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Virus-Barrikaden: Die Märchenwald-Betreiber Franziska und Daniel Diessl errichten Plexiglas-Scheiben in den Wartezonen der Fahrgeschäfte.

Das Ende der Zwangspause

Eröffnungstermin steht fest: Antiseptisch durch den Wolfratshauser Märchenwald

Es ist kein Märchen: Der beliebte Freizeitpark in Wolfratshausen steht kurz vor dem Neustart.

Wolfratshausen – Dornröschen wird endlich wachgeküsst: Am Samstag, 30. Mai, öffnet der Märchenwald in Wolfratshausen seine Pforten. Zwei Monate länger als üblich musste der Familien-Freizeitpark wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Die Betreiber freuen sich auf die Wiedereröffnung, betonen aber, das sich im Park einiges wegen des Infektionsschutzes ändern wird.

Zehn Desinfektionsstationen, 62 Meter Plexiglas-Wände, hunderte Meter Bodenmarkierungen und hunderte Liter von vier verschiedenen Desinfektionsmitteln: Die Einkaufsliste von Märchenwald-Chef Daniel Diessl war in diesem Frühjahr so lang wie lange nicht. „Wir müssen 15 000 Euro ausgeben, um überhaupt wieder öffnen zu können“, sagt der Wolfratshauser. In diese Rechnung fallen aber nur die coronabedingten Einkäufe. Die Neuerungen im Park und die Verschönerungen der Märchenstationen und Fahrgeschäfte standen wie jedes Jahr zusätzlich an.

In der Oachkatzl-Bahn müssen Plätze freibleiben

Ins Auge fallen den Besuchern zuerst die zahlreichen Hygienemaßnahmen im Park. Die Warteschlangen im Märchenwald werden mit Plexiglas-Scheiben voneinander abgetrennt, weil nur bei den wenigsten Fahrgeschäften ein natürlicher Abstand von 1,5 Metern einzuhalten ist. Streifen auf dem Boden zeigen den Besuchern an, wo sie auf die Fahrt warten dürfen. Vor dem Einsteigen müssen alle Passagiere, die älter als sechs Jahre sind, eine Maske über Mund und Nase ziehen. Bei vielen Attraktionen bleiben Sitzreihen frei – zum Beispiel in der Oachkatzl-Bahn, die durch den schattigen Wald saust. „Wenn wir alle Plätze besetzen würden, wären die Abstände zu klein“, sagt Franziska Diessl. Die Wartezeiten, das räumt ihr Mann Daniel ein, könnten sich dadurch verlängern. Zwei Attraktionen – das kleine Nostalgie-Karussell und ein Kletter-Labyrinth, in dem sonst viele Kinder toben – bleiben geschlossen.

Der Park hält sich auch in den Details an die vom Gesundheitsministerium vorgegebenen Verhaltensregeln. So trennen im Märchen-Zug, der auf seinem Rundkurs durch den Märchenwald viele Attraktionen und Stationen zeigt, Plexiglas-Scheiben die einzelnen Waggons. Darin dürfen in den kommenden Wochen nur Familien oder Gruppen Platz nehmen, die den Park gemeinsam besucht haben. So will man vermeiden, dass viele fremde Personen dicht an dicht aufeinandertreffen.

Rotkäppchen-Station neu gestaltet

Im Familienfreizeitpark, in dem gerade die jüngsten Besucher Spaß am Entdecken haben und unbeschwert durch den Wald laufen wollen, könnte das allerdings schwierig werden. „Wir hoffen einfach darauf, dass die Besucher den Tag verantwortungsbewusst genießen“, sagt Franziska Diessl. „Auch für uns sind die ersten Tage und Wochen nach der Öffnung noch eine Lernphase. Vielleicht müssen wir dann ein paar Anpassungen vornehmen.“ Allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz: „Wir freuen uns natürlich sehr darauf, endlich wieder aufmachen zu dürfen“, sagt die Chefin. „Gerade diese Leichtigkeit, das Erlebnis im Freien und das Eintauchen in eine andere Welt“ seien Dinge, die vielen Familien in Zeiten der Ausgangssperre, des Homeoffice und der geschlossenen Schulen gefehlt haben.

Um den Besuchern neue Höhepunkte zu bieten, wird die Rotkäppchen-Station neu gestaltet. Ein animierter Wolf soll die Passanten mit seinem Knurren ins Häuschen locken, in dem auf Knopfdruck das Märchen erzählt und mit animierten Figuren zum Leben erweckt wird.

Weil der Park, der üblicherweise seine Tore bereits acht Tage vor Ostern öffnet, erst Ende Mai wieder Besucher empfangen darf, läuft der Betrieb im Märchenwald heuer einige Wochen länger als sonst: Erst nach den Herbstferien, also im November, sollen Dornröschen, Schneewittchen, Frau Holle und Co in den Winterschlaf gehen. dst

Info

Der Märchenwald öffnet von Samstag, 30. Mai, bis Sonntag, 8. November, täglich von 9 bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen einen Eintritt von 15 Euro, Kinder, die größer als 85 Zentimeter sind, 13 Euro. Kleinere Besucher genießen den Park kostenlos. Senioren ab 60 zahlen 13 Euro Eintritt.

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