Gute Stimmung im Klassenzimmer: Die Kinder der Eglinger 3b von Beatrice Schneider (re.) freuen sich über den Präsenzunterricht.
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Gute Stimmung im Klassenzimmer: Die Kinder der Eglinger 3b von Beatrice Schneider (re.) freuen sich über den Präsenzunterricht.

Endlich Leben in der Bude

Erster Tag des Präsenzunterrichts: Lehrer und Schüler sind erleichtert

Endlich wieder Normalität – oder zumindest fast Normalität – an den Schulen im Landkreis. Wir haben uns umgehört, wie die Jüngsten den ersten Tag seit Langem mit all ihren Klassenkameraden erlebt haben.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Endlich wieder Normalität – oder zumindest fast Normalität – an den Schulen im Landkreis. Da die Inzidenzwerte konstant unter 50 liegen, kann an allen Schularten Präsenz-unterricht stattfinden. Unsere Zeitung hat sich an den Grundschulen umgehört, wie die Jüngsten den ersten Tag seit Langem gemeinsam mit all ihren Klassenkameraden erlebt haben.

„War das schön, alle meine Schüler gesund und munter vor mir zu haben“, sagt Barbara Süßmann, Zweitklasslehrerin und Konrektorin an der Karl-Lederer-Grundschule in Geretsried am Montagmittag. Die Kinder haben das offenbar ähnlich empfunden. „Es herrschte großer Redebedarf. Jeder hatte viel zu erzählen“, beschreibt Süßmann die Stimmung im Klassenzimmer nach Monaten des Lockdowns mit Homeschooling und Wechselunterricht. Dank der warmen Temperaturen seien die Fenster den ganzen Vormittag über geöffnet gewesen, sodass sich die Aerosole trotz des fröhlichen Geplappers in Grenzen gehalten haben dürften. Zur Sicherheit müssen zudem alle Grundschüler und Lehrer in Bayern weiterhin Masken tragen und zweimal wöchentlich Corona-Selbsttests durchführen.

„Es war wieder richtig Leben an der Schule“, freut sich ebenfalls Dr. Bärbel Weixner, Rektorin der Grundschule am Lettenholz in Bad Tölz, am ersten Tag nach den Pfingstferien. Die Kinder seien aufmerksam und wissbegierig gewesen, die Atmosphäre entspannt, zumal nun die strengen Abstandsregeln wegfielen. Das macht sich laut Judith Rupp, Schulleiterin in Königsdorf, ebenfalls in den Pausen bemerkbar. Die Kinder könnten sich unbeschwerter miteinander unterhalten und spielen. Damit sie ihre Masken die ganze Zeit aufbehalten, wird in Königsdorf die Brotzeit vor den Pausen gegessen. Rupps Beobachtung nach fällt es den Schülern nicht schwer, die Regeln einzuhalten und die regelmäßigen Tests durchzuführen. Sie würden das aus dem Wechselunterricht kennen und müssten sich nun im Gegenteil eher an wiedergewonnene Freiheiten gewöhnen.

Erleichtert nach dem „Softeinstieg“: Julia Krüger und ihre Tochter Isabella. 

Dass die Freude, sich endlich einmal wieder „live“ zu sehen bei den Kindern riesig war, kann Beatrice Schneider, Klassenleiterin der 3b an der Eglinger Grundschule, nur bestätigen. Aber sie hat festgestellt: „Man muss schon ab und zu an die geltenden Corona-Regeln erinnern. Gerade, weil sich jetzt wieder viele Kinder in einem Raum aufhalten.“

An der Grundschule in Gaißach verbringen die Schüler die Pausen noch nicht alle zusammen auf dem Pausenhof. Die Klassen haben ihre eigenen Aufenthaltsbereiche. Dennoch ist Schulleiterin Stephanie Eckert überzeugt: „Die Gemeinschaft tut den Kindern gut.“ Ab Freitag steht in Gaißach eine Gemeinschaftsaktion an: Die Grundschüler führen ein großes Ramadama im Ort durch. Die Gemeinde spendiert ihnen dafür eine Brotzeit. „Darauf freuen sie sich schon“, sagt Eckert.

Vor der Isardamm-Grundschule in Geretsried haben wir am Mittag eine wartende Mutter befragt. Julia Krüger, Mama der sechsjährigen Isabella, bezeichnet den erneuten Präsenzunterricht und die damit verbundenen Lockerungen als guten „Softeinstieg“ für die Schule. „Aber man muss gerade nach dem harten Lockdown lernen, damit umzugehen.“ Den zwischenzeitlichen Wechselunterricht empfand Krüger eher als entspannend – im Gegensatz zum Homeschooling. „Allein wenn die Technik nicht so funktioniert, wie sie soll, und mehrere Kinder verschiedener Altersstufen unterrichtet werden müssen, ist das eine Herausforderung.“ Allerdings konnte die Geretsriederin der Situation auch Gutes abgewinnen: „Es war interessant, einen Einblick zu bekommen, wie gelernt und was gefordert wird.“

Ihre Tochter Isabella jedenfalls hat sich nach der langen Zeit richtig gefreut, alle ihre Freundinnen und Freunde wieder zu treffen, wie sie sagt. Die Erstklässlerin kannte diese Art von Normalität ja nur von den Wochen zwischen Schulbeginn im September und zweitem Lockdown im November. Was sich Isabella jetzt noch wünschen würde, wäre „dass ich endlich keine Maske mehr tragen muss“.

Die Grundschulen haben in den kommenden acht Wochen einiges an Unterrichtsstoff aufzuholen und zu intensivieren. „Wir wollen unsere Schüler optimal auf das nächste Jahr vorbereiten“, kündigt Stephanie Eckert an. Ihre Kollegin Judith Rupp ist zuversichtlich, dass das jetzt auch gelingen wird. „Der beste Distanzunterricht kann den Präsenzunterricht nicht ersetzen“, sagt sie. Doch Lücken werden bleiben, weshalb Bärbel Weixner damit rechnet, dass einige Schüler freiwillig wiederholen werden.

Tanja Lühr

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