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Christian Schütze feiert am Samstag seinen 90. Geburtstag.

Feier im Wirtshaus Flößerei

Der erste Umweltjournalist der Republik feiert 90. Geburtstag

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Der bekannte Publizist Christian Schütze feiert diesen Samstag seinen 90. Geburtstag. Auf Initiative seines Sohnes Justus werden etwa 100 Gäste aus ganz Europa kommen.

Wolfratshausen – Christian Schütze kann sich an die entgeisterten Gesichter der Kollegen von der Stuttgarter Zeitung noch sehr gut erinnern. Tags zuvor hatte er in einem Leitartikel das Wort „Umweltschutz“ benutzt, ein Begriff, der bis dahin nur in der Fachliteratur bekannt war. Was bitte sollte das sein, Umweltschutz? „Die Kollegen dachten offensichtlich: Jetzt ist der Schütze völlig verrückt geworden“, erzählt er. Doch das Gegenteil war richtig. Schütze hatte für eines der größten Themen der kommenden Jahrzehnte einen prägnanten Begriff eingeführt – eine journalistische Großtat.

Ein Bild aus der Vergangenheit: Christian Schütze bei der Verabschiedung seiner Frau Barbara in der Kreisklinik Wolfratshausen. Sie arbeitete dort als Oberärztin. Daneben: Chefarzt Dr. Wolfgang Hiller (li.) und Hubertus Hollmann (re.).

An diesem Samstag wird Christian Schütze, der seit vielen Jahrzehnten in Wolfratshausen lebt, seinen 90. Geburtstag in der Flößerei feiern. Auf Initiative seines Sohnes Justus werden etwa 100 Gäste aus ganz Europa kommen, darunter publizistische Prominenz wie Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung) und Prof. Günther Moewes. Schütze, der erste Umweltjournalist, den die Republik hervorgebracht hat, soll nach Gebühr gewürdigt werden.

Dabei zog es den gebürtigen Dresdner zunächst zu den Geisteswissenschaften. Nach dem Krieg promovierte er im Fach Geschichte in Heidelberg – wobei er sich nebenbei als Chauffeur für die amerikanischen Generäle etwas Geld hinzuverdiente. Nach einigen anderen Jobs, etwa als Werbetexter bei BASF, landete er bei den Stuttgarter Nachrichten. Für einen Text über das Zweite Vatikanische Konzil Anfang der 1960er Jahre erhielt er den renommierten Theodor-Wolff-Preis. Bald danach erreichte ihn ein Anruf der Süddeutschen Zeitung, ob er nicht dort anfangen wollte. Er wollte, und zwar unbedingt. „Damit war ich am Ziel meiner Wünsche angekommen“, erinnert er sich. „Mir war es wichtig, zu einer großen Zeitung zu kommen.“

In München verfasste Schütze 40 Jahre lang, von 1962 bis 1992, Artikel auf Artikel. Nicht nur über Umweltschutz, aber vor allem. Unter anderem profilierte er sich als leidenschaftlicher Gegner der Atomkraft. „Ich fand das als verantwortungslos den kommenden Generationen gegenüber“, sagt er. Die Entscheidung für die Kernkraft habe einem Blindflug geglichen, die Landung stehe jetzt bevor – Stichwort Endlagerung. Außerdem war Schütze ein fleißiger Streiflicht-Autor, von den 800 Texten aus seiner Feder kreiste die Hälfte um sein Lieblingsthema, die Umwelt.

Wolfratshausen entdeckte Schütze mit seiner Frau Barbara, einer Ärztin, auf der Rückreise aus den Bergen. Sie fragte kurz entschlossen in der Kreisklinik nach, ob man sie dort brauchen könne. Die Antwort lautete: Ja. Also zog das Paar an die Loisach.

„In einer mittelgroßen Stadt wie Wolfratshausen lässt sich besser leben als in der Stadt“, sagt Schütze. „Alles ist ein bisschen privater, man kann fast alles zu Fuß oder mit dem Rad machen.“ Die Umwelt ist auch völlig intakt. Und an der liegt Christian Schütze bekanntlich sehr, sehr viel.

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