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Die Natur hat sich die Tribüne zurückerobert: 2018 sollen auf der Bergwaldbühne aber wieder Veranstaltungen stattfinden. 

Bergwaldbühne in Wolfratshausen soll wiederbelebt werden

Das Ende des Dornröschenschlafs

Kulturmanagerin Marion Klement möchte einem einstigen Wolfratshauser Alleinstellungsmerkmal zu neuem Ruhm verhelfen. Die Rede ist von der Bergwaldbühne, die seit Jahren im Dornröschenschlaf liegt.

Wolfratshausen – Vor rund fünf Jahren fand über den Dächern der Loisachstadt letztmals eine Veranstaltung statt: Der Ascholdinger Heimatkrimi-Autor Dr. Georg Unterholzner las vor rund 100 Zuschauern aus einem seiner Werke. In den Jahren zuvor waren die Theater und Konzerte vor außergewöhnlicher Kulisse ein Zuschauermagnet. Seither wurde die Freiluftbühne nur noch für gelegentliche, kleine Workshops genutzt. Kultur-events im Bergwald suchte man vergeblich im städtischen Terminkalender. Der Grund: Nach starken Unwettern im Jahr 2013 war die einzige Zufahrt, die durch den Mischwald hinauf zur Bühne führt, nicht mehr befahrbar – das war das Aus für den Veranstaltungsort.

Kulturmanagerin Klement möchte das ändern: „Für 2018 habe ich wieder Veranstaltungen geplant“, verrät sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie denkt an „Musik und Theater“. Welche Künstler auftreten sollen und in welcher Größenordnung die Veranstaltungen geplant sind, möchte sie noch nicht verraten. Nur so viel: „Es wird klein, aber fein.“ Großveranstaltungen mit aufwändigem technischen Equipment seien bei dem mit einem Transportfahrzeug nur schwer zugänglichen Veranstaltungsort schwer vorstellbar. Außerdem: „Wir können auf der Bergwaldbühne nur dann Veranstaltungen ausrichten, wenn keine Gewitterwarnung vorliegt und das Wetter wirklich gut ist.“ Die Rathausmitarbeiterin möchte nicht das Risiko eingehen, große Termine mit Künstlern, die eine hohe Gage verlangen, wetterbedingt absagen zu müssen. „Es rechnet sich sonst nicht, da oben ganz groß zu planen.“ Bei vermeintlich kleineren Auftritten sei der Verlust im Falle einer Verlegung schlicht und ergreifend geringer. Die Veranstaltungen hat die Kulturmanagerin deshalb allesamt im Juli des nächsten Jahres angesetzt. „Wir können die Bühne nur im Sommer nutzen.“

Große Renovierungsarbeiten, bevor die verwaiste Kulturstätte wieder genutzt werden kann, erwartet Klement nicht. „Der städtische Bauhof kümmert sich um die Instandhaltung.“ Außer gelegentlichen Schäden am Holz, die die Kulturmanagerin unbekannten Vandalen zuschreibt, müsse an der Bühne über den Dächern der Stadt „nicht viel gemacht werden“. Auch die rund 130 Zuschauerplätze seien in einem guten Zustand.

(Dominik Stallein)

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