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„Esel sind nicht störrischer als Pferde. Sie geben dir nur mehr Zeit zu überlegen, was du falsch gemacht hast.“ Im Fall von Carlo (li.) und Fritz drehen sich diese Überlegungen um die Frage, warum die beiden partout in ihrem Gehege bleiben wollen. Ein Eselflüsterer soll helfen.

Zwei tierische Stubenhocker

Eseleien im Seniorenzentrum

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Wolfratshausen - Carlo und Fritz sollen Bewohner des AWO-Seniorenzentrums in Schwung bringen. Die beiden Zwergesel verlassen ihr Gehege aber nicht. Sozialdienstleiterin Gabi Strauhal hofft auf Hilfe von außen.

Frau Strauhal, was ist denn los?

Tja, wenn wir das wüssten. Carlo und Fritz sind eigentlich hervorragend integriert, vor allem ihre Aufgabe als „Türöffner“ erfüllen sie vorbildlich. Mit ihrer Hilfe gelingt es oft besser, den Einstieg in Gespräche mit unseren Bewohnern zu finden, die ja alle an Demenz erkrankt sind. Und sie locken unsere Bewohner nach draußen. Wir haben einen richtig schönen Garten. Das heißt aber nicht automatisch, dass unsere Bewohner auch rausgehen. Dank der Esel ist das kein Problem. Sobald unsere Bewohner die beiden sehen, geht ihnen das Herz auf.

Das hört sich ja prima an.

Ja, schon. Aber sie wollen ihr Gehege einfach nicht verlassen. Dabei dachten wir, dass sie sich freuen, wenn sie mal raus dürfen. Sobald aber die Tür des Geheges aufgeht, geht es nicht weiter.

Dann lassen Sie die beiden doch einfach drin in ihrem Gehege.

Wir möchten die Esel aber gerne in unser Vier-Säulen-Konzept einbinden. Eine davon ist „In Bewegung bleiben“.

Das ist ja Ironie pur.

Irgendwie schon. Unsere Idee ist, gemeinsam mit den Eseln rauszugehen, spazierenzugehen. Unsere Bewohner sollen gemeinsam mit Carlo und Fritz etwas erleben. Aber das haben wir wohl unterschätzt.

Störrische Esel eben.

(lacht). Dabei gibt es schon erste Erfolge. Carlo und Fritz lassen sich streicheln, und man kann ihnen ohne weiteres das Halfter anlegen.

Den beiden geht es im Gehege einfach zu gut.

Natürlich verwöhnen wir sie. Aber jetzt möchten wir sie eben gerne noch ein bisschen mehr in die Arbeit einbinden. Außerdem verlangen nicht nur unser Konzept und unsere Bewohner nach Bewegung, auch die Tiere brauchen mehr Auslauf. Uns liegt ja auch die Gesundheit der Esel am Herzen. Das Gehege entspricht zwar ihrem nötigen Bewegungsdrang, aber so richtig austoben könnten sie sich eben in freier Wildbahn. Unser Hausmeister Suley Hadziric versorgt unsere Hühner, Ziegen, Laufenten und Esel zwar sehr liebevoll. Leider fehlt ihm wie uns allen hier aber die Zeit, die es braucht, um die beiden geduldig an das Spaziergehen zu gewöhnen. Aus diesem Grund suchen wir einen Menschen, der mit Eseln umgehen kann, sie an Halfter und Strick gewöhnt, Gehorsam übt und uns anleitet, wie man mit Eseln spazieren gehen kann. Er sollte zumindest Grundwissen über den Umgang mit Huftieren mitbringen.

Braucht derjenige auch Erfahrung im Umgang mit Demenzkranken?

Nicht unbedingt. Er oder sie sollte aufgeschlossen und tolerant sein. Alles andere kann man lernen, etwa über Schulungen. Auch was den zeitlichen Rahmen angeht, sind wir total flexibel. Wir würden uns freuen, wenn sich überhaupt jemand meldet. Wer Lust hat, als Eselflüsterer, Trainer oder Motivator bei uns anzufangen, kann unter Telefon 0 81 71/4 32 50 bei Einrichtungsleiter Dieter Käufer oder mir anrufen.

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