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Der Waldramer Edeka macht aller Voraussicht nach im Juni zu. Viele Waldramer empfinden das als Katastrophe. 

Edeka macht im Juni zu

Viele Waldramer sind entsetzt

Wolfratshausen - Im Juni macht der Waldramer Edeka-Markt zu, 4000 Einwohner des Stadtteils stehen dann ohne Nahversorger da. Vor allem Senioren machen sich Sorgen.

„Gerade für die Älteren ist das eine Katastrophe.“ Inge Aberl (84) steht vor dem Edeka an der Faulhaberstraße in Waldram. In ihrem Einkaufskorb liegen die Lebensmittel für den heutigen Tag. „In Waldram leben sehr viele Senioren. Was sollen denn die jetzt machen, die nicht mehr mobil sind? Waldram hat ja kein weiteres Lebensmittelgeschäft.“ Ähnlich sehen das Marion Huber (69) und Regina Schneider (66). Beide kaufen häufig im Waldramer Edeka-Markt ein. Mal sind es Artikel, die zuhause ausgegangen sind, oft aber auch der gesamte Wocheneinkauf. „Ich will den Edeka nicht missen. Außerdem ist hier immer etwas los. Ich verstehe es einfach nicht“, so Schneider. „Der Markt ist gut sortiert, die Verkäuferinnen sind freundlich, und das Geschäft ist für uns gut erreichbar.“ 

Waldram hat drei Friseure, aber bald keinen Supermarkt mehr

Auch Christine Springer hofft noch auf ein Umdenken. „Warum bekommen eigentlich nur die großen Märkte eine Chance?“, fragt sich die Hotelfachfrau. „Die Kleinen fallen einfach immer hinten runter.“ Die 30-Jährige ist seit Jahren Kundin, genauso wie ihre Großeltern, die in dem Wolfratshauser Ortsteil lebenden. Auch Christine Springer bereitet die bald fehlende Nahversorgung Kopfzerbrechen. „Waldram hat drei oder vier Friseure – aber wo wir in Zukunft am Ort Lebensmittel kaufen sollen, wissen wir nicht.“

Die Schließung der Frischtheke war der Anfang vom Ende

Vermissen wird den Edeka-Markt auch Gerlinde Berchtold. Die SPD-Stadträtin wohnt in Waldram und kauft regelmäßig hier ein. Sie ist noch mobil. „Für ältere Menschen ist die Schließung aber ein großes Problem.“ Natürlich könne sie den Betreiber verstehen, wenn das Geschäft nicht laufe. Auf der anderen Seite „ist eigentlich immer etwas los, aber man bekommt halt nicht alles. Die Menschen sind eben anspruchsvoll.“ Auch sie glaubt, dass die Schließung der Frischetheke der „Anfang vom Ende“ war. Für Berchtold hat der Markt aber noch eine weitere Funktion: „Das ist ein Waldramer Treffpunkt.“ Dass der Einkauf dadurch manchmal länger dauert – sei’s drum.

Stadtrat Fleischer will das Gespräch mit Edeka suchen

Dr. Manfred Fleischer kämpft schon seit jeher für einen Lebensmittelmarkt in seinem Stadtteil. Auch jetzt: „Mich haben schon viele Bürger angesprochen“, sagt der CSU-Stadtrat. „Wir werden auf jeden Fall versuchen, mit Edeka zu sprechen. Waldram braucht einen Nahversorger.“ Die Waldramer seien aber auch in der Pflicht: „Wir müssen den Laden annehmen.“

von Frederik Lang/ Sabine Hermsdorf

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