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Fällt es, oder fällt es nicht? Knackpunkt bei der Entsche idung über den Abriss des Isar-Kaufhauses ist das ehemalige Seifensiederhaus (re.), das direkt ans Happ-Gassl grenzt.

Kompromiss mit Denkmalschutz?

Ex-Isarkaufhaus: Entscheidung noch in diesem Jahr 

Wolfratshausen – Ob das ehemalige Isar-Kaufhaus abgerissen werden darf, steht noch nicht fest. Landrat Josef Niedermaier ist jedoch optimistisch, dass es bis Ende des Jahres eine Entscheidung gibt. Das wurde in der Monatsversammlung der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) bekannt.

Wirtschaftsreferent Helmut Forster brachte die Besucher auf den aktuellen Stand in Sachen Isar-Kaufhaus. Wie der Ex-Bürgermeister sagte, habe er am Tag der Monatsversammlung, also am Donnerstag, mit dem Landrat gesprochen. Josef Niedermaier (Freie Wähler) habe ihm signalisiert, dass es bald Neuigkeiten geben könnte. Niedermaier bestätigte das gegenüber unserer Zeitung. „Ich rechne damit, dass noch im Jahr 2016 eine Entscheidung über den Vorbescheidsantrag getroffen wird.“ Ob die Entscheidung positiv oder negativ ausfallen wird, darüber könne er noch nichts sagen. Die endgültige Entscheidung trifft das Landratsamt in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege.

Seit fast vier Jahren steht das geschichtsträchtige Gebäude leer. Für die Wolfratshauser Altstadt war das Isar-Kaufhaus ein wichtiges Zugpferd: „Es fehlen seitdem rund 600 Kunden pro Woche im Markt“, rechnete BVW-Vorsitzender Thomas Eichberger vor. Allerdings gibt es einen Hoffnungsschimmer. Die Eigentümerin der Gebäude am Untermarkt 7 bis 11 hatte dem Bauausschuss einen Antrag auf Vorbescheid vorgelegt. Darin enthalten: Ein Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes und ein ensemblegerechter Wiederaufbau. Der Bauausschuss stimmte diesen Plänen einstimmig zu. Auch der Historische Verein hatte keine Einwände gegen den Abriss.

Ausgearbeitet wurden die Pläne von Rechtsanwalt Dr. Harald Mosler, der die Eigentümerin Angela Scheller juristisch vertritt, und Architekt Tom Ferster. Demnach soll auf der 900 Quadratmeter großen Verkaufsfläche im Erdgeschoss ein Frequenzbringer einziehen. Die Rede war von der Modekette Hennes & Mauritz (H&M) oder einem Biomarkt. Im ersten und zweiten Stock könnten Praxen oder Wohnungen Platz finden, darüber sind Wohnungen vorgesehen. In einer Tiefgarage sollen 28 Stellplätze entstehen. Den Komplettabriss hält Mosler für die einzig wirtschaftlich vertretbare Lösung. Nur dann könnte man das schmale Happ-Gassl als Baustellen-Zufahrt nutzen und eventuell sogar die Bauzeit verkürzen.

Wie das Landratsamt am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, liegt inzwischen die Stellungnahme des Landesamts für Denkmalpflege vor. Demnach gibt es keine Einwände gegen den Abriss der Häuser Untermarkt 7 und 9. Beim Haus Nr. 11, dem ehemaligen Seifensiederhaus, das ans Happ-Gassl grenzt, plädiert das Landesamt für den Erhalt der Gebäudehülle. Für den Abriss und Wiederaufbau – hier vor allem für die Fassade – macht das Landesamt relativ genaue Vorgaben. Zum Beispiel müssen Typologie und Kubatur dem prägenden Erscheinungsbild der historischen Bauten angenähert werden. Laut Marlis Peischer, Pressesprecherin des Landratsamts, prüft die untere Denkmalschutzbehörde derzeit den Fall. „Wann die Entscheidung getroffen wird, hängt davon ab, wann noch ausstehende Unterlagen eingereicht werden.“ Bei der Entscheidung würden alle Aspekte berücksichtigt – der Plan des Antragstellers, die Position des Landesamtes für Denkmalschutz und nicht zuletzt der Wunsch, ein attraktives, die Altstadt belebendes Gebäude zu schaffen.

Wirtschaftsreferent Helmut Forster äußerte sich optimistisch, dass die Entscheidung positiv ausfällt. „Das wäre ein Riesengewinn für unsere Stadt.“ Zudem wäre eine baldige Entscheidung enorm wichtig. „Es ist an der Zeit, dass in dieser Sache etwas vorwärtsgeht.“ Auch der Anwalt der Eigentümerin, Dr. Harald Mosler, sei laut Forster „guter Dinge, dass sie mit ihrem Antrag Erfolg haben“.

dst/fla

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