiedlich ist“. In den Risikogruppen Senioren und Zweiradfahrer sowie bei den Schulwegunfällen habe sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre nicht mehr fortgesetzt, bedauert Kopp. Er ist „mit der letztjährigen Bilanz – trotz rückläufiger Gesamtunfallzahlen – nicht zufrieden“.

peb

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