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Auf eigenen Wunsch: Die Energiebeauftragte der Stadt, Eva Kiel, hat das Rathaus verlassen.

Eva Kiel verlässt Rathaus auf eigenen Wunsch

Energiebeauftragte kündigt: Was macht die Stadt Wolfratshausen nun?

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Auf eigenen Wunsch hat die Energiebeauftragte der Stadt Wolfratshausen, Eva Kiel, das Rathaus verlassen. Die Stelle soll so schnell wie möglich nachbesetzt werden.

Wolfratshausen – Der Jahresbericht, den die Energiebeauftragte der Stadt, Eva Kiel, im Dezember den Stadträten präsentierte, war zugleich ihr letzter für die Flößerstadt: Kiel hat das Rathaus auf eigenen Wunsch am 1. Januar verlassen. Die Stelle wird laut Bürgermeister Klaus Heilinglechner so schnell wie möglich neu besetzt. Knapp zehn Bewerber für den Job gibt es bereits,seit Freitag finden im Rathaus erste Auswahlgespräche statt. Die endgültige Entscheidung fällen die Stadträte hinter verschlossenen Türen.

Heilinglechner bedauert Kiels Abschied aus der Loisachstadt. Sie habe mit hoher Kompetenz dafür gesorgt, dass die Kommune den gesteckten Zielen etwas näher gekommen sei. „Die Themen Energie und Umwelt sind wichtige Punkte, wir müssen immer intensiver auf diese Bereiche schauen“, betont der Bürgermeister. Erklärte Absicht der Stadt ist es unter anderem, mittelfristig den Strom- und Energieverbrauch deutlich zu reduzieren, gut 90 Prozent des Stroms soll aus erneuerbaren Quellen bezogen werden. „Weit gekommen“, dass räumte Kiel im Dezember allerdings ein, sei man bis dato nicht.

Auf der anderen Seite: Wolfratshausen beteiligte sich 2018 aktiv an diversen interkommunalen Projekten wie dem Klimafrühling, einem Energie-Effizienz-Netzwerk sowie der Aktion Stadtradeln und sie fördert E-Mobilität. Nicht zu vergessen: Ein Großteil der Straßenbeleuchtung in der Loisachstadt ist mittlerweile auf LED umgerüstet worden. „Damit können wir bis zu 70 Prozent des bisherigen Strombedarfs einsparen“, berichtete Kiel.

Spätestens im Jahr 2035 – Stichwort Energiewende – will der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen unabhängig von fossilen Energieträgern sein. Dieses ehrgeizige Vorhaben hat in den vergangenen Wochen zwei schwere Rückschläge erfahren: Weder in der Stadt Geretsried noch in der Gemeinde Icking besteht derzeit die Aussicht, dass dort jeweils eine Geothermieanlage errichtet wird. An beiden Standorten, Gut Breitenbach beziehungsweise Attenhausen, erwiesen sich die Probebohrungen als Fehlschläge. Die Menge Heißwasser, die gefördert werden könnte, reicht laut Experten bei Weitem nicht für den Betrieb einer Geothermieanlage.

„Ja, das waren herbe Dämpfer“, gibt Bürgermeister Heilinglechner zu. Er hatte bereits mit einem Fernwärmenetz geliebäugelt, das via Icking ins Wolfratshauser Gewerbegebiet führen könnte. Nun stelle sich die Frage: „Waren die Fehlschläge einfach Pech – oder ist unsere Region generell nicht für Geothermie geeignet?“ Falls Letzteres zutreffe, würde es bedeutend schwerer, die Energiewende im Landkreis bis 2035 zu schaffen.

Heilinglechner ist jedoch optimistisch: „Man kommt auch mit kleinen Schritten auf den Berg.“ Die Stadt hat für ihn eine Vorbildfunktion. Der Bürgermeister verweist in diesem Kontext auf den Energienutzungsplan, den sich die Kommune verordnet hat. Sukzessive seien die städtischen Liegenschaften energetisch saniert worden – bei geplanten Projekten werde ein waches Auge auf den Aspekt Energie geworfen.

Das sehen die Wolfratshauser Grünen bekanntlich etwas anders: Sie hatten mit Blick auf den Umbau- und die Erweiterung des Schulzentrums am Hammerschmiedweg für eine Heizzentrale, das heißt, ein Nahwärmenetz plädiert. Neben der Grund- und Mittelschule hätten aus Sicht der Grünen so auch die Loisachhalle, die Dreifachturnhalle, das Jugendhaus La Vida und die Stadtbücherei am Hammerschmiedweg versorgt werden können. CSU, Bürgervereinigung und SPD lehnten den Vorschlag ab.

Dass viele Vorstöße, private Haushalte mit ins Energiespar-Boot zu holen, in der Vergangenheit nicht gefruchtet haben, bedauert der Bürgermeister. Ein Beispiel: Gemeinsam mit der Stiftung Energiewende Oberland machte die Kommune privaten Hausbesitzer ein attraktives Angebot für den Austausch von Wärmepumpen. „Das Ergebnis war ernüchternd“, erinnert sich Heilinglechner. Die Nachfrage „war fast null“.

Ähnliches galt für eine Aktion von Stadt und Landkreis, privaten Hauseigentümern Photovoltaik-Anlagen schmackhaft zu machen. Interessiert habe das niemanden, „weshalb wir das Angebot eingestellt haben“, erklärte Kiel in ihrem letzten Energiebericht für die Stadt Wolfratshausen.

Der künftige Energiebeauftragte im Rathaus soll an die Arbeit seiner Vorgängerin anknüpfen. „Eigene Ideen sind natürlich auch gefragt“, betont Heilinglechner. cce

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