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Es geht auch ohne Pestizide: Im Sommer stellten Josef Hingerl (li.), Pächter der Golfanlage Bergkramerhof, und Golflehrer Ian Lyons ihr ökologisches Konzept vor.

„Es wird auch auf Glyphosat geachtet“

Wasserschutzgebiet: Bodenproben am Bergkramerhof

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Der Golfplatz am Bergkramerhof wird seit vier Jahren vom Gesundheitsamt genau beobachtet. Die jüngsten Analyseergebnisse, auch in Hinblick auf Glyphosat, stehen noch aus. 

Wolfratshausen – Vor rund vier Jahren schlug der damalige Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Franz Hartmann, Alarm. Er stellte den Golfplatz am Bergkramerhof, der zu einem großen Teil ins Wasserschutzgebiet der Stadt Wolfratshausen reicht, infrage. Der Auslöser: Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim und das Landratsamt hatten im Wasserschutzgebiet Verunreinigungen festgestellt. Die Keime wurden in einer Probe nachgewiesen, die aus einem Revisionsschacht auf dem Gelände des Bergkramerhofs stammte (wir berichteten).

Anlage sei „erster ökologischer Golfplatz in Deutschland“

Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet. Golfplatzbetreiber Dr. Josef Hingerl betont gebetsmühlenartig: „Der Golfbetrieb am Bergkramerhof war schon immer umweltfreundlich und nach Definitionsgehalt ökologisch.“ Niemals seien nicht genehmigte Pflanzenschutzprodukte eingesetzt worden. Hingerl ging noch einen Schritt weiter: Auf den Einsatz chemischer „Hilfsmittel“ wird seit 2014 nach seinen Worten komplett verzichtet. Hingerl, dessen Pachtvertrag mit Grundstückseigentümer Helmut Danhuber noch bis 2022 läuft, wirbt für die Anlage als „erster ökologischer Golfplatz in Deutschland“.

Nichtsdestotrotz werfen die Behörden weiterhin ein waches Auge auf das sensible Areal: „Am 26. Oktober wurden durch das Ingenieurbüro Hutterer im Auftrag der Stadt erneut Bodenproben am Golfplatz Bergkramerhof entnommen“, berichtete Bürgermeister Klaus Heilinglechner jüngst im Bauausschuss. Die Analyseergebnisse stünden noch aus. Zusätzlich zu den bisher untersuchten Stoffen „wird diesmal auch auf Glyphosat geachtet“, informierte Heilinglechner. Glyphosat ist das meistverkaufte Pestizid der Welt und steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

Antragsunterlagen werden begutachtet

Bei Wasseruntersuchungen im August dieses Jahres am Regenrückhaltebecken konnten laut Heilinglechner keine Pflanzenbehandlungs- beziehungsweise Schädlingsbekämpfungsmittel nachgewiesen werden. „Das Landratsamt hat uns außerdem mitgeteilt, dass im Bereich des Bergkramerhofs nach Abschluss des erneuten Klageverfahrens zwischen dem Grundeigentümer und dem Freistaat Bayern zwischenzeitlich Antragsunterlagen des Ingenieur-Büros ISAS vorliegen.“ Darüber hinaus wurde „die Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis für das Einleiten von gesammeltem Niederschlagswasser in einen namenlosen Graben auf dem Grundstück der Stadt Wolfratshausen beantragt“, so der Bürgermeister.

Die Antragsunterlagen würden derzeit vom Wasserwirtschaftsamt begutachtet. Sobald die Expertise vorliegt, werden die Stadt und die Stadtwerke Wolfratshausen jeweils eine Stellungnahme zu dem gewünschten Vorhaben abgeben.

Mit Blick auf den von der Kreisbehörde verbotenen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf den angrenzenden Flächen außerhalb des Wasserschutzgebietes habe die Golfanlage Bergkramerhof GmbH beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof Antrag auf Zulassung einer Berufung beantragt. Die Entscheidung, so Heilinglechner, „bleibt zunächst abzuwarten“.   

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