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Der Schlauchturm ist wieder dfa: Das ehemalige Weidacher Feuerwehrhaus sieht wieder aus wie früher.

Langwierige Geschichte am ehemaligen Feuerwehrhaus

Endlich: Weidacher Schlauchturm ist wieder da

Weidach – Wo ist der Schlauchturm? Diese Frage stellten sich die Weidacher in den vergangenen Jahren immer wieder. Jetzt ist es soweit.

 Auch Michael Baindl wies einmal in einer E-Mail an unsere Zeitung darauf hin, dass das alte Feuerwehrhaus in dem Wolfratshauser Stadtteil noch nicht wieder so dasteht wie früher. Jetzt schaut es so aus, als würde der Besitzer den Auflagen der Stadt im Zuge der Renovierungsarbeiten nachkommen: Der Turm ist wieder da.

Der Turm verschwindet: Das schwer beschädigte Feuerwehrhaus nach dem Sturm von 1993.

Vor rund vier Jahren hatte die Stadt das Weidacher Feuerwehrhaus gegen Höchstgebot verkauft. Allerdings nahm man den neuen Besitzer in die Pflicht. Der ehemalige Schlauchturm musste wieder aufgebaut werden. Weil sich in dieser Hinsicht lange Zeit nichts getan hatte, führte die Stadt vor etwas mehr als einem Jahr Gespräche mit dem Eigentümer. Bauamtschef Dieter Lejko machte damals deutlich: „Der Schlauchturm muss wieder aufgebaut werden, das steht außer Frage.“
 
Das alte Feuerwehrhaus hat seinen Turm am 18. Juli 1993 verloren. Ein schweres Unwetter fegte damals über den Landkreis und richtete Schäden in Millionenhöhe an. Vor allem in Weidach wütete der Sturm: Beim Wirtshaus Grüner Baum fielen Stämme in Stromleitungen, beschädigten Dächer, Autos und Zäune. Auch das Feuerwehrgerätehaus wurde demoliert: Der Schlauchturmknickte ab.

Die Hoffnung der Freiwilligen Feuerwehr Weidach auf ein neues Domizil erhielt dadurch neue Nahrung. Wegen fehlender Finanzen war das Projekt immer wieder zurückgestellt worden – obwohl die im Jahr 1927 errichtete Hütte aus allen Nähten platzte. Die beiden Fahrzeuge hatten gerade so hintereinander Platz, die Anhänger standen in gemieteten Garagen in der Nachbarschaft. Richtig chaotisch war es im Ernstfall, wenn sich in dem Häuserl Dutzende Feuerwehrleute gleichzeitig umzogen.

Immer wieder verschoben wurde der Neubau des Turms: So stand das Gebäude 23 Jahre lang ohne ihn da.

Drei Jahre nach dem Sturm war es dann soweit: Das neue Domizil der Wehr am Mühlpointweg wurde eingeweiht. Das alte Feuerwehrhaus wurde nach dem Auszug der Wehr von der Stadt mehrfach vermietet. Der letzte Mieter, der das Haus als Abstellschuppen nutzte, kündigte 2011 den Mietvertrag. Die Stadt stand vor der Frage, was mit der sanierungsbedürftigen Immobilie geschehen soll. Der damalige Bürgermeister Helmut Forster stellte im Stadtrat klar, dass das Haus erhalten bleiben soll – „weil es ein Teil von Weidach ist“.
 
Klar war aber, dass die Kommune es nicht selbst herrichten will. „Wir haben keine Mieteinnahmen mehr und es ist reparaturbedürftig“, erklärte Forster seinerzeit. Und: „Selbst wenn wir investieren würden – wir hätten keine Verwendung.“ Also beschloss der Stadtrat, das Haus gegen Höchstgebot zu verkaufen. Aber nur unter einer Bedingung: Der Schlauchturm muss wieder aufgebaut worden. Jetzt ist er wieder da.

fla

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