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Heiße Rhythmen im Eiscafé Cristallo: 2010 fand das letzte Band- und Kneipenfestival statt, dieses Jah r könnte es eine Neuauflage geben. 

Budget für Neuauflage eingeplant

Erlebt das Kneipenfestival in Wolfratshausen ein Comeback?

Die Zeichen stehen gut, zumindest sind im städtischen Haushalt 15.000 Euro eingeplant. Auf Initiative eines Wirts könnte es eine Neuauflage des Kneipenfestivals in Wolfratshausen geben.

Wolfratshausen – In Kneipen wird gelegentlich über Politik diskutiert. Anders herum ist das eher selten. Hinter verschlossenen Türen hat der Wolfratshauser Stadtrat aber genau das getan – und machte den Weg frei für ein Comeback in der Loisachstadt: Im städtischen Haushalt für dieses Jahr sind über 15.000 Euro für eine Neuauflage des Band- und Kneipenfestivals eingeplant.

Der Versuch, das früher sehr populäre Fest wiederzubeleben, geht von einem Lokalbesitzer aus: „Ich wurde von einem örtlichen Gastronom angesprochen, ob wir das 2018 wieder in Angriff nehmen können“, berichtet Rathauschef Klaus Heilinglechner auf Nachfrage. Welcher Wirt der langen Nacht der Musik neues Leben einhauchen möchte, verrät er nicht. Unsere Zeitung hat den Gastronom zwar letztlich ausfindig gemacht, dieser will aber nicht namentlich genannt werden.

Zwölf Betriebe und 1200 Besucher

Im Jahr 2010 fand das Kneipenfestival in der Loisachstadt letztmals statt. Zwölf Gastronomiebetriebe im Stadtgebiet beteiligten sich, rund 1200 Besucher hatten bis tief in die Nacht die Wahl zwischen Latin, Austro-Pop, Rock’n’Roll, Blues und Soul sowie diversen Coverrock-Bands. Von Kneipe zu Kneipe pendelten die Gäste mit einem kostenlosen Shuttlebus – in dem es kühle Getränke und beste Stimmung gab.

Nach 2010 scheiterten zwei Anläufe, das Fest erneut durchzuführen: Erst gab es Unstimmigkeiten in der Zusammenarbeit zwischen einem Veranstalter und den örtlichen Wirten. Im Folgejahr arbeitete man mit einem anderen externen Unternehmer. Dem Rathaus blieb allerdings bei der Vorbereitung zu wenig Zeit für Werbung und Lokalitätensuche. Bei den Planungen für 2018 möchte Heilinglechner die örtlichen Gastronomen ins Boot holen. „Ich glaube, dass es am sinnvollsten ist, wenn sich die Wirte zusammensetzen und Ideen kreieren, wie sie sich das vorstellen.“

Wirte sind offen für Neuauflage

Einer davon wird Benedikt Fagner sein. Der Junior-Chef des Humplbräu am Obermarkt erinnert sich an einen „großen Erfolg“, den die lange Nacht der Musik sieben Jahre lang hatte. Im Innenhof des Gebäudes wurde ein Zelt aufgebaut, in dem die Bands spielten. Seinerzeit kam der Pavillon „super bei unseren Gästen an“, die Stimmung sei jedes Jahr hervorragend gewesen. „Ob wir wieder ein Zelt aufbauen, wenn es das Kneipenfestival wieder gibt, weiß ich jetzt allerdings noch nicht.“ Fagner ist jedoch überzeugt: „Wenn das tatsächlich wieder stattfindet, wäre es super für die Stadt.“

Auch Dominik Tabak, Pächter des Wirtshauses Flößerei, steht einer Neuauflage des Festivals aufgeschlossen gegenüber. „Wir würden uns daran sicher beteiligen.“ Eine Veranstaltung wie die lange Nacht der Musik sei „sicher eine gute Sache“. Für Tabak selbst wäre es die erste Teilnahme: 2010 führte er das Lokal noch nicht.

Finanzielle Unterstützung soll es für die Gastronomen von städtischer Seite geben. Die Kommune möchte darüber hinaus selbst zum musikalischen Angebot beitragen: „Ich könnte mir zum Beispiel einen Bandauftritt in der Innenstadt vorstellen, der von der Kommune organisiert wird“, sagt Heilinglechner. Das sei allerdings noch Zukunftsmusik – im wahrsten Sinne des Wortes. Dominik Stallein

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