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Zum 95. Geburtstag gratulierte Dritter Bürgermeister Helmuth Holzheu der Jubilarin Else Pesch.

Kleine Feier im AWO-Seniorenpark

Else Pesch feiert 95. Geburtstag

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Wolfratshausen - Else Pesch gehört zu der Generation, die vertrieben wurde und sich eine neue Heimat suchen musste. Diese Heimat ist Wolfratshausen. Und ihre Lieblingsinsel ist Mallorca. 

Der Platz des Geburtstagskindes ist nicht zu übersehen: Eine große „95“ an der Wand des Gemeinschaftsraums im ASB-Seniorenwohnpark weist den Weg direkt zu Else Pesch. Die Jubilarin wurde in Neuhof im Landstrich Kuhländchen (Sudetenland) geboren. „Im Gasthof ihrer Familie“, sagt Tochter Angelika Futterknecht. Nach der Schule besuchte Pesch drei Jahre lang eine „Frauenberufsfachschule“ mit Schwerpunkt Nähen. Eine gute Entscheidung, denn so konnte sie nach dem Krieg als Schneiderin arbeiten.

Doch erst einmal kam die Vertreibung. Pesch musste das Sudetenland verlassen. „Das war schrecklich für sie“, sagt Futterknecht. „Am einen Ende des Zugs die Amis, am anderen die Russen.“ Einmal wurden dem jungen Mädchen die Schuhe gestohlen. „Da musste sie auf Socken weiter.“ In Ansbach geschah ein kleines Wunder: Pesch fand mithilfe des Suchdienstes des Roten Kreuzes ihre Eltern und ihren Verlobten wieder. Im geliehenen Brautkleid heiratete sie 1946.

Neun Jahre lang lebte die kleine Familie – Angelika wurde im Jahr darauf geboren – in einer Ein-Zimmer-Wohnung mit Kohleofen, aber ohne Wasser in München, bis sie in der Nähe des Nordbads eine größere Bleibe fanden. Doch die Erinnerung an das Zuhause im Sudetenland ließ Pesch nicht los. Sie engagierte sich in der „Heimatgruppe Kuhländchen-München“ und im Verein „Alte Heimat“. „Für diesen, über 40 Jahre langen Einsatz wurde sie mit der ,Verdienstmedaille der Heimatlandschaft Kuhländchen‘ ausgezeichnet.“

Mit 63 stieg Pesch erstmals in ein Flugzeug: Das Ziel war Mallorca – und seitdem lässt sie die Insel nicht mehr los. „Wir waren viermal dort“, schwärmt sie mit glänzenden Augen. „Wunderschön.“ Seit dreieinhalb Jahren lebt die zweifache Großmutter und Urgroßmutter eines Enkelsohns in Wolfratshausen – und liest nach wie vor den Merkur beziehungsweise jetzt den Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur. „Seit über 60 Jahren“, sagt sie stolz. 

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