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Mehr Kundenfrequenz in der Altstadt: Das ist das vorrangige Ziel der Untermarkt 7-11 GmbH, die das ehemalige Isar-Kaufhaus gekauft hat. 

„Das wird ein super schönes Objekt“

Ex-Isar-Kaufhaus: Investor widerspricht Stadtrat Kugler

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Dass der Investor für das ehemaligen Isar-Kaufhaus immer mehr Parkplätze ankauft, stört Stadtrat Richard Kugler. Er fürchtet, dass in der Altstadt „ein Wohnblock mit einem Laden unten drin“ entsteht. Nun meldet sich der Geschäftsführer der Untermarkt 7-11 GmbH zu Wort.

Wolfratshausen – Der Geschäftsführer der Untermarkt 7-11 GmbH, Rainer Scherbaum, widerspricht der Darstellung von Stadtrat Richard Kugler (parteifrei für die CSU) ganz entschieden. Der neue Gebäudekomplex, den die Grünwalder Projektgesellschaft an der Stelle des ehemaligen Isar-Kaufhauses in der Wolfratshauser Altstadt errichten will, „wird auf zwei Geschossen Geschäfte beherbergen“, so Scherbaum. Am ursprünglichen Plan – das Landratsamt in Bad Tölz prüft derzeit den Bauantrag – „hat sich nichts, aber auch gar nicht geändert“, betont der Investor in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Stadtrat Kugler hatte wie berichtet in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses Anstoß daran genommen, dass der potenzielle Bauherr fünf weitere Parkplätze ablösen möchte. Er stimmte als einziges Gremiumsmitglied gegen die Befürwortung des Antrags. In Kuglers Augen entsteht in der Altstadt nurmehr „ein Wohnblock mit einem Laden unten drin“.

Gummibärchen-Laden und Sparkasse schließen

Das stimme definitiv nicht, beteuert Scherbaum. „Das wird ein super schönes Objekt“, mit Geschäftsräumen im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss. Primäres Ziel sei es, durch attraktiven Einzelhandel die Kundenfrequenz im Herzen der Flößerstadt wieder zu erhöhen. Seit der Schließung des Isar-Kaufhauses Ende 2012 und dem Aus für die Tengelmann-Filiale Ende Dezember 2013 fehlen nach Schätzung alteingesessener Kaufleute in der Innenstadt täglich 500 bis 600 Besucher. In den nächsten Wochen werden es sogar noch ein paar mehr: Wie berichtet gehen im Gummibärchen-Laden Ende Mai die Lichter aus, vier Wochen später macht die Sparkasse ihre Filiale in der Altstadt dicht.

Stichwort Parkplätze: Die vorgesehenen 28 Stellflächen in einer geplanten Tiefgarage unter dem neuen Geschäfts- und Wohnhaus am Untermarkt 7-11 bleiben. Sie sind allerdings den Wohnungsmietern vorbehalten. Dagegen reduziert sich die Zahl der Kundenparkplätze nach dem Beschluss des Bauausschusses von ursprünglich 28 auf 23 Stück. Sie entstehen im rückwärtigen Bereich des Gebäudekomplexes, der an den Bergwald grenzt.

Ein Parkplatz kostet 15 000 Euro

Die Ablösung von Parkplätzen zähle beileibe nicht zu seiner Lieblingsbeschäftigung, sagt Scherbaum. Immerhin muss die Projektgesellschaft pro Stück 15 000 Euro an die Kommune überweisen. Doch die Ablösung weiterer Stellflächen sei das Ergebnis eines Gespräches im Landratsamt, an dem unter anderem ein Vertreter des Forstamts teilgenommen habe. Im Anschluss sei die Empfehlung formuliert worden, die geplante Parkfläche auf dem Grundstück hinter der ehemaligen Happschen Apotheke zu reduzieren. Ein Grund: Die Untermarkt 7-11 GmbH muss Maßnahmen zur Stabilisierung des Berghangs unternehmen. Für den Bau einer Stützmauer wird mehr Raum benötigt. Im Umkehrschluss müsse nur „gemäßigt“ in den Bergwald eingegriffen werden, so Scherbaum.

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Der von der Stadt Wolfratshausen bereits genehmigte Bauantrag für das Neubauprojekt liegt wie berichtet zur Prüfung im Landratsamt. In den kommenden vier Wochen sei mit einer Entscheidung der Kreisbehörde allerdings nicht zu rechnen, sagt Behördensprecherin Marlies Peischer auf Nachfrage. Auf einen Termin festlegen möchte sie sich nach Rücksprache mit den zuständigen Mitarbeitern nicht. „Noch fehlen Unterlagen“, erklärt Peischer. Zudem stehe die Anhörung der sogenannten Träger öffentlicher Belange noch aus – dazu zählen das Staatliche Bauamt Weilheim und Naturschutzorganisationen.

cce

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