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Ein „Bindeglied“ zwischen Polizei und Bürgern sollen die Mitarbeiter der Sicherheitswacht sein. 

Ehrenamtliche sollen schon vor Weihnachten Streife gehen 

Erste Bewerbungen für Wolfratshauser Sicherheitswacht

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Noch vor dem Weihnachtsfest soll in Wolfratshausen eine Sicherheitswacht installiert sein. „Ein sportliches Ziel“, räumt Andreas Czerweny, Leiter der örtlichen Polizeiinspektion, ein. Erste Bewerbungen von Bürgern liegen ihm bereits vor.

Wolfratshausen – Andreas Czerweny hatte wie berichtet vor einigen Wochen im Stadtrat für die Einrichtung einer Sicherheitswacht geworben. Der Hauptkommissar betonte mit Nachdruck, dass er weder Hilfspolizisten rekrutieren noch eine „Bürgerwehr“ ins Leben rufen wolle. „Es ist ein zusätzliches Instrument der Inneren Sicherheit“, erklärte Czerweny die Patrouillengänge von Ehrenamtlichen. Er verwies auf 133 Städte und Gemeinden in Bayern, in denen es bereits eine Sicherheitswacht gibt. In keiner dieser Kommunen habe es bisher Beschwerden über die „Bindeglieder“ zwischen Polizei und Bürgern gegeben.

„Die Genehmigung wird kommen“

Nachdem der Stadtrat dem Wunsch Czerwenys im Juni mit nur drei Gegenstimmen (Dr. Ulrike Krischke/Bürgervereinigung, Roswitha Beyer/SPD und Dr. Hans Schmidt/Grüne) entsprach, hat der Wolfratshauser Polizeichef das Präsidium Süd in Rosenheim über die Entscheidung informiert. Polizeipräsident Robert Kopp, der ein Befürworter der Sicherheitswacht ist, bekam von Czerweny zudem ein „Lagebild Sicherheits- und Ordnungsstörungen“ (siehe Kasten). Von Rosenheim aus sind die Unterlagen Ende Juli ins bayerische Innenministerium weitergeleitet worden. Dort wird der Antrag ein letztes Mal geprüft – „und die Genehmigung wird kommen“, ist Czerweny sicher.

Sobald die Schulferien Mitte September beendet sind, wird in Wolfratshausen eine Pressekonferenz stattfinden. Czerweny geht davon aus, dass daran Polizeipräsident Kopp und Bürgermeister Klaus Heilinglechner teilnehmen werden. „Wir werden das Thema Sicherheitswacht in dem Pressegespräch noch einmal ausführlich darstellen.“ Czerweny betont, dass die Polizei mit „offenem Visier“ arbeitet, „die Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit ist Polizeipräsident Koop und mir extrem wichtig“. Liegen alle Infos auf dem Tisch, sind alle Fragen beantwortet, werde man offiziell um Bewerbungen bitten, kündigt der Hauptkommissar an.

Sportliches Ziel, aber nicht unrealistisch

„Ein paar Bürgerinnen und Bürger haben sich bereits bei mir gemeldet“, verrät Czerweny im Gespräch mit unserer Zeitung. Das „sportliche Ziel“, das er sich selbst gesteckt hat, lautet: „Vor Weihnachten gibt’s in Wolfratshausen eine Sicherheitswacht.“ Die Ausbildung der Freiwilligen, die in einem strengen Auswahlverfahren gefunden werden, soll im Oktober/November in der Polizeiinspektion Wolfratshausen stattfinden. „Die Ehrenamtlichen werden in 40 Unterrichtsstunden in verschiedenen Kompetenzen geschult“, erläutert der 54-Jährige „Dazu zählen Recht, Psychologie, Kommunikation und Selbstverteidigung. Ein wichtiger Teil der Ausbildung ist auch das richtige Absetzen eines Funkspruchs.“

Als potenzielle Einsatzgebiete hat der örtliche Polizeichef große Wohngebiete wie Waldram („mit dem Schulzentrum“) und Weidach ausgemacht. Darüber hinaus öffentliche Plätze wie die alte Floßlände und den Skaterpark an der B 11 in Waldram, die Fußwege entlang von Loisach und Isar sowie den Bergwald. Ein Auge könnte die Sicherheitswacht – Stichwort Verkehrsproblematik – auch auf den Bereich Isar-Loisach-Stadion/Märchenwald in Farchet werfen. Möglich sei auch der Einsatz bei öffentlichen Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Fluss-Festival, Events in der Loisachhalle und der Kunstmeile. Nicht zu vergessen: „Das Einsatzgebiet rund um den S-Bahnhof.“ Wie viele Freiwillige werden benötigt? „Vier bis acht wären okay“, antwortet der Erste Hauptkommissar. „Die ideale Besetzung wären zehn Personen.“

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