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Abgesagt sind die beiden Konzerte mit dem Lemberger Symphonieorchester am 17. und 18. November in der Loisachhalle.

Rupprecht sagt Konzerte in der Loisachhalle ab 

Ex-Musikschulleiter will Friedenskonzerte veranstaltet und überwirft sich mit Stadt

Eigentlich sollten die Konzerte in der Loisachhalle am 17. und 18. November Frieden stiften. Doch das Gegenteil ist der Fall. Über das Konzert hat sich der Initiator Erich Rupprecht, ehemaliger Chef der Musikschule Wolfratshausen, scheinbar heillos mit der Stadtspitze zerstritten.

Wolfratshausen– Am Freitag und Samstag kommender Woche sollte sich in der Loisachhalle Großes tun. Das Symphonieorchester aus dem ukrainischen Lemberg hatte nicht weniger vor, als mit Werken von Beethoven, Carl Maria von Weber und Felix Mendelssohn „einen künstlerischen Ausdruck für Menschlichkeit und die unantastbare Würde jedes einzelnen zu setzen“. Die Worte stammen von Erich Rupprecht, Initiator, Organisator und Dirigent dieser Konzerte in Personalunion.

Erich Rupprecht: „Ich bin am Ende meiner Kräfte.“

Wer sich für das Musikgeschehen in der Loisachstadt interessiert, wird sich erinnern: Rupprecht war einer der Väter der Wolfratshauser Musikschule und viele Jahre deren Leiter. Er bereicherte die Kulturtage in der Flößerstadt mit Kindermusicals. Auch die Bergwaldbühne war seine Idee. Kurz: ein Mann mit Verdiensten. Doch Zeitzeugen erinnern sich auch an einen durchaus streitbaren Mann, der sich regelmäßig mit Bürgermeister Peter Finsterwalder anlegte. Irgendwann – es ist etwa 20 Jahre her – wurde ihm der Stuhl vor die Tür gesetzt. Der Musiker verschwand aus der Stadt.

Konzerte für Weltfrieden - und zur Versöhnung mit der Stadt

Jetzt ist Rupprecht mit einem großen Projekt an seine ehemalige Wirkungsstätte zurückgekehrt. Die geplanten Konzerte sollten nicht nur dem Weltfrieden, sondern auch der persönlichen Versöhnung mit der Loisachstadt dienen. Rupprecht macht kein Geheimnis daraus, dass ihn sein Rauswurf vor vielen Jahren lange geschmerzt hat. Umso wichtiger war es ihm, dass er und die Stadt sich die Hände reichen. „Ich will, dass man wieder menschlich miteinander umgeht“, sagt er. Dafür war er sogar bereit, einen Teil seines Privatvermögens zu opfern. Die Rede ist von 23 000 Euro.

Doch es sollte nicht sein. Denn: Rupprecht erwartete ein Entgegenkommen von der Verwaltung. Sein Wunsch war, dass für keinen der Abende Miete verlangt wird. Die Stadt aber wollte nur an einem auf ihr Geld verzichten. Die Absage, die Rupprecht von Bürgermeister Klaus Heilinglechner bekommen hat, hat ihn offenbar ins Mark getroffen: „Daran musste ein Erich Rupprecht zerbrechen“, sagt Rupprecht über sich. Seine menschliche Enttäuschung ist groß: „Hinter mir liegt ein Jahr voller aufwendiger Vorbereitungen und mühsamer Arbeit mit dem Rathaus.“ Er sei völlig erschöpft und wahnsinnig traurig. „Ich bin am Ende meiner Kräfte.“ Die Konzerte für den Weltfrieden hat er deswegen abgesagt.

Bürgermeister: „Wollte ihn vor finanziellem Ruin warnen“

Bürgermeister Heilinglechner kann die heftige Kritik nicht ganz nachvollziehen. Zwar findet er es „sehr schade für einen so herausragend engagierten Musiker wie Herrn Rupprecht, dass die Konzerte nicht stattfinden können“. Doch habe ein großes finanzielles Risiko bestanden – nicht zuletzt für den Veranstalter selbst. Heilinglechner habe auch aus Fürsorge für den umtriebigen Musiker abgesagt: „Das hätte Herr Rupprechts finanzieller Ruin werden können. Davor wollte ich ihn warnen.“

Rupprecht selbst hat seine Vision noch nicht ganz aufgegeben: Wenn die Finanzierung der Loisachhalle – Miete, Bestuhlung und Choraufbau – an sämtlichen Tagen zugesichert wird, will er versuchen, die Absagen rückgängig zu machen. „Die Stadt erlebt zwei Konzerte, wie sie in Wolfratshausen noch niemals stattfanden“, behauptet er. Es wäre der Schlusspunkt seines künstlerischen Lebens.

Dominik Stallein

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