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Die jungen Krippenspieler werden von Mitgliedern des Jugendchors St. Andreas unterstützt.

Krippenspiel an Heiligabend 

„Euch ist heute der Heiland geboren“: So lief die Probe für die Krippenspiele in St. Andreas

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Alle Jahre wieder gibt es an Weihnachten in den Kirchen szenische Darstellungen der Weihnachtsgeschichte. Das gilt auch für Wolfratshausen. Unsere Zeitung hat die Proben zum Krippenspiel in St. Andreas besucht. 

Wolfratshausen – Ein Christbaum, hübsch verpackte Geschenke, Kerzenduft, Orgeltöne und die Lieblingsplatzerl: Das alles und noch viel mehr verbinden wir mit dem Hochfest der Christenheit, der Geburt Jesu. Nicht zu vergessen das Krippenspiel. Zig Millionen Menschen machen sich an Heiligabend rund um den Erdball auf in ihre Kirche und erleben dort die szenische Darstellung der Weihnachtsgeschichte, dargestellt von Mädchen und Buben aus der jeweiligen Pfarrgemeinde. Das ist in St. Andreas Wolfratshausen nicht anders. Unsere Zeitung durfte bei einer Probe fürs Krippenspiel 2018 dabei sein.

Die Engel mit den goldenen Flügeln und die Hirten mit Filzhut und Trachtenjanker sind aufgeregt. Sieht man von Engel Amelie ab. Für die Achtjährige ist es bereits die zweite Krippenspielzeit, sie verfügt also über einschlägige Erfahrung. „Als Engel muss man vornehm auftreten“, erklärt sie dem Reporter unserer Zeitung. „Man benimmt sich nicht wie ein Hirte.“ Engelchen Katharina schränkt ein: „Zu vornehm darf man aber auch nicht spielen, man ist ja keine Prinzessin“, sagt die Sechsjährige. Ob sie Lampenfieber hat? „Nur ein bisschen“, verrät Katharina und grinst.

Kirchenmusiker Mark Ehlert hat mit den Kindern das Krippenspiel einstudiert.

Oberhirte Kilian ruht dagegen in sich selbst. Der Elfjährige ist heuer nach eigenen Worten „schon zum zweiten oder dritten Mal dabei, da kennt man sich halt aus“. Den Neulingen im Hirtenvolk schärft Kirchenmusiker Mark Ehlert ein: „Immer mit dem Gesicht zum Publikum spielen, wir drehen den Leuten in der Kirche nicht den Popo zu.“ Geduldig und kindgerecht erläutert Ehlert den Mädchen und Buben die Choreografie. Wer steht wo, wer bewegt sich wann wohin. Dann setzt sich Ehlert, umringt von den Kindern, ans Keyboard und lässt seine Finger über die Tasten fliegen: „Gloria in excelsis Deo“, Ehre sei Gott in der Höhe. Die jungen Krippenspieler sind bereits textfest, Volumen bekommt die Singgemeinschaft durch die Unterstützung von Mitgliedern des Jugendchors St. Andreas: „Stern über Bethlehem, zeig’ uns den Weg, führ’ uns zur Krippe hin, zeig’ wo sie steht.“

Maria, Josef und der Erzähler fehlen an diesem Probenabend. „Diese Rollen habe ich bewusst mit Erwachsenen besetzt“, erklärt Ehlert. Er hat die Erfahrung gemacht, dass die großen Sprechrollen, dazu zählen auch die Gastwirte, die Maria und Josef eine Herberge verwehren, die Kinder überfordern. „Die Aufregung ist bei einigen Mädchen und Buben in der voll besetzten Kirche dann einfach zu groß.“ Für den Erzähler hat Ehlert einen besonderen Platz im Kirchenschiff gefunden: „Der wird an Heiligabend da oben im goldenen Korb stehen – die Erwachsenen sagen dazu Kanzel“, erläutert er den Kindern.

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt wurde“: Das Krippenspiel basiert „auf der Weihnachtsgeschichte, die im Lukas-Evangelium überliefert ist“, sagt Ehlert. Josef aus der Stadt Nazareth bricht mit Maria, seinem vertrauten und schwangeren Weibe, auf nach Bethelehm. Kirchenmusiker Ehlert hat im vergangenen Jahr extra fürs Krippenspiel ein gelbes Ortsschild „Bethlehem“ angefertigt. „Weidach hat ja auch eins bekommen“, erklärt er augenzwinkernd.

Und es waren Hirten, zu denen trat der Engel des Herrn: Fürchtet euch nicht, denn euch ist heute der Heiland geboren! Nein, Furcht verspüren die jungen Hirten in der Stadtpfarrkirche an diesem Dezemberabend ganz und gar nicht. Allerdings frösteln sie ein wenig. Das gilt auch für die Mädchen und Buben, die in ihrer Rolle als Schafe auf allen vieren vor dem Altar hin- und herkrabbeln. „Steht auf, dass wird Euch zu kalt“, meint Ehlert – der die putzige Herde allerdings bittet: „Ihr seid mir viel zu leise, die Schafe dürfen ruhig laut blöken.“

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Nach einem zweiten Durchlauf entlässt Ehlert die Kinder und die vielen Mamas, die die Krippenspieler zum Probenabend begleitet haben, in die Nacht. „Schaut Euch die Liedtexte noch einmal an“, gibt er seinen Schützlingen mit auf den Heimweg. „Das wird schon“, ist sich der Kirchenmusiker sicher.

Krippenfeier

In der Wolfratshauser Stadtpfarrkirche finden am 24. Dezember (Heiligabend) zwei Gottesdienste mit Krippenfeiern statt. Der erste beginnt um 15.30 Uhr, der zweite um 16.30 Uhr. Ein weiteres Krippenspiel gibt’s am 6. Januar (Dreikönigstag) um 9 Uhr in der Sankt-Andreas-Kirche. Im Mittelpunkt steht an diesem Tag die Geschichte der drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar.

cce

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